Kaffee - mehr als nur Genuss

Über die positive Wirkung der braunen Bohne

Kaffee kann mehr als nur gut schmecken. Die Wissenschaft beweist: In Maßen genossen, ist er Medizin. Und zeigt auch als natürliches Schönheits- und Hausmittel Stärke.

Kaffee ist nach wie vor das Lieblingsgetränk der Deutschen. Ob als Cappuccino oder Espresso - Kaffee ist aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken. Dabei kann er viel mehr als köstlich schmecken. Kaum ein zweites Genussmittel ist so gut erforscht wie der Kaffee respektive das Koffein - in Reinform ein weißes kristallines Pulver mit bitterem Geschmack. Es ähnelt einem körpereigenen Stoff - dem Adenosin. Das schützt uns vor Überanstrengung, indem es den Informationsaustausch zwischen den Zellen blockiert. Kaffee legt diesen Mechanismus lahm, kurbelt die Durchblutung an und schon sind wir in der Lage, Höchstleistungen zu vollbringen. Allerdings gewöhnt sich der Körper an diesen Effekt und so brauchen wir bei regelmäßigem Genuss immer mehr Koffein, um das gewünschte Resultat zu erzielen. Es heißt, der Schriftsteller und Philosoph Voltaire habe es auf 50 Tassen pro Tag gebracht.

Aberglaube

Trotz allen Wissens rund um den Kaffee hält sich der ein oder andere Mythos hartnäckig. Das Herz-Kreislauf-System soll er schädigen. Falsch - sagen dazu die Wissenschaftler. Selbst Bluthochdruckpatienten können bedenkenlos bis zu drei Tassen trinken.Auf der Internetseite www.kaffee-wirkungen.de kann man sich über die betreffende Studie und über weitere positive Wirkungen des Kaffees informieren.

Kaffee entzieht dem Körper übrigens auch keine Flüssigkeit. Wahr ist, laut Aussage von Johannes Mann (Berufsverband Deutscher Internisten), dass Koffein zwar eine diuretische Wirkung hat, also die Harnbildung anregt, dieser Effekt allerdings durch einen Gegenregulations-Mechanismus wieder ausgeglichen wird. Ein Gläschen Wasser zum Kaffee oder Espresso schadet trotzdem nicht, denn das Wasser sensibilisiert die Geschmacksnerven für das feine Aroma des Kaffees.

Kaffee als Medizin

In mehreren Studien (Ärzte Merkblatt: Kaffee & Diabetes) wurde nachgewiesen, dass Kaffee das Risiko senken kann, an Diabetes Typ 2 zu erkranken. Auch soll Kaffee die Qualität des Spermas verbessern. An der Universität Jena hat man erforscht, dass Koffein – direkt auf der Kopfhaut angewendet – gegen Haarausfall wirkt. Kaffee erhöht die Aufmerksamkeit, die Lern- und Erinnerungsfähigkeit des Gehirns. Und schon eine Tasse pro Tag, soll nach einer Studie von Forschern aus North Dakota den Cholesterinspiegel im Blut senken. Das wiederum kann im Alter vor Demenz schützen.

Vom Heilmittel zum Hausmittel

„Kaffeesatz macht schön!“, ein bekannter Rat aus Omas Zeiten, der auch heute noch gilt.

Wenn Sie braune Haare haben, dann verhilft eine Kaffeespülung den Haaren zu mehr Glanz. Kaffeesatz als Peeling beim Duschen verwendet, sorgt für eine angenehm weiche und straffe Haut. Für die zarte Gesichthaut empfiehlt es sich, die Kaffeekrümel mit Olivenöl statt mit Duschgel zu vermischen. Der Weichmacher-Effekt wirkt besonders gut auch bei rauen Händen. Und wenn Sie gerade die Autoreifen oder den Ölfilter Ihres Autos gewechselt haben, können Sie mit Kaffee den Schmierdreck einfach wegrubbeln. Kaffeesatz mit ein wenig Spülmittel vermischt, ergibt eine wunderbare Waschpaste, die nicht nur gut reinigt, sondern obendrein noch Ihren Geldbeutel schont.

Geruchskiller

Eine weitere hilfreiche Eigenschaft ist, dass frischer Kaffee Gerüche neutralisiert. Kühlschränke riechen wieder frisch, wenn Sie einen gebrauchten Kaffeefilter hineinlegen. Und im Auto eine Tüte mit frisch gemahlenem Kaffee über Nacht stehengelassen, vertreibt selbst hartnäckigen Nikotingeruch. Und wenn Sie gern kochen, es aber nicht mögen, dass die Wohnung danach so sehr nach Essen riecht, dann streuen Sie doch einfach ein wenig Kaffeepulver auf die Herdplatte oder das Ceranfeld, wenn diese noch heiß sind.

Kaffee kann also mehr als gut schmecken. Es ist ein Genuss für die Sinne, wenn die ersten Tropfen dunkelbraun in die Kanne oder Tasse tropfen oder der kleine Espressoautomat auf der Herdplatte dampft. Ein Urlaubsgefühl, ein Stück Bella Italia, Brasilien oder der Orient in den eigenen vier Wänden oder im Café um die Ecke. Ob als edler Arabica aus dem Hochland, als Robusta mit viel Sonne gereift oder in einer feinen Mischung. Rassig oder samtweich. Als Gourmetvariante oder einfach aufgebrüht. Die Vielfalt ist nahezu unendlich. Und wie sagte schon Oscar Wilde? „Nach einem guten Kaffee verzeiht man sogar seinen Eltern.“

Bitte beachten Sie, dass ein Suite101-Artikel generell fachlichen Rat - zum Beispiel durch einen Arzt - nicht ersetzen kann.

Jeannette Hagen, Jeannette Hagen

Jeannette Hagen - Als freie Journalistin und Autorin schreibe ich seit 2003 für Print- und Onlinemedien. Ich bewege mich überwiegend in den ...

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