
- Durch Krafttraining werden die Muskeln dicker - Christian Riedel
Wer seine Muskeln trainiert, stellt schnell fest, dass die Muskeln wachsen und das Fett schmilzt - eine gesunde Ernährung vorausgesetzt. Insofern kann man natürlich glauben, dass aus den Fettzellen Muskelzellen werden. Doch wie so viele andere Fitnessmythen ist das nur ein Gerücht.
Was passiert beim Krafttraining?
Durch Krafttraining belastet man seine Muskeln auf eine Art, die diese so nicht gewohnt sind. Also versuchen die Muskeln, sich an die ungewohnte Belastung anzupassen. Dabei ist es eher sekundär, ob man die Schnellkraft, Maximalkraft oder Kraftausdauer nutzt. Der Muskel wird überlastet. Dieser reagiert mit Anpassung, damit er auf die nächste Belastung vorbereitet ist. Man baut also Muskelmasse auf. Dies tut er nach dem Prinzip der Superkompensation aber nicht beim Krafttraining, sondern in den Trainingspausen.
Das Prinzip der Superkompensation
Das Prinzip der Superkompensation besagt, dass Muskeln auf eine Belastung reagieren, indem sie versuchen, sich an die ungewohnte Beanspruchung anzupassen. Vereinfacht gesagt, werden die Muskeln kräftiger, wenn man Krafttraining macht. Trainiert man die Kondition, wird die Ausdauerfähigkeit verbessert. So versucht der Körper, auf ungewohnte Reize besser reagieren zu können. Dies funktioniert aber nur in den rund 48 Stunden nach einem Training. Daher sollte man immer 1-2 Tage pausieren, bevor man eine entsprechende Muskelgruppe erneut belastet.
Was passiert im Muskel?
Damit der Muskel mehr Kraft entfalten kann, wächst der Muskelquerschnitt. Der trainierte Muskel wird also dicker, was für viele Athleten ja auch das Ziel des Krafttrainings ist. Man spricht von Muskelhypertrophie. Es gibt auch Theorien, die an die Bildung neuer Muskelfasern glauben (Muskelhyperplasie). Doch diese Theorien sind stark umstritten, da man eine Vermehrung von Muskelfasern beim Menschen noch nicht nachweisen konnte.
Was passiert mit den Fettzellen?
Mit den Fettzellen geschieht so ungefähr das Gegenteil. Sie schrumpfen in sich zusammen. Man kann sich eine Fettzelle wie einen Luftballon vorstellen, aus dem langsam die Luft entweicht. Die Zellen bleiben zwar im Gewebe, doch da das Fett durch das Krafttraining verbrannt wird, sind sie nicht mehr so dick und fallen weniger auf. Die Zahl der Fettzellen bleibt aber gleich. Die einzige Möglichkeit, Fettzellen loszuwerden, wäre durch eine Fettabsaugung.
Können sich Zellen umwandeln?
Durch Krafttraining werden die Muskelzellen also dicker und die Fettzellen schrumpeln zusammen. Es bleibt die Frage, ob sich Zellen umwandeln können. Doch das kommt im Organismus so gut wie nicht vor. Tatsächlich gibt es bestimmte Muskelfasern, die sich umwandeln können. Doch diese ändern sich auch nur in ihrer Funktionsweise. So können aus schnellkräftigen ausdauernde Muskelfasern werden. Die grundlegende Funktion einer Zelle kann sich nicht ändern. Fettzellen bleiben Fettzellen und Muskelzellen bleiben Muskelzellen. Eine Umwandlung ist nicht möglich.
