
- Das Auge isst mit - Sigrid Stephenson
Das Auge isst mit, denn wer äße schon gern blauen Blumenkohl? Mit wenig Aufwand lässt sich zum Abendbrot ganz schnell eine vitaminreiche bunte Platte dekorieren.
Am liebevoll dekorierten Tisch mit der ganzen Familie essen
Gemeinsame Mahlzeiten sind in vielen Familien so schön wie selten. Den Tisch liebevoll zu decken, das lohnt aber auch, wenn man nur zu zweit oder allein isst. Der Mehraufwand ist gering. Eine schön dekorierte Mahlzeit ist gut für die Seele und anregend für Appetit und Verdauung. Grund genug, sich öfter einmal Mühe damit zu geben, auch wenn nicht gerade Geburtstag oder Weihnachten ist.
Feldsalat oder Rapunzel als Grundlage für kalte Platten, Käseplatten, Wurstplatten, Schinkenplatten oder dekorative Platten mit Räucherlachs, Forellen und anderem Fisch
Feldsalat, auch Rapunzel genannt, ist eine gute und dekorative Grundlage für eine bunte Platte. Wählen Sie einen großen runden oder ovalen Teller aus. Er kann aus Glas sein, aus Holz oder aus Keramik. Legen Sie den Teller dicht an dicht mit Feldsalat aus. Der Salat sollte zuvor gründlich gewaschen und in der Salatschleuder trocken geschleudert worden sein. Die dunkelgrüne Farbe kontrastiert wunderbar mit alles, was rot wie Schinken, orange wie Kürbis oder Kaviar, oder cremefarben wie Käse ist. Sie hebt die schillernden Schuppen eines Makrelenfilets ebenso hervor wie mit Fleischsalat gefüllte gelbe oder rote Tomaten.
Eine gute Farbzusammenstellung beim Essen macht Appetit
Die Farbauswahl ist also wichtig. Komplementärfarben, wie Rot und Grün, bringen sich gegenseitig zum Leuchten, das gilt nicht nur in der Malerei. Auf den vorbereiteten "grünen Boden" kommen also fruchtige und pikante Zutaten, die sich farblich abheben. Sehr gut passen:
- in Viertel geschnittene Tomaten
- rote Paprikaschnitze
- rote und gelbe Paprika im Wechsel - so ergeben sich zusammen mit dem Feldsalat Ampelfarben
- als Obst eignen sich filetierte Orangenstücke, eine in Spalten geschnittene Khaki oder Sharonfrucht, Andenbeeren oder große Pflaumen
- Briestücke bringen helle Farbtupfer ins Arrangement
- runde Wurstscheiben halbieren, zu kleinen Tüten drehen und einfügen
- Käsewürfel, jeweils mit einer Weintraube aufgespießt
Häppchen wie Käsetürmchen mit Pumpernickel oder Fliegenpilze mit Mayonnaise in Anlehnung an die Sechziger Jahre
Buffets schmecken immer - im Herbst., in der Weihnachtszeit und natürlich auch als Silvester-Buffet. Schon bei unseren Eltern und Großeltern beliebt waren Käsetürmchen. Auch die sind ganz schnell gemacht: Mehrere Scheiben Vollkornbrot oder Pumpernickel werden mit Margarine, Butter oder Landrahm bestrichen. Darauf wird Schnittkäse in beliebiger Sorte gelegt. Die mittleren Brotscheiben werden von beiden Seiten gebuttert. Etwa fünf Brotscheiben werden aufeinander gesetzt und mit einem scharfen Messer in quadratische Türmchen geschnitten.
Hart gekochte Eier machen sich als Viertel oder halbiert gut. In den Sechziger Jahren modern waren "Fliegenpilze". Dazu bekamen ganze gekochte Eier einen Hut aus einer Tomatenkappe, die mit Tupfern aus der Mayonnaisentube verziert wurden.
Frische Kräuter, wie Petersiliensträußchen, Basilikumblätter oder klein geschnittener Schnittlauch schmecken gut, bringen zusätzliche Vitamine. Trocken in der Pfanne geröstete Sonnenblumenkerne liefern Geschmacks- und Vitalstoffe. Es sieht hübsch aus, sie zum Schluss über die kalte Platte zu streuen. Auch Walnusshälften liefern wertvolle Nährstoffe.
Mit einer pikanten Suppe als Sattmacher und Vollkornbrot mit Nussbutter wird eine komplette Mahlzeit draus
Wer eine herzhafte Suppe als Entrée anbietet, hat zum Abendessen mit Suppe und kalter Platte als Ergänzung schnell ein komplettes Gericht zusammen. Für besonders hungrige Mäuler empfiehlt sich zum Beispiel eine Tomaten-Paprika-Suppe mit Hackfleischbällchen oder eine Porreesuppe mit Schmelzkäse. Selbst gebackenes Vollkornbrot mit Nussbutter rundet die Sache ab.
Auch wenn gerade Berufstätigen der Sinn nicht jeden Abend nach kalten Platten stehen wird, selbst wenn wenig Arbeit damit verbunden ist, so ist die Berücksichtigung von Farben bei der Zusammenstellung der Mahlzeiten doch wichtig. Manchmal genügt es schon, zwei Tomatenspalten oder etwas geraspelte Möhre als Farbtupfer beizusteuern. Dieser Anblick fördert den Appetit und damit zugleich die Verdauung. Denn wem schon beim Hingucken das Wasser im Munde zusammen läuft, der beginnt mit kräftiger Speichelproduktion bereits mit der Vorverdauung.
