Der Kaiserstuhl ist ein kleines Vulkangebirge nahe den Vogesen in der Oberrheinebene zwischen Freiburg und Rheintal, es gehört zum badischen Wein-Anbaugebiet. Der Name "Kaiserstuhl" geht vermutlich auf Karolinger König Otto III. zurück, der in der Gegend im Jahre 994 eine Gerichtsstätte unterhielt, woraufhin das Gebirge Königstuhl getauft wurde. Nach der Krönung von Otto III. zum Kaiser, wurde auch das Gebirge in Kaiserstuhl umbenannt.
Wein-Anbau unter idealen Bedingungen
Der Kaiserstuhl bietet optimale klimatische und geologische Bedingungen, um Wein-Reben anzubauen. Entstanden ist der Kaiserstuhl im Miozän aus einem Vulkan, dessen Magma das Gestein in der Oberrheinebene zu einem kleinen Gebirge geformt hat.
Der Boden ist bedeckt mit einer Schicht aus Löß, der in der letzten Eiszeit aus dem Vorland der Gletscher ausgeweht und an den Erhebungen des Kaiserstuhls angelagert wurde. Lößböden enthalten eine Vielzahl an Mineralien, sie besitzen eine hohe Wasserspeicherfähigkeit und eine gute Luftzirkulation aufgrund ihrer Beschaffenheit. In Verbindung mit dem Vulkangestein finden Wein-Reben auf den Böden des Kaiserstuhls ideale Wachstumsbedingungen.
Das trockenheiße Klima der Region wird durch warme Winde vom Mittelmeer geprägt. Das Vulkangebirge liegt im Regenschatten der Vogesen, durch geringe Niederschlagsmengen sind die für Wein-Reben schädlichen Regenstaus praktisch unmöglich. Der Kaiserstuhl ist auch als Wärmeinsel der Oberrheinebene bekannt, es ist die wärmste und sonnenreichste Region in Deutschland und bietet hervorragende Bedingungen für denqualitativen und quantitativen Anbau von Wein.
Wein in großer Vielfalt
Die Menge an Wein, die im Kaiserstuhl angebaut wird, entspricht etwa einem Drittel der Gesamtmenge an badischem Wein. Hier liegt auch die größte Erzeuger-Weinkellerei Euopas.
Das Wein-Anbaugebiet umfasst eine Gesamtfläche von über 4.000 Hektar. Wein vom Kaiserstuhl ist vor allem für seine Vielseitigkeit bekannt, während sich Winzer an Mosel oder im Rheingau auf den Ausbau von Riesling konzentrieren, werden im Kaiserstuhl zahlreiche verschiedene Wein-Sorten angebaut und gekeltert. Aufgrund der überdurchschnittlich warmen Temperaturen, vergleichbar mit Wein-Anbaugebieten wie dem Elsass, Savoyen und der Loire, gedeien hier auch Wein-Trauben wie Burgunder, Silvaner, Chardonnay oder Gutedel, die sonst eher in Frankreich angebaut werden. Die bekannteste Wein-Sorte des Kaiserstuhl ist die Müller-Thurgau-Rebe, eine Kreuzung aus Silvaner und Riesling. Gekeltert wird Rotwein und Weißwein, vor allem Burgunder und Riesling aus dem Kaiserstuhl mit ihrem hohen mineralischen und gehaltvollen Geschmack erfreuen sich großer Beliebtheit. Der Wein aus dem Kaiserstuhl bietet eine so gute Qualität, dass es bereits einige Wein-Sorten aus der Region zum international ausgezeichneten Spitzenwein geschafft haben.
Geschichte des Wein-Anbaus am Kaiserstuhl
Erste Aufzeichnungen über den Anbau von Wein gehen bis in das 4. Jahrtausend vor Christus zurück. Am Kaiserstuhl enwickelte sich der Wein-Anbau mit dem Einzug der Römer. Gefördert durch Kaiser Karl den Großen entwickelte sich der Kaiserstuhl, neben den anderen bekannten Anbaugebieten zu einem der wichtigsten Wein-Regionen in Deutschland. Im 19. Jahrhundert war Baden mit 26.000 Hektar Rebfläche Deutschlands größtes Anbaugebiet. Die Rebfläche am Kaiserstuhl wurde zwischen 1955 und 1968 von 1.573 auf 4.000 Hektar ausgedehnt. Heute werden pro Jahr mehr als 350.000 Hektoliter Wein gekeltert, nach den Rekordernten der 80er Jahre wurde ein Anbaustopp beschlossen, so dass der Gesamtertrag stagniert.
Die Landschaft des Kaiserstuhl ist von Wein-Bergen geprägt und wird auch touristisch immer weiter erschlossen. Die badische Wein-Straße führt durch den Kaiserstuhl und bietet ein faszinierendes Szenario mit Blick auf die Vogesen und den Schwarzwald.
