Wenn Kopfläuse (lat. pediculus humanus) auftauchen, kommt es in Kindergärten, Schulen und Haushalten oft zu verzweifelten Situationen: Es werden wie wild Haare gewaschen und mit Nissenkämmen durchforstet, ganze Haushalte gereinigt und die Suche nach dem Verursacher geht los. Für Antiläusemittel und Nissenkämme wird sehr viel Geld ausgegeben und man bekommt die verrücktesten Ratschläge, wie man die Plagegeister eliminieren kann. Doch die Parasiten kann man auch auf schonende Art und Weise loswerden.
Das Wichtigste vorweg: Kopfläuse haben nichts mit der Körper- oder Haushaltshygiene zu tun. Läuse fühlen sich auch auf dem saubersten Kopf wohl.
Wie und wo steckt man sich mit Kopfläusen an?
Übertragen werden sie durch direkten Kopf-zu-Kopf-Kontakt, Läuse können aber nicht springen. Läusebefall ist sehr ansteckend, nur durch strenge Hygienemaßnahmen innerhalb des eigenen Haushaltes, z.B. Bettwäsche wechseln und Kopfbehandlungen, kann man den Läusen Herr werden.
Folgen des Läusebefalls
Alle 3 Stunden sticht die Laus mit ihrem Rüssel zu, um Blut zu saugen. Folgen können sein:
- Juckreiz
- Entzündungen
- Eitrige Hautausschläge
- Lymphknotenschwellung (selten)
Wichtige Informationen über Nissen
Nissen sind die unausgeschlüpften Eier der Laus und sind sehr schwer von Kopfschuppen zu unterscheiden. Als Nisse wird normalerweise eine leere Eihülle bezeichnet, allerdings benennt der Volksmund das Ei der Kopflaus in allen Stadien so. Kennzeichen von Nissen sind:
- Farbe: durchsichtig oder braun
- Eier kleben im Haar
- Ca. 0,8 mm lang
- Schlüpfen der Läuse nach 7-10 Tagen
Wichtige Informationen über Läuse
- Läuse sind nach 7-10 Tagen ausgewachsen und geschlechtsreif
- Weibchen legen 10 Eier täglich
- Lebensdauer Weibchen: 30 bis 35 Tage
- Lebensdauer Männchen: 15 Tage
- 2-4 mm groß
- Nach dem Schlupf transparent
- Nach der ersten Blutmahlzeit rot, später braun
- Ohne Blut leben sie 2 Tage
- 6 Beine mit Klauen
- Können nicht fliegen oder springen
- Optimale Lebensbedingungen bei 28°C
Chemiefreie Bekämpfung der Kopfläuse
Englische Methode: Die Haare mit einer herkömmlichen Haarspülung oder Kur behandeln. Die "Bug Busting Methode" wurde in vielen Studien dokumentiert und belegt, dass diese eine zuverlässige Behandlung bei Befall von Kopfläusen ist.
- Kur einwirken lassen, so wird das Atemsystem der Läuse gelähmt
- Haare mit Nissenkamm durchkämmen, Läuse bleiben wehrlos im Kamm hängen
- Haarspülung macht das Haar gleitend, daher ist das Durchkämmen mit dem feinen Nissenkamm schmerzlos
- Ausgestrichene Läuse und Nissen sind auf einem herkömmliche Küchentuch besser zu erkennen
- Methode sollte einmal wöchentlich bis zur Befallsfreiheit wiederholt werden
Weitere Methoden bei der erfolgreichen Bekämpfung von Kopfläusen
- Haare mit Nissenkamm auskämmen
- Haare mit insektizidhaltigen (Insektengift) Shampoos,Gel oder Sprays behandeln
- Spülung mit Essig, zur leichteren Entfernung der Nissen
- Vollständige Rasur des Kopfes
Die Bekämpfungsmethoden sollten streng nach Vorgabe befolgt werden. Bei der Anwendung des Läusegifts sind eine oder mehrere Wiederholungsbehandlungen anzuraten. Das Gift wirkt ausschließlich bei den lebenden Läusen und tötet sie ab, jedoch nicht auf die Nissen. Sollte man nicht nachbehandeln, paaren sich die frisch geschlüpften Läuse neu und die Behandlung war erfolglos.
Behandlung von Gegenständen
Die im Haushalt befindlichen Gegenstände (zum Beispiel: Bettwäsche, Kuscheltiere, Handtücher, Mützen, Schals), welche intensiv mit dem Kopf in Kontakt stehen, müssen auch intensiv behandelt werden. Bei diesen Gebrauchsgegenständen muss allerdings keine Chemie eingesetzt werden.
- Wäsche bei 60°C waschen oder für 15 Minuten in den Trockner
- Wäsche in einen großen Plastikbeutel einschließen und mindestens 4 Tage bei Zimmertemperatur verschlossen lassen
- Wäsche für einen Tag in der Gefriertruhe einfrieren
- Absaugen der Polstermöbel, Teppiche und von Autositzen
Bitte beachten Sie, dass ein Suite101-Artikel generell fachlichen Rat - zum Beispiel durch einen Arzt - nicht ersetzen kann
Quellen:
Mehlhorn Heinz, Peters Werner: Diagnose der Parasiten des Menschen, einschließlich der Therapie einheimischer und tropischer Parasitosen. Fischer-Verlag, Stuttgart, 1983
Herrmann Feldmeier: Pediculosis capitis - Die wichtigste Parasitose des Kindesalters. In: Kinder- und Jugendmedizin, 2006
