"Kabinett außer Kontrolle" - Polit-Satire aus Großbritannien

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Ähnlichkeiten mit lebenden Personen und wahren Ereignissen rein zufällig? In der Polit-Satire "Kabinett außer Kontrolle" streiten Politiker um einen Krieg.

Ein paar falsche Worte und schon bricht die Hölle los. Die unglücklichen Äußerungen eines naiven britischen Ministers treten in London und Washington, D.C. ein wildes Ringen um einen möglichen Krieg im Nahen Osten los. Die einen wollen ihn, die anderen versuchen ihn zu verhindern, und alle kochen sowieso ihr eigenes Süppchen.

"Kabinett außer Kontrolle" - Die Handlung des Films

In London tritt der junge Hochschulabsolvent Toby Wright (Chris Addison) seine Stelle als Berater des Entwicklungshilfeministers Simon Foster (Tom Hollander) an und erlebt gleich an seinem ersten Arbeitstag ein unvergleichliches Chaos. Mit seinen unglücklichen Äußerungen über einen möglichen Militärschlag im Nahen Osten hat der naive Foster dem bisher von der britischen Regierung verfolgten Kurs widersprochen. Malcolm Tucker (Peter Capaldi), der knallharte Pressechef des Premierministers, tritt sofort auf den Plan, um die Wogen zu glätten, doch Foster schafft es, die Sache nur noch schlimmer zu machen, und wird schließlich zusammen mit Wright nach Washington, D.C. beordert. Dort stehen sich die Politiker Linton Barwick (David Rasche) und Karen Clark (Mimi Kennedy) als Kontrahenten gegenüber. Barwick will den Krieg mit allen Mitteln durchsetzen, während Clark den Militärschlag zu verhindern versucht. Foster und Wright sorgen ungewollt dafür, dass das Desaster seinen Lauf nimmt.

"Kabinett außer Kontrolle" - Die Wahrheit hinter der Story

Für den Zuschauer ist schnell erkennbar, dass der Film die Situation unmittelbar vor dem Zweiten Irakkrieg (2003) aufgreift und persifliert. "Kabinett außer Kontrolle" zeigt zum einen das opportunistische und verlogene Treiben von Politikern, die nur an ihren eigenen Zielen interessiert sind, und zum anderen die Tollpatschigkeit und Naivität vieler anderer vermeintlicher Entscheidungsträger, die letztlich zu Marionetten gemacht werden und kein Gehör finden. Auch die Rolle der Medien wird zynisch aufgegriffen. Ein Mann wie Simon Foster etwa, der zumindest eine kleine Chance hätte, den Krieg noch zu verhindern, wird wegen Banalitäten zum Spottobjekt gemacht. Wie und warum der Krieg überhaupt geführt werden soll, ist übrigens so nebensächlich für die Leute am Hebel der Macht, dass beides mit keinem Wort erwähnt wird.

"Kabinett außer Kontrolle" - Derbe Sprache und anglo-amerikanische Anspielungen

Gepflegte Ausdrucksweise, so zeigt es dieser Film, gibt es in der Politik nur in offiziellen Pressemitteilungen. Hinter den Kulissen ist der Ton derb und gnadenlos. Man lässt keine Gelegenheit aus, die Konkurrenten zu beleidigen. Dies lebt vor allem der Pressechef Malcom Tucker aus, der im Film keinen einzigen Satz von sich gibt, in dem nicht eine zottige Beleidigung steckt, die Political Correctness ins Reich der Fabeln verbannt. Es mag Politische Korrektheit ja in der Gesellschaft geben, aber nicht in der Politik selbst, so lautet hier der Tenor. Weiterhin spart der Film nicht mit Anspielungen auf verschiedene kulturelle Phänomene Englands und der USA und greift die klischeehaften Vorstellungen, welche die eine Bevölkerung von der anderen hat, immer wieder auf.

Fazit zu "Kabinett außer Kontrolle"

Der Film "Kabinett außer Kontrolle", der seit dem 22. Februar 2011 in Deutschland auf DVD erhältlich ist, erweist sich als unterhaltsame Polit-Satire, die einen zynischen Blick hinter die Kulissen der Macht wirft und Kritik am Irakkrieg übt, ohne diesen explizit zu erwähnen. Stellenweise verlässt sich der Film jedoch etwas zu sehr auf zottige Ausdrücke als Humorlieferant und lässt Überraschungen in der Handlung vermissen.

Filmangaben

Deutscher Titel: Kabinett außer Kontrolle

Originaltitel: In the Loop

Land, Jahr: Großbritannien, 2009

Genre: Satire

Regie: Armando Iannucci

Drehbuch: Jesse Armstrong, Simon Blackwell, Armando Iannucci, Tony Roche

Darsteller: Peter Capaldi, Tom Hollander, David Rasche, Mimi Kennedy, Anna Chlumsky, James Gandolfini

Quelle

Internet Movie Database

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