
- Karl-Theodor zu Guttenberg als Kuchenminister - anonym
Am Sonntag, 5. Februar 2012, verbreitete sich die Nachricht wie ein Lauffeuer: Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg wird neuer Kuchenminister. Es handelt sich natürlich um einen Scherz, den unbekannte Hacker mit der Homepage des CSU-Politikers trieben. Dieser Fake hatte bereits ein Vorspiel. Am Donnerstag zuvor hatten Netzaktivisten zu Guttenberg in einem Berliner Café überrascht und ihm in Slapstick-Manier eine Torte ins Gesicht geworfen.
Guttenberg nimmt die Tortenattacke mit Gelassenheit
Nach dem Überraschungsmoment war Karl-Theodor zu Guttenberg aber nicht empört, sondern nahm die Aktion der Gruppierungen "Hedonistische Internationale" und "Anonymous" mit Humor und leckte sich die Finger. Später zeigten die Tortenwerfer Reue und bedauerten, dass zu wenig Sahne in der Torte war. Es geschah in einem Café im Berliner Stadtteil Friedrichshain. Zu Guttenberg hatte sich dort zu einem Gespräch mit dem Blogger Stephan Urbach von der Piratenpartei getroffen. Er hatte dieses Treffen in seiner Eigenschaft als Internetfreiheits-Beauftragter der EU-Kommission vereinbart.
Der Ex-Verteidigungsminister lässt sich auf Facebook aus
Das Wurfgeschoss in Form einer Tiefkühltorte "Schwarzwälder Kirsch" traf Guttenberg mitten ins Gesicht. Die Netzaktivisten haben die Attacke in einem Video festgehalten und auf der Webseite der "Hedonistischen Internationale" veröffentlicht. Urbach verhehlte seine Anerkennung für den CSU-Politiker nicht. „Er nahm es recht locker“, schrieb er in seinem Blog. Seinem Ruf, die Medien für seine Zwecke zu nutzen, wurde der Ex-Verteidigungsminister auf seiner Guttenberg- Facebook-Seite gerecht. Er kommentierte die Unbill des ungewollten Tortengenusses noch am selben Abend: „Hurra, eine Tortenattacke! Ich dachte schon, ich würde in Friedrichshain verhungern. Zwei Aktivisten hatten gottlob mit mir Erbarmen. Eine wunderbare Schwarzwälder Kirschtorte. Beim nächsten Mal dann gerne Käsesahne!“ Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten. Der Beitrag wurde rund 800 Mal geteilt, erhielt fast 11.000 "Likes" und über 2.000 Kommentare.
Die Kuchengesetze der Bundesrepublik strikt einhalten
Es ist davon auszugehen, dass die Hacker derselben Szene entspringen wie die Tortenwerfer. Sie setzten eine Fotomontage mit zu Guttenbergs früherem Konterfei (Brille und Gelfrisur) auf die Homepage des Ex-Verteidigungsminters und verzierten seinen Kopf mit einer Torte. Dazu schrieben sie den Text:
"Mit Freude geben wir bekannt, dass Karl-Theodor zu Guttenberg am heutigen Tag zum Bundeskuchenminister ernannt wurde. In seiner Antrittsrede betonte er: 'Ich werde dies mit all meinem Wissen und Gewissen ausüben und stehe den neuen Aufgaben positiv gegenüber welche mich begleiten werden. Als Bundeskuchenminister ist es meine Aufgabe, die Kuchengesetze der Bundesrepublik Deutschland zu wahren und dafür zu sorgen, dass wir auch weiterhin in Frieden essen können'."
Noch einige Wochen zuvor waren neue Plagiatsvorwürfe gegen zu Guttenberg erhoben worden. Im März 2011 war der Ex-Verteidigungsminister wegen seiner abgeschriebenen Doktorarbeit von seinem Posten zurückgetreten. Die Uni Bayreuth hatte zu Guttenberg eine vorsätzliche Täuschung vorgeworfen.
Quellen:
- Homepage von Karl-Theodor zu Guttenberg
- welt-online
- Homepage der Hedonistischen Internationale
