Viele Jugendliche konsumieren Drogen in unterschiedlichen Formen. Nicht alle Drogen sind illegal, wie beispielsweise Alkohol. Die Jugend probiert vieles und hat es zu allen Zeiten getan. Auch vor 40 Jahren trank der Nachwuchs bereits Alkohol. Heute sind die Formen des Konsums allerdings in vielen Fällen wesentlich exzessiver. Dabei wird das Suchtpotenzial, nicht nur von Alkohol, weit unterschätzt. In vielen Fällen halten sich Mythen über die Ungefährlichkeit der Substanzen unter den Jugendlichen, die das Gefahrenpotenzial noch weiter verstärken.
Mädchen und Jungen – kaum ein Unterschied
Während vor einigen Jahren der Konsum von Drogen den Jungs vorbehalten war, hat sich dies in den letzten Jahren geändert. Die Mädchen sind, was die Anzahl der drogenkonsumierenden Jugendlichen angeht, gleichauf mit den Jungen. Die Suchtstudie aus dem Jahr 2008 zeigt allerdings auch, dass im Gegensatz zu 1994 weniger Sprösslinge zu Tabak oder Cannabis greifen. Mädchen und Jungs fangen im Durchschnitt mit 13 Jahren an zu rauchen. Mit 15 Jahren kommen sie zum ersten mal mit Cannabis (Umgangssprachlich Hasch, Shit, THC) in Kontakt. Und gerade dies ist entwicklungsbedingt ein gefährlicher Zeitpunkt.
Jugendliche sind anfälliger für Suchtkrankheiten
Während der Pubertät kommt es zu Umbauprozessen im Gehirn. Das Chaos im Gehirn kann durch die Drogen gemildert werden. Gleichfalls nimmt der Leistungsdruck immer weiter zu. Jugendliche entwickeln von sich aus Probleme und wollen vorübergehend diese Probleme ausblenden. Was für einen Erwachsenen eine Kleinigkeit ist, kann für einen Jugendlichen ein beinahe übermächtiges Problem werden. Krach in der Familie, Probleme im sozialen Umfeld und noch einiges mehr strömen auf den Nachwuchs ein. Jugendliche sind während der Pubertät emotional sehr empfindlich. Dies führt dazu, dass die Realität vorübergehend ausgeblendet werden soll. Probleme sollen eine Zeit lang verschwinden. Drogen sind für Jugendliche oftmals ein effektives Mittel um dies zu gewährleisten. Auch die Peer-group (Freundeskreis u. ä.) hat einen starken Einfluss. Gerade wenn Jugendliche ein niedriges Selbstwertgefühl haben, ist die Gefahr in der Gruppe mitzulaufen besonders hoch. Man will schließlich „in“ sein und will von der Gruppe akzeptiert werden.
Problematisch ist der Umstand, dass das Jugendliche Gehirn anfälliger für Suchtstoffe ist. Jugendliche entwickeln gleichfalls wesentlich schneller eine Sucht, als dies bei Erwachsenen der Fall ist. Je früher ein Suchtproblem auftritt, desto schwieriger wird es für die Jugendlichen, sich von der Sucht wieder zu lösen. Und auch Begleitprobleme wie Entwicklungsstörungen oder Organerkrankungen treten wesentlich schneller auf als bei Menschen, deren Entwicklung abgeschlossen ist.
Ein weiteres Problem ist, dass Suchtmittel wie Cannabis beinahe überall zu bekommen sind. Die Droge zu kaufen wird zunehmend einfacher. Doch wer weiß wo es Cannabis gibt, der hat auch Zugriff auf die wirklich harten Drogen wie Heroin, Speed oder LSD.
Formen des Drogengebrauchs
Alkohol und Tabak gehören zu den Substanzen, deren Gebrauch unter den Typ „tolerierter Gebrauch“ fällt. Der Konsum wird von der Gesellschaft gebilligt. Die Rauschmittel sind frei verfügbar in vielen Einzelhandelsgeschäften zum Verkauf in den Regalen.
Unter den Typ „nichtsanktionierter Gebrauch“ fallen Substanzen, die von der Gesellschaft zwar nicht gebilligt werden. Zu diesen hat man allerdings dennoch freien Zugang und der Konsum ist nicht unter Strafe gestellt. Ein Beispiel hierfür sind Giftpilze oder die Engelstrompete.
Unter „gefährlicher Gebrauch“ fallen Substanzen, die eine direkte gefährliche Konsequenz für den Benutzer darstellen. Hierbei kann es zu einer direkten Schädigung oder einer sozialen Funktionsstörung kommen.
Ein „beeinträchtigender Gebrauch“ liegt vor, wenn der Gebrauch die Funktionen im psychischen und/oder sozialen Bereich einschränkt.
Häufig kommt es zu einem „schädlichen Gebrauch“. Hierbei führen die Substanzen zu einer Gesundheitsschädigung, die gerade bei Jugendlichen oftmals nicht mehr reparabel ist.
Jede Droge hat andere Symptome
Generelle Symptome, die für alle Drogensubstanzen gelten, gibt es nicht. Dennoch gibt es Warnsignale. Eltern sollten darauf achten, ob die Pupillen ungewöhnlich groß oder klein sind und ob sie sich verändern, wenn die Helligkeit sich verändert. Desweiteren stellt sich die Frage, ob das Verhalten auffällig ist. Lacht der Jugendliche bei unpassenden Gelegenheiten? Oder ist er niedergeschlagen und ruhig? Hier spielen die Extreme oftmals eine große Rolle. Zum Vergleich sollte immer der „Normalzustand“ herangezogen werden. Wie ist der Jugendliche normalerweise?
Achten sie darauf, ob der Jugendliche hin und wieder übermäßig viel oder gar nicht isst. Gibt es kleine Einstichstellen in Gegenden am Körper, in der sich eine Vene befindet? Auch viele andere Auffälligkeiten sind denkbar. Sie sollten aber nicht zu jeder Zeit auftreten, sondern man sollte nachvollziehen können, zu welchem Zeitpunkt des Tages der Jugendliche sein Verhalten geändert hat. Hatte er vorher die Möglichkeit einen Suchtstoff überhaupt aufzunehmen.
Entzugssymptome – Süchtig oder nicht?
Wenn ein Jugendlicher bereits eine Sucht entwickelt hat, treten bei längerer Abstinenz Entzugssymptome auf. Der Sprössling hat ein starkes Verlangen, beinahe ein Zwang, die Substanz zu konsumieren. Er hat keinerlei Kontrolle über den Substanzgebrauch. Wird die Substanz reduziert oder abgesetzt, so treten körperliche Symptome auf. Zittern, Aggressivität und noch viele mehr sind dann so ausgeprägt, dass sie auffallen ohne dass man sie vorher kannte.
Der Jugendliche engt sein Leben ein und richtet es nur auf den Substanzkonsum aus. Um die Substanz zu beschaffen kommt es oftmals zu kriminellen Handlungen. Alles andere tritt in den Hintergrund. Auch schädliche Folgen des Gebrauchs werden in Kauf genommen.
Ist es hierzu gekommen, finden sie im Internet zahlreiche Suchtberatungen. Aber auch Psychiatrien, Psychologen und sogar ihr Hausarzt kann Eltern sagen, wo sie wirkliche Hilfe erhalten.
