
- THW-Helfer in Haiti 2010 - THW / Michael Walsdorf
Woche für Woche steigen zahlreiche Damen und Herren des Technischen Hilfswerks in Frankfurt am Main in den Flieger ein, um in einem der Einsatzgebiete auf der Welt Hilfe zu leisten. Viele von ihnen haben schon im Kindesalter spielerisch gelernt, was hierfür nötig ist. Die Rettungsorganisation bietet für Kinder und Jugendliche die Möglichkeit, sich in ihrer Freizeit mit Technik und Hilfeleistung auseinanderzusetzen. Auf diesem Wege kommen viele in Tuchfühlung mit den aktuellen Hilfseinsätzen und den Möglichkeiten, sich selbst aktiv daran zu beteiligen. " Wenn man das im Fernsehen sieht, ist das so weit weg. Aber wenn ich sehe, was die Großen hier machen, weiß ich, ich kann später auch etwas tun, wenn irgendwo was passiert ist!" meint eine Dreizehnjährige. Doch bis dahin bleibt alles auf spielerischer Ebene: Echte Einsätze sind den Erwachsenen vorbehalten.
Weg vom Computerspiel - ran an die Greifzüge
Das Jugendalter im THW reicht vom zehnten bis zum siebzehnten Lebensjahr. In dieser Zeit lernen sie alles über Rettungsarbeiten und Erste-Hilfe, wie man schwere Lasten ohne Mühe bewegt und Holz, Gestein und Metalle bearbeitet. Hierbei wird auf praktischer Ebene auch das eine oder andere Stückchen Physik oder Chemie vermittelt, das im trockenen Schulunterricht schwer verständlich schien. Neben den handwerklichen und technischen Grundlagen lernen die Kinder und Jugendlichen auch, in einem Team von einer Hand in die nächste zu arbeiten. Schließlich freuen sie sich selbst über ihr Können, wenn sie bei kleinen Übungsszenarien einen Verunglückten gerettet und versorgt haben.
Bootstouren und Wasserspiele in der Sommersonne
Ihr Engagement wird natürlich belohnt: Die Jugendbetreuer fahren mit ihren Jungs und Mädels auch gerne auf Ausflüge wie zum Beispiel eine Bootstour, auf denen sie Knoten lernen oder sogar das Wasserfahrzeug selbst steuern dürfen. Gerade die schönen Tage im Jahr verbringen sie am liebsten im Freien und genießen neben der Sommersonne die Wasserschlacht, die beim vorschriftsmäßigen Testen der Pumpen unerwartet ausbricht.
Gemeinschaft und Wettkampf: ein Ferienlager der besonderen Art
Das große Ereignis des Jahres ist die Jugendfreizeit, bei dem die Junghelfer aus dem ganzen Bundesgebiet gemeinsam in einem großen Zeltlager die Ferien genießen: Spiel und Spaß für meist etwa drei- bis viertausend Jugendliche und Kinder. Teilweise stammen die jungen Teilnehmer auch von ausländischen Organisationen, zu denen das THW Partnerschaften aufgebaut hat. Über vierzehn Tage bieten die Veranstalter des Ferienlagers ein unterhaltsames wie lehrreiches Programm, dessen Höhepunkt der Jugendwettkampf bildet. Die einzelnen Jugendgruppen treten bei verschiedensten Aufgabenstellungen aus Rettung und Bergung gegeneinander an, und zeigen Teamwork und Sachkenntnis, die sich mit den Fähigkeiten der Großen durchaus messen kann. Das stolze Gewinner-Team darf die Heimreise mit einem großen Pokal im Arm antreten und sich Zuhause feiern lassen.
Auch die Helfer eines Auslandseinsatzes kehren nach wenigen Wochen zurück. Sie stehen zwischen ihrem Gepäck in der Ankunftshalle am Flughafen. Sie haben eine arbeitsreiche Zeit hinter sich und sind glücklich, zu ihren Familien zurückzukehren und ihnen von ihrer Zeit im Ausland zu berichten. "Meine Kinder sind auch im THW in der Jugendgruppe," meint einer der Heimkehrer," und freuen sich darauf, später auch helfen zu dürfen."
