Junggeun Oh und die Galerie Son - Kunst aus Südkorea in Berlin

Junggeun Oh - Künstler aus Seoul, lebt in Berlin - Galerie Son
Junggeun Oh - Künstler aus Seoul, lebt in Berlin - Galerie Son
Der Maler Junggeun Oh lebt seit sechs Jahren in Berlin. In Fernost gilt er bereits als Koryphäe. International wird er jetzt von der Galerie Son vertreten.

Wenn man dem südkoreanischen Künstler und Lehrer Junggeun Oh beispielsweise in dem kleinen Atelier in der Wassergasse oder auch bei seiner in der nahen Mauerstraße 80 ansässigen Galeristin Mihyun Son in Berlin-Mitte begegnet, ahnt der Laie eher nicht, dass er gerade einem der ganz großen gegenwärtigen fernöstlichen Maler gegenübersteht. Aber man fühlt, dass es eine besondere Begegnung mit einem Menschen ist, der in sich ruht, gern lacht und der voller positiver Energie steckt. Schon dieser Moment beeindruckt.

Junggeun Oh - der künstlerische Werdegang

Der 1970 in Seoul geborene Junggeun Oh (Bild 1) besuchte von 1990 bis 2003 die National-Universität seiner Heimatstadt und absolvierte dort sowohl den Bachelor- als auch Master-Studiengang in Bildender Kunst. Zwischen 1996 und 2005 unterrichtete er bereits selbst an zwei renommierten Kunsthochschulen, arbeitete jedoch auch gleichzeitig in der ersten Phase seines eigenen Künstlerlebens an den "akademischen Studien" (1996-2000). In den folgenden vier Jahren schloss sich die Phase des "Sanctuarys", also der Tempel an, in der er viel mit Holzschnitten, aber auch mit Silkscreen (Flachdruck) arbeitete (Bild 3). 2005 kam Oh nach Deutschland und begann hier seine bis heute andauernde dritte Schaffensperiode, die "Zwischenräume". Junggeun Oh hatte bereits zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen zum Beispiel in Seoul, Berlin, London, Tokio und Peking, er erhielt drei Stipendien während des Studiums und vier Kunstpreise. Seine Bilder sind unter anderem in Besitz diverser Museen und Ausstellungen in Seoul, der Zentralen Akademie der Künste in Peking oder der Königlichen Porzellan Manufaktur in Berlin. In seiner Heimat gilt er schon heute als einer der drei führenden Maler der Gegenwart.

Zwischenräume - Ölgemälde mit klarer Struktur

Auf etwa 20 großen und rund 50 kleinen Ölgemälden, die aus bis zu 12 Schichten bestehen, hat sich Junggeun Oh bisher seinem großen Thema "Zwischenräume gewidmet. Dabei sucht sich der Künstler bewusst Gebäude(-komplexe) an zentralen Stellen der Stadt wie beispielsweise am "Kurfürstendamm", "Unter den Linden" oder am "Potsdamer Platz" in Berlin. Hier zeichnet er Skizzen und fotografiert, meist in Richtung des Himmels. Die symmetrischen Strukturen der Bauwerke schaffen natürlich auch analoge Symmetrie für die dazwischen liegenden Räume, so bekommt "Himmel" plötzlich eine ganz eigene, individuelle Form, die sich bei Oh immer wieder in einem kräftigen Rot in oft geraden Linien ausdrückt. Die Bilderreihe "Unter den Linden" zeigt -zum Teil fast schon martialisch anmutend- Teile der den Zwischenraum umgebenden Bauwerke wie beispielsweise das Brandenburger Tor (Bild 4). "Eigentlich bleibt ja am Ende eines fertigen Bildes nur der Zwischenraum übrig", erklärt die Galeristin Mihyun Son (Bild 5). Allerdings wurde Junggeun Oh bei der vorherigen Ausstellung gefragt, ob er keine Objekte malen könne, was ihn dann veranlasste, diese Reihe zu entwickeln", erläutert Frau Son weiter.

Die Galerie Son in Berlin-Mitte - ein wertvoller Ort der europäisch-asiatischen Kulturinitiative

"Die Menschheit wird sich allen Widerständen zum Trotz zu einer gemeinsamen Gesellschaft weiterentwickeln, die gemeinsamen humanen, kulturellen und ökologischen Werten verpflichtet sein wird. Die Kunst kann in diesem Prozess der Entwicklung einer globalen lebenswerten Gesellschaft eine zentrale Mittlerrolle übernehmen - als Medium wie auch als Mediator." Das sind zwei der insgesamt zehn Grundsätze, die eine Vision von Galeristin Mihyun Son und ihrem Team beschreiben. Seit 2006 vertritt die Galerie den südkoreanischen Maler exklusiv und inzwischen auch international. Einige Exponate sind in der Berliner Mauerstraße 80 ständig zu sehen (Bild 2), andere wiederum kann man in diversen Ausstellungen weltweit bewundern. Bei all dem Erfolg ist Junggeun Oh angenehm bescheiden geblieben. Auf die Frage, was denn seine zentrale Philosophie sei, antwortet er mit einem Lächeln: "Ich mag das deutsche Wort 'zufrieden' sehr gern."

Helmi Schäfer, fotografiert von Nils Wiemer Wiemers

Helmi Schäfer - Journalist seit 1987Hörfunk- und FernsehredakteurMultimediaPolitologe & Producerseit Januar 2008 bei ...

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