
- Jonathan Rhys-Meyers - Showtime
Regina Ziegler leitet eine der erfolgreichsten Filmproduktionsfirmen Deutschlands. Gemeinsam mit den wichtigsten Sendern der ARD und Partnern aus Italien, Österreich und Frankreich produziert sie ein Drama über Henri IV von England nach einem Drehbuch von Jo Baier und Cooky Ziesche auf der Grundlage des zweibändigen Romans von Heinrich Mann: "Henri Vier". Julien Boisselier, Roger Casamajor, Karl Markovics, Armelle Deutsch, Joachim Król, Ulrich Noethen, Hannelore Hoger, ChrisTine Urspruch und Wotan Wilke Möhring sind nur einige derjenigen Schauspieler, die Sabine Schroth für die Umsetzung des Historiendramas gecastet hat. In der Drehzeit bis Ende Dezember 2008 entsteht Material für eine Kinofassung und zwei Fernsehteile von jeweils 110 Minuten.
Die Handlung von "Henri Vier"
Die Story erzählt aus dem Leben des englischen Königs Henri IV in der Zeit nach 1563. Protestanten und Katholiken tragen einen ihrer Glaubenskriege aus. Henri führt die Protestanten gegen Katharina von Medici, Königin von Frankreich, an. Ihm die Hand ihrer Tochter anzubieten ist nicht die Versöhnungsgeste, die sie zu sein scheint, denn die Hochzeit endet in einem Blutbad. Henri gerät in Gefangenschaft. Nach seiner Flucht und auf seinem hart umkämpften Weg zum Thron wird er zu einem Verfechter der Menschlichkeit.
Qualitätsmaßstab für "Henri Vier" ist die Serie "The Tudors – Mätresse des Königs"
Der amerikanische Bezahlsender Showtime bringt immer wieder bemerkenswerte Produktionen ins Fernsehen. Weltweit bekannt wurde er durch die Serie „Queer as folk“, die in fünf Staffeln das Leben einer schwulen Clique in Pittsburgh erzählte. In 2008 ist Showtime mit „Californication“ und „Dexter“ erfolgreich.
Im Stil einer Seifenoper erzählt, schilderte "The Tudors – Mätresse des Königs" die jungen Jahre des englischen Königs Heinrich VIII. Historisch nicht ganz korrekt und fiktional ergänzt, aber sehr unterhaltsam, spannend und temporeich. "The Tudors" hat die Fans durch die detailgetreue Ausstattung begeistert und präsentiert den weiblichen und männlichen Zuschauern attraktive Frauen und Männer. Heinrich VIII. versuchte sich in der ersten Staffel der Serie ideenreich und politisch verträglich von seiner ersten Frau zu trennen, weil er sich unsterblich in Anne Boleyn verliebt hatte.
Die Titelrolle des Heinrich VIII. wurde an Jonathan Rhys-Meyers vergeben
Der am 27. Juli 1977 im irischen Dublin geborene Schauspieler Jonathan Rhys-Meyers wurde von einem Talentsucher in einer Billardhalle entdeckt. 1994 feierte Rhys-Meyers in einer Nebenrolle neben Albert Finney sein Schauspieldebüt. Seine erste Hauptrolle bekleidete Jonathan 1996. Im Film "Michael Collins" spielte er 1996 einen jungen Mörder neben Liam Neeson und Julia Roberts. Sein Durchbruch gelang Rhys-Meyers in "Velvet Goldmine": In dem Drama spielte er 1998 sehr freizügig einen bisexuellen Rockstar, dessen Figur am Leben des Sängers David Bowie angelehnt war. Für diese Rolle wurde er als bester britischer Newcomer des Jahres nominiert. Mehrere Rollen im Fernsehen und dem Kino folgten.
2003 spielte er in der mit dem Golden Globe ausgezeichneten Fernsehproduktion "The Lion in Winter". In dem Remake des Königsdramas agierte Rhys-Meyers an der Seite von Glenn Close und Patrick Stewart. Für seine Darstellung des Elvis Presley erhielt Rhys-Meyers 2005 eine Emmy-Nominierung und 2006 den Golden Globe. Rollen in "Match Point" und "Mission Impossible 3" folgten. Für seine Interpretation des jungen Heinrich VIII. erhielt Rhys-Meyers den Irish Film- and Television Award und eine weitere Golden Globe Nominierung.
Historische Stoffe in Deutschland sind oft nur erfolgreich, wenn sie deutsche Geschichte beleuchten
Das deutsche Fernsehen ist für anspruchsvolle Filme und Serien bekannt. Besonders die öffentlich-rechtlichen Anstalten überzeugen immer wieder durch ausgesuchte Stoffe, mitten ins Herz treffende Stories, spannende Serien und eine hochwertige Umsetzung derselben. Wenn es um die Geschichte geht, stechen besonders Produktionen wie "Dresden" und "Der Untergang" hervor, die von den Produzenten Nico Hofmann beziehungsweise Bernd Eichinger erfolgreich inszeniert wurden.
Kostümfilme wie "Trenck - Zwei Herzen gegen die Krone" mit Alexandra Maria Lara und Ben Becker aus dem Jahr 2003 finden in Deutschland bei Produzenten wie auch Publikum weniger Anklang. Auch die aufwändigen Auslandsproduktionen wie "Julias Cäsar" mit Jeremy Sisto in der Titelrolle (2002, Regie: Uli Edel) oder "Napoleon" kommen in Deutschland nicht so gut an. Dies liegt oft daran, dass die Handlungsabläufe auch in Spielfilmen eher dokumentarisch zu sein versuchen: Sie wollen das Leben der Titelfiguren nacherzählen und verlieren dabei das Erzählen einer fesselnden Geschichte aus den Augen.
Dokumentationen sollen informieren; Spielfilme jedoch dürfen sich Freiheiten nehmen, um zu unterhalten
Nach diesem Rezept sind auch die Bücher zu "Nofretete – Die Frau des Pharao" entstanden, die eine spannende Dreiecksliebesgeschichte und die Entstehung der berühmten Büste Nofretetes erzählen: Historisches wurde um fiktionale Intrigen und Machtkämpfe ergänzt. Nach diesem Rezept ist "The Tudors" erfolgreich. Regina Ziegler wird sich mit Henri Vier an "The Tudors – Mätresse des Königs" messen lassen müssen. Zu überragend war die Performance von Jonathan Rhys-Meyers und dessen Kollegen Natalie Dormer und Henry Cavill. Julien Boisselier kommt an diese Klasse nicht ran; nur wenn Regina Ziegler dem Publikum eine fesselnde Liebesgeschichte erzählt, kann das Projekt ein Erfolg werden. Die zweite Staffel von "The Tudors" lief mit dem Untertitel "Die Königin und ihr Henker" vom 27. Dezember 2008 an auf ProSieben.
