Kaiser Wilhelm heißt der Apfel der Streuobstsorten 2011

Obststreuwiesen bieten vielfältige Lebensräume    - Ingrid Oertel
Obststreuwiesen bieten vielfältige Lebensräume - Ingrid Oertel
Streuobstwiesen sind in ihrer Vielfalt für Pflanzen und für Tiere unersetzlich.

Streuobstwiesen zählen aufgrund ihrer Strukturvielfalt zu den wichtigsten Lebensräumen für Pflanzen und für Tiere. Nicht nur aus ökologischer Sicht sind sie mit die letzten Biotope in unserer ausgeräumten Kulturlandschaft.

Obststreuwiesen haben vielfältige Funktionen

Sie verbinden auch die unterschiedlichsten Lebensräume miteinander. Jahrhundertelang prägten Obststreuwiesen entscheidend das Landschaftsbild. Noch heute gelten sie als Zeugnisse traditioneller ländlicher Lebensformen.

Einst gediehen dort robuste gesunde Obstsorten, die auch heute noch erhaltenswert sind. Vor allem Kern- und Steinobstsorten wuchsen auf den Streuobstflächen. Diese Wiesen mit den alten Bäumen funktionierten außerdem als Schattenspender wie auch als Windschutz in der freien Landschaft.

Einst sorgten sie einst mit ihren Obsterträgen für ein dringend benötigtes Zubrot der Menschen, deren Nahrungsangebot knapp bemessen war. Teilweise dienten sie aber auch früher schon dem erwerbsmäßig betriebenen Obstanbau.

Die alten Apfelsorten wie Kaiser Wilhelm sollen nicht in Vergessenheit geraten

Damit die alten Obstsorten nicht in Vergessenheit geraten, ernannte der Verband der Gartenbauvereine Saarland/Rheinland-Pfalz e.V. den Tafel- und Wirtschaftsapfel Kaiser Wilhelm zur Streuobstsorte des

Jahres 2011. Diese Apfelsorte kommt auf den Streuobstwiesen im Saarland, in Baden-Württemberg und in Rheinland-Pfalz noch recht häufig vor. Sie wird deshalb auch vom NABU-Bundesfachausschuss Streuobst in seinem "Hauptsortiment Streuobst" ausdrücklich zur Pflanzung empfohlen.

Was zeichnet die alte Apfelsorte Kaiser Wilhelm aus

Aus einem Sämling der Sorte Harberts Renette entstand im Jahre 1864 die Apfelsorte Kaiser Wilhelm. Früher zählte sie mit zu den am meisten angebauten Apfelsorten. An seiner Beliebtheit hat dieser Apfel bis heute nichts verloren. Er ist mittelgroß bis groß, seine Früchte sind meist leuchtend rot, etwas gestreift und mit kleinen Punkten bestückt. Die knackig frischen Äpfel laden buchstäblich zum Reinbeißen ein.

Die Apfelsorte Kaiser Wilhelm hat ein gelblichweißes Fruchtfleisch von fester Konsistenz. Sie schmeckt fein säuerlich und hat ein fein-fruchtiges Aroma.

Außer dem Frischverzehr ist dieser Apfel sehr gut zur Herstellung von Saft und Gelee, zum Brennen und zur Saftherstellung geeignet. Auch zum Backen ist die Sorte Kaiser Wilhelm bestens geeignet, denn sie behält ihre helle Farbe und bleibt bissfest. Die vielfältige Nutzungsmöglichkeiten der Früchte trägt sicherlich zu ihrer Beliebtheit mit bei. Besonders groß geratene Früchte neigen allerdings zu Fleischbräune und Stippe.

Welche Anbau-Bedingungen erfordert die Streuobstsorte Kaiser Wilhelm

Die stattlichen Bäume mit ihrer ausladenden Krone benötigen nährstoffreiche, nicht zu trockene Böden. Sie gedeihen am besten in etwas wärmeren Gegenden. Aber auch in höher gelegenen Regionen mit etwas rauerem Klima lässt sich dieser gesunde robuste Streuobstapfel noch anbauen. Doch nicht nur auf Streuobstwiesen, sondern auch für größere Gärten ist diese Apfelsorte gut geeignet.

Erntezeit ist von Ende September bis Mitte Oktober. Die Äpfel lassen sich gut einlagern bis zum März oder April des Folgejahres. Am besten haltbar bleiben die Früchte bei einer Lagertemperatur von etwa fünf Grad Celsius.

Ingrid Oertel, Matthias Oertel

Ingrid Oertel - Texterin und Journalistin Ich schreibe am liebsten über Natur- und Gartenthemen Mit der Kamera halte ich gerne spannende ...

rss