
- Gute Bedingungen für kalte Blitze - Hans, pixabay
Schlägt ein Blitz während eines Gewitters in einen Gegenstand oder ein Gebäude ein, kann dies aufgrund der großen Hitzeentwicklung durchaus zu einem Brand führen. Es gibt jedoch auch Blitze, die nach einem Einschlag kein Feuer auslösen, sondern eher Schäden wie nach einer Explosion verursachen wie etwa zerborstene Fenster, abgesplitterte Gebäudeteile (Holzverkleidungen, Steine, Dachziegel), bei sehr kleinen Gebäuden wie Gartenlauben oder Blockbohlensaunen kann auch das Innere angekokelt und verrußt sein – obwohl es nicht zu einem offenen Brand gekommen ist. Über dieses Phänomen berichtet acht9-Redakteur Moritz Clauß. Die Sauna im Garten seines Elternhauses wurde offensichtlich durch einen kalten Blitz zerstört.
Folgen eines kalten Blitzes
Wie bereits angesprochen, kommt es beim Einschlag eines kalten Blitzes nicht zu offenem Feuer, sondern eher zu Verschmorungen und Schäden wie nach einer Explosion. Gleichwohl sind durch den Schlag eines kalten Blitzes eher elektrische und elektronische Geräte (Fernseher, Computer, Stereo-Anlage, Telefon, Herd et cetera) in Mitleidenschaft gezogen. Hierbei spricht man von so genannten Überspannungsschäden, weil die Geräte nur mittelbar durch den Blitz beschädigt oder gar zerstört wurden. Wird ein Baum von einem kalten Blitz getroffen, so ist dies meist gut an massiven Schäden im Stamm zu erkennen. Von den Überspannungsschäden sind jedoch nicht nur die elektrischen Geräte in dem Haus betroffen, das vom Blitz getroffen wurde, sondern in der Regel auch das elektrische Equipment in Häusern in der näheren Umgebung.
Rahmenbedingungen für das Auftreten eines kalten Blitzes
Logischerweise wird davon ausgegangen, dass die Gefahr eines Blitzschlages steigt, wenn gerade ein Gewitter über dem Wohnort tobt – je höher die Blitzrate, desto mehr steigt natürlich auch die Gefahr von Einschlägen. Kalte Blitze stehen jedoch nicht im Zusammenhang mit einem Gewitter, sondern können völlig losgelöst hiervon auftreten, zum Beispiel während eines Regenschauers oder länger andauerndem Regen, der nicht von Blitz und Donner begleitet wird. Auch der „Blitz aus heiterem Himmel“ ist denkbar.
Was ist ein kalter Blitz?
Thomas Sävert, Mitarbeiter der Unwetterzentrale in Bochum, ging in seinem Beitrag vom 30. Mai 2000 davon aus, dass ein kalter Blitz zwar eine hohe Elektrizität (bis 100.000 Ampere) aufweist, dass die Dauer der explosionsartigen Lufterhitzung jedoch viel zu kurz ist – nämlich nur wenige hundertstel oder tausendstel Sekunden – um das Material, das er trifft, trotz großer Hitzeentwicklung zu entzünden. Aus diesem Grunde lösen kalte Blitze eher Überspannungsschäden im Leitungsnetz und explosionsartig anmutende Schäden aus als offene Brände, die eher für „heiße Blitze“ typisch sind. Heiße Blitze weisen zwar ebenfalls eine hohe Stromstärke auf, dauern aber länger als ein kalter Blitz, sodass sie bei entsprechender Stromstärke und daraus resultierender Hitzeentwicklung ein Feuer auslösen können. Heiße Blitze dauern zwar auch nicht länger als Sekundenbruchteile, jedoch in Relation gesehen wesentlich länger als kalte.
Ergänzt wird diese Erklärung noch durch weitere User der Homepage. Kalte Blitze entladen sich bevorzugt in Bauteilen, in denen eine gewisse Feuchtigkeit vorherrscht (Wände, Kamine, Dächer) beziehungsweise die durch den Regen weiter befeuchtet wurden. Durch die Stromstärke des Blitzes und die daraus resultierende starke Hitzeentwicklung entsteht binnen Nanosekunden explosionsartig Wasserdampf, der unter Umständen sogar Dachziegel oder ganze Gebäudeteile absprengen kann. Vergleichbar ist dies mit einem Teekessel, in dem Wasser erhitzt wurde, und bei dem die Dampfpfeife irgendwann abspringt, wenn der durch den Wasserdampf entstandene Druck zu groß geworden ist und der Kessel vorher nicht vom Herd genommen wurde. Allerdings findet dieser Prozess beim kalten Blitz natürlich in Zeitraffer binnen Bruchteilen von Sekunden statt.
Unterscheiden sich kalte und heiße Blitze äußerlich voneinander?
Rein äußerlich sind heißer und kalter Blitz nicht voneinander zu unterscheiden, lediglich im Falle eines Einschlags gibt die Art der Schäden Auskunft darüber, ob es sich um einen heißen oder kalten Blitz gehandelt hat. Egal, ob kalter oder heißer Blitz: gefährlich sind sie beide.
Quellen:
- Unwetterzentrale Bochum
- acht9 - die Jugendseite der Südwestpresse
----------------------------------------
Bildnachweis:
Regenschauer Grand Canyon; Gewitterwolken: © Hans, pixabay
Vom Blitz gespaltener Baum: © Lucky Luke, pixabay
