Jüdische Propheten

Jona, einer der zwölf kleinen Propheten - Dieter Schüetz / pixelio.de
Jona, einer der zwölf kleinen Propheten - Dieter Schüetz / pixelio.de
Die Propheten im Judentum sind Prediger der Gesetze Gottes, Mahner und Heilsverkünder.

Das Judentum ist eine Religion der Propheten, durch sie hat sich Gott seinem Volk offenbart. Ihre Lehren, Mahnungen und Weissagungen wurden in einem Zeitraum von über tausend Jahren niedergeschrieben und bilden das Kernstück des Tanach, der Bibel der Juden. Das Christentum beruft sich ebenfalls auf diese Propheten, auch im Islam spielen viele von ihnen eine bedeutende Rolle, wenn auch oft in etwas abgeänderter Form.

Die jüdische Geschichte lässt sich einteilen in die Phase von der Entstehung des Volkes Israel bis zum Einzug ins Gelobte Land, dem heutigen Israel, in die Phase von dieser Landnahme bis zum Babylonischen Exil und in die Zeit nach dem Babylonischen Exil. Nach diesen Phasen der jüdischen Geschichte werden auch die Propheten eingeteilt: In jene der Thora, in der die Geschichte der Juden bis zur Landnahme dargestellt wird, in jene der Bücher der vorderen Propheten, in denen die Geschichte Israels bis zum Babylonischen Exil erzählt wird und jene der Bücher von den hinteren Propheten, die in der Zeit nach dem Babylonischen Exil gewirkt haben.

Die Propheten der Thora

Die Thora ist für die Juden der wichtigste Teil der Bibel. Sie besteht aus fünf Büchern und erzählt die Geschichte Israels von Anfang bis zum Einzug ins gelobte Land. Eine zentrale Rolle spielt dabei Abraham, der Stammvater Israels. Ihm prophezeite Gott Nachkommen, zahlreich wie die Sterne am Himmel und der Sand am Meeresstrand. Sarah, seine Frau, gilt als Erzmutter Israels. Abrahams Sohn Isaak spielt ebenfalls eine wichtige Rolle im jüdischen Glauben. Jakob, der zweite Sohn Isaaks, erhielt den Beinamen Israel. Er zeugte zwölf Söhne, aus denen die zwölf Stämme Israels hervorgingen. Der wichtigste Prophet des Judentums ist Mose. Er führte das Volk Israel aus der ägyptischen Sklaverei ins Gelobte Land. Mose erhielt seine Weisungen direkt von Gott und steht somit über allen anderen Propheten.

Die vorderen Propheten

Das Buch Josua, jenes der Richter, die Bücher Samuel und der Könige sind die Bücher der vorderen Propheten des Tanach. Dieser Teil der jüdischen Bibel erzählt die Geschichte Israels von der Landnahme bis zum Babylonischen Exil. Dabei wird ein Hauptaugenmerk darauf gelegt, ob das Volk Israel die Gesetze der Thora einhält. Auf die Alleinverehrung Gottes wird hier großer Wert gelegt. In den entscheidenden Stellen treten immer wieder Propheten auf, die das Geschehen im Sinne Gottes deuten. Die wichtigsten dieser Propheten sind Samuel, Natan, Ahija von Schilo, Micha ben Jimla, Elija, Elischa oder die Prophetin Hulda.

Die hinteren Propheten

Als hintere Propheten werden im Judentum jene Propheten bezeichnet, die in der Zeit nach dem Babylonischen Exil auftraten. Sie gelten als Kritiker und Mahner ihrer Zeit, die bei einem Abweichen vom Weg Gottes Gericht und Vergeltung ankündigen, aber auch zukünftiges Heil vorhersagen. So deuten sie immer wieder an, dass Gott nicht daran denkt, sein Volk für immer zu verlassen. Nach dem Umfang der Bücher, in denen ihr Wirken niedergeschrieben ist, unterscheidet man zwischen den großen Propheten Jesaja, Jeremia und Ezechiel und den zwölf kleinen Propheten, die im Zwölfprophetenbuch zusammengefasst sind. Die Namen dieser zwölf Propheten lauten: Hosea, Joel, Amos, Obadja, Jona, Micha, Nahum, Habakuk, Zefanja, Haggai, Sacharja, Maleachi.

Ein Prophet ist ein Sprachrohr Gottes. In vielen Religionen des Alten Orients gab es solche Propheten, doch in keiner war die Prophetie so dominierend wie im Judentum. Die jüdischen Propheten haben auch im Islam und noch mehr im Christentum eine große Bedeutung. Sie sind der Ursprung der abrahamitischen Religionen.

Quellen:

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Gerhard Maier - Gerhard Maier kommt aus Österreich. Von Beruf ist er Zerspanungstechniker. Er interessiert sich für Geschichte, Politik, ...

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