Die Lessingstadt Kamenz in der westlichen Oberlausitz trägt auch den sorbischen Namen Kamjenc. Das heißt wörtlich übersetzt „Kleiner Ort am Stein“. Die Stadt liegt am Übergang von der flachen Teichlandschaft im Norden und dem Lausitzer Bergland im Süden der Stadt. Aus den Bergen kommend fließt die Schwarze Elster durch Kamenz in Richtung Norden.

Sehenswürdigkeiten in Kamenz

Der Beitrag „Sehenswürdigkeiten in Kamenz in der Oberlausitz“ führt die wichtigen Sehenswürdigkeiten der Stadt an.

Museen in Kamenz

Das Geburtshaus von Gotthold Ephraim Lessing fiel einem Brand zum Opfer. Kamenzer Bürger errichteten ein repräsentatives Gebäude, in dem sich seit 1931 das Lessing-Museum befindet. Das widmet sich der Person, dem Werk und dem Wirken Lessings.

Das Museum der Westlausitz zeigt Sammlungen zur Zoologie, Geologie, Botanik, Archäologie und Kulturgeschichte der Region.

Das Sakralmuseum in der Klosterkirche St. Annen präsentiert ein einzigartiges Ensemble von fünf spätgotischen Schnitzaltären, neu entdeckte mittelalterliche Wandmalereien und sakrale Schätze.

Das Steinbruchmuseum mit Schauanlage in Häslich berichtet über die Geschichte der Granitindustrie in der westlichen Oberlausitz. In einer Schauanlage wird die Technik zur Förderung, Bearbeitung und Verladung des Gesteins gezeigt. Im Museum sind u. a. Werkzeuge und Kleingeräte neben Schriftstücken, Fotos, Gemälden, Zeichnungen, Modellen und Anschauungstafeln. Dann gibt es einen 1.100 Meter langen Lehrpfad führt um den einstigen Kesselbruch.

Theater in Kamenz

Die Stadt Kamenz betreibt ein Theater. Das 1999 wieder eröffnete Haus bietet neben Schauspiel für Kabarett, und musische Aufführungen.

Zur Geschichte von Kamenz

Um 1190 begründete Bernhard von Vesta Kamenz. Um 1215 kam es unter Bernhard II. zum Neuaufbau und zur Erweiterung der Siedlung. 1225 wurde Kamenz als „oppidum" bezeichnet. 1346 wurde der Oberlausitzer Sechsstädtebund mit den Städten Bautzen, Löbau, Zittau, Görlitz und Lauban gegründet.

Zwischen 1421 und 1434 fielen Hussiten wiederholt über die Städte der Oberlausitz her und verwüsten sie. Kamenz wurde 1429 erobert. 1547 verloren die Städte des Oberlausitzer Sechsstädtebundes im so genannten Pönfall ihre Privilegien und mussten hohe Strafgelder an den Kaiser zahlen.

Der Dreißigjährige Krieg brachte wiederholt schwere Lasten für die Oberlausitz. 1620

unterwarf Kamenz sich dem Sächsischen Kurfürsten Johann Georg I. Der erhielt 1635 nach dem Prager Friedensvertrag die Oberlausitz von der böhmischen Krone als Pfand.

Am 22. Januar 1729 kam Gotthold Ephraim Lessing in Kamenz zur Welt.

1835 begann der Abbruch der Stadtbefestigung. 1871 wurde die Eisenbahnverbindung von Kamenz nach Radeberg eröffnet. 1875 wurde Kamenz Sitz einer Amtshauptmannschaft.

Am 7. Mai 1945 erfolgte die kampflose Übergabe der Stadt an die Rote Armee.

Lage und Anreise

Kamenz liegt in der westlichen Oberlausitz am Fuße des Hutberges. Die Landschaft im Norden der Stadt wird von flachwelliger Heide geprägt. Die steigt gen Süden relativ rasch an und verändert sich zu einem Mittelgebirge.

Die nächstgelegene Autobahnanschlussstelle ist Burkau an der A 4.

Von Kamenz führen Bahnstrecken nach Lübbenau und Pirna. Im Stundentak gibt es eine Regionalbahn nach Dresden.

Am nordöstlichen Stadtrand befindet sich der Flugplatz Kamenz.

Literatur

  • Tino Fröde: Privilegien und Statuten der Oberlausitzer Sechsstädte – Ein Streifzug durch die Organisation des städtischen Lebens in Zittau, Bautzen, Görlitz, Löbau, Kamenz und Lauban in der frühen Neuzeit. Oberlausitzer Verlag Spitzkunnersdorf 2008, ISBN 978-3-933827-88-3

Steckbrief von Kamenz

  • Bundesland: Sachsen
  • Landkreis: Bautzen
  • Verwaltungsgemeinschaft: Kamenz-Schönteichen
  • Höhe: 173 Meter über Normal Null
  • Fläche: 53,2 Quadratkilometer
  • Einwohner am 31.12.2011: 16.817
  • Stadtgliederung in Kernstadt und 7 Ortsteile: Bernbruch, Deutschbaselitz, Jesau, Lückersdorf-Gelenau, Thonberg, Wiesa und Zschornau-Schiedel
  • Anschrift der Stadtverwaltung: Markt 1, D-01917 Kamenz
  • Touristeninformation: Schulplatz 5, D-01917 Kamenz, Fon +49 (0)3578 379205, Mail kamenzinformation@kamenz.de
  • Städtepartnerschaften: Alzey in Rheinland-Pfalz, Kolin in Tschechien, Karpacz (Krummhübel) in Polen

Quellen

  1. Stadt Kamenz
  2. Evangelisch-Lutherische Kirchgemeinde Kamenz
  3. Lessing-Museum Kamenz
  4. Museum der Westlausitz