http://harald-rossa.suite101.de/heinrich-iii--koenig-und-kaiser-aus-dem-geschlecht-der-salier-a130421In Italien stützte sich die Herrschaft von Konrad II. vor allem auf die Bischöfe vor Ort. Daher versuchte er die bedeutenden Bistümer mit Männern seines Vertrauens zu besetzen und so die beiden Reichsteile miteinander zu verbinden.
Nach 1030 gewannen die Untervasallen der Bischöfe an Macht und Einfluss. Die Bischöfe widersetzten sich dieser Entwicklung und zogen etliche Lehen ein. Das führte zu erheblichen Unruhen. Erzbischof Aribert von Mailand löste Ende 1035/Anfang 1036 mit radikalen Maßnahmen einem großen Aufstand aus.
Der Kaiser ist gefragt
Konrad II. sollte für eine Klärung der Verhältnisse in Italien sorgen. Im Dezember 1036 begann der Kaiser seinen zweiten Italienzug. Über Verona, Brescia und Cremona erreichte er Anfang 1037 Mailand. Dort wurde Konrad feierlich empfangen. Dann machte das Gerücht, Konrad wolle dem Erzbischof und der Stadt das Bistum Lodi entziehen, die Runde. Darauf zog Konrad sich nach Pavia zurück.
Hoftag in Pavia
In Pavia hielt Konrad II. in der zweiten Märzhälfte einen Hoftag ab. Dort erhob der Mailänder Graf aus dem Haus der Otbertiner Klage gegen den Erzbischof Aribert von Mailand. Dem warf er zahlreiche Rechtsbrüche beim Erwerb von Gütern und Rechtstiteln vor. Doch Aribert beharrte auf seinen Titeln. Konrad ließ ihn dann wegen Verletzung der Treuepflicht als Hochverräter verhaften. Der Kaiser ließ durch Aribert unrecht erworbene Güter zurückzugeben.
Aufstand der Bischöfe
Poppo von Aquileia und Herzog Konrad von Kärnten bewachten Aribert. Doch der konnte fliehen. Da ließ der Kaiser über ihn die Reichsacht verhängen und als Erzbischof absetzen. Die Bischöfe von Vercelli, Cremona und Piacenza unterstützten dann Aribert. Konrad ließ auch sie verhaften und schickte sie in die Verbannung.
Kampf gegen Mailand
Im Mai 1037 überschritt eine kaiserliche Streitmacht unter der Führung von Konrads Sohn Heinrich bei Piacenza den Po und zog gegen Mailand. Die Mailänder suchten die Entscheidung in einer offenen Feldschlacht. Doch der Kampf blieb ohne Sieger und beide Parteien zogen sich zurück. Konrad begann dann mit der Belagerung der Stadt. Die brach er im Sommer 1037 wegen großer Hitze ab.
Ein erstes Lehnsgesetz wurde von Konrad II. erlassen
Konrad II. erließ ein Lehnsgesetz. Dadurch sollten dem aufständigen Erzbischof die Vasallen entzogen werden. Am 28. Mai 1037 stellte der Kaiser eine Urkunde über die Regelung der Lehensverhältnisse aus. Mit ihr wurden erstmalig Fragen des Lehnsrechts durch Reichsrecht geregelt. Damit sollte um die sich greifenden Willkür der großen Lehnsherren, die über Reichsgut verfügten, eingedämmt werden. Diesen Lehnsherren (seniores) standen die beiden Gruppen der Capitane (maiores vasvassores) und der Valvassoren ( minores vasvassores) gegenüber. Nutznießer der Regelungen waren die maiores und minores vasvassores. So wurde festgelegt, dass keinem Vasallen ohne Urteilsspruch seines Standes sein Lehen entzogen werden dürfe. Außerdem durften nun die Valvassoren ihr Lehen erblich an Söhne oder Enkel weiterzugeben. Diese Regelungen markierten den Anfang eines Prozesses der Ausbildung des Ritterstandes ein.
Zug nach Südiatalien
Im Frühjahr 1038 zog Konrad II. nach Unteritalien. Er wollte dort die kaiserlichen Herrschaftsrechte zur Geltung zu bringen.
In Süditalien dehnte Pandulf IV. von Capua mit Gewalt seine Herrschaft aus. Besonders die weltlichen Nachbarn Neapel, Gaeta und Benevent und besonders die Mönche von Montecassino litten unter ihm. Von Spello rückte Konrad im April über Troia und Montecassino nach Capua vor. Dort hielt der Kaiser einen Hoftag ab. Pandulf IV. verlor sein Fürstentum und musste ins Exil nach Byzanz gehen. Fürst von Capua wurde Waimar IV. von Salerno. Der herrschte auch über Amalfi, Gaeta und Sorrent. Dazu gelang Konrad die Einbeziehung die Normannen in das unteritalienische Herrschaftsgebiet des Kaisers. Der Normannenführer Rainulf erhielt die Grafschaft Aversa. Damit wurde erstmals eine normannische Herrschaft im Reich anerkannt.
Rückkehr ins Reich unter hohen Opfern
Ende Mai trat Konrad II. über Benevent den Rückmarsch entlang der Adriaküste an. Im Juli verbreitete sich in seinem Heer eine Epidemie. Viele Soldaten und zahlreiche Fürsten starben. So auch Gunhild, die Gemahlin des Thronfolgers Heinrichs, und Herzog Hermann IV. von Schwaben. Konrad eilte angesichts der Verluste in Richtung Alpen.
Literatur zu Konrad II.
- Johannes Laudage: Die Salier. Das erste deutsche Königshaus, 3. Auflage, Beck München 2011, ISBN 978-3-406-53597-0
- Egon Boshof: Die Salier. 5. Auflage, Kohlhammer Verlag Stuttgart 2008, ISBN 3-17-020183-2.
- Stefan Weinfurter: Das Jahrhundert der Salier 1024–1125: Kaiser oder Papst?, Thorbecke Ostfildern 2008, ISBN 978-3-7995-4105-3
