Das Holz, der Klebstoff und die Werkzeuge stammen aus dem örtlichen Baumarkt. Also nichts Besonderes. Die Baupläne allerdings sind drei Aktenordner dick und voll mit genauen Zeichnungen und Anweisungen. Björn, Manuel, Chris und die anderen jugendlichen Bastler müssen sich genau daran halten. Dann werden die Holzleisten einmal fliegen – und die Jungs mit ihnen. Davon sind sie überzeugt.

Ein sechs Meter langes Flugzeug soll aus den Bauteilen entstehen. 9,40 Meter werden die Flügel messen. Eine Dreivierteltonne wird das einmotorige Flugzeug schwer sein, wenn es einmal abhebt. Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg.

Flugzeuge wird sechs Meter lang

Angefangen hat alles im Februar 2003. Den Anstoß gab der Hobbyflieger Hans Wolfgang Burgard. Er ist ein erfahrener Pilot und Bastler. Der Berliner suchte nach Leuten, die mit ihm gemeinsam ein Flugzeug bauen. Der 18-jährige Manuel und sein 16-jähriger Bruder Chris lasen davon in der Zeitung und meldeten sich. "Wir interessieren uns für Technik. Darum machen wir mit“, erzählen Manuel und Chris. Sie sind seit dem ersten Tag mit dabei. Andere Jugendliche kamen später dazu. So entstanden die "jungen Adler“. Den Namen haben sie sich damals selbst gegeben. Einen alten Schuppen am Rande eines kleinen Flughafens konnten sie in Beschlag nehmen und brüten nun dort über Bauplänen, Fotos und Zeichnungen, während nebenan die Hobbypiloten ihre Kreise ziehen.

Mit dem Werkstoff Holz üben

Am Anfang mußten die jungen Flugzeugbauer erst einmal üben. Sie mussten die Holzteile genau nach Bauplan bearbeiten, sägen, schleifen und im Wasserdampf biegen. "Was gut war, haben wir genommen“, sagt Manuel. Doch viele Stücke Holz gingen auch kaputt. Andere waren zu ungenau gearbeitet. "Die Bauteile müssen exakt nach der Vorgabe der Pläne vorliegen; schließlich muss das Ganze irgendwann fliegen“, erzählt Manuel. Alle paar Monate kommt jemand von der Luftaufsicht vorbei. Er schaut sich die Fortschritte an und kontrolliert die Montage der Bauteile.

Sonntags gibt's Theorie

Jeden Sonntag lernt die Gruppe Theorie. Ein Fluglehrer bringt den Nachwuchspiloten das Wissen für den Flugschein bei. Natürlich wollen sie mit ihrem Flugzeug später selbst fliegen. Zwei Personen passen hinein, ein Schüler und der Fluglehrer. "Im Moment üben wir den Sprechfunk“, erzählt der 18-jährige Björn. Er ist erst seit ein paar Tagen bei den "jungen Adlern“ aktiv. Björn freut sich bereits auf den nächsten Sommer. Er macht gerade sein Fachabitur und hat schon ein einjähriges Praktikum in einer Flugzeugwerft gemacht. "Ich interessiere mich für Mechanik“, sagt Björn. Er möchte mithelfen, dass das Flugzeug irgendwann einmal fliegt. Was den "jungen Adlern“ noch fehlt, ist ein passender Motor. Sie hoffen, bis zum Frühjahr 2005 einen Geldgeber dafür gefunden zu haben. Die Jungs sind optimistisch. Nur eins haben sie bis jetzt nicht geschafft: Handwerklich interessierte Mädchen für ihre Hobby zu begeistern.