Karl-Theodor zu Guttenberg: Vorerst gescheitert

Karl-Theodor zu Guttenberg inszeniert Comeback - Collage:Ruth Weitz
Karl-Theodor zu Guttenberg inszeniert Comeback - Collage:Ruth Weitz
Am 29.11.2011 erschien Karl-Theodor zu Guttenbergs Buch "Vorerst gescheitert". Ein politisches Comeback plant der Freiherr aus Franken zunächst nicht.

Mit neuem Outfit, ohne Brille und mit flottem Haarschnitt, der ohne Styling-Gel auskommt, präsentiert sich Freiherr Karl-Theodor zu Guttenberg der Öffentlichkeit. Sein mediales Comeback ist in vollem Gange, am 29. November 2011 wurde sein im Herder Verlag erschienenes Buch "Vorerst gescheitert" auf den Markt geworfen. "Vorerst gescheitert" ist in den Buchhandlungen zum Preis von 19,99 Euro zu erwerben. Die erste Auflage ist bereits ausverkauft. Zu Guttenbergs Rückkehr in die Politik ist sicher, wenn man den Prognosen seriöser Gazetten glauben darf. Der Ex-Verteidigungsminister scheint nicht geläutert, zumal das Verfahren gegen ihn wegen der Plagiatsaffäre eingestellt wurde. 20.000 Euro, Peanuts für den schwer reichen Adligen, muss zu Guttenberg an die Deutsche Kinderkrebshilfe zahlen.

Horst Seehofer und Ilse Aigner kritisieren zu Guttenbergs Tiraden

Karl Theodor zu Guttenbergs Äußerungen in seinem Druckwerk und sein forsches Auftreten in Kanada, wo er in einer Talk-Runde Kritik an der Europa-Politik Deutschlands äußerte, lassen allerdings einigen CSU-Spitzenpolitikern den Kamm schwellen. CSU-Parteichef Horst Seehofer zeigte sich über zu Guttenbergs Aussagen mental verschnupft und kommentierte dessen Tiraden mit dem Satz: „Diese Art und Weise, andere herabzusetzen, um sich selbst zu erhöhen, geht so aber nicht“. Weiterhin wird Seehofers Kommentar über zu Guttenbergs Kritik an der Europapolitik der Bundesregierung im Spiegel zitiert: "Wenn Karl-Theodor zu Guttenberg die Regierung wegen der Euro-Rettung kritisiert, darf ich ihn daran erinnern, dass er bis vor acht Monaten als Bundesminister Teil dieser Regierung war und diese Maßnahmen mit vertreten hat." Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner bezweifelt ebenfalls, dass sich ihr fränkischer Parteifreund einen Gefallen mit seiner Kritik an der Europapolitik getan hat.

72 Prozent der Deutschen bezweifeln, dass zu Guttenbergs Plagiat ein Versehen war

Im Online-Portal „derwesten.de“, ein Medienprodukt der WAZ-Gruppe, wird in der Ausgabe vom 27. November 2011 eine Umfrage zitiert, wonach 45 Prozent bundesdeutsche Wähler „KT“ – so der Nickname zu Guttenbergs - wieder in einer führenden politischen Position sehen wollen. Allerdings nehmen ihm nur 72 Prozent ab, dass er seine Doktorarbeit, die ihm die Uni Bayreuth aberkannt hatte, aus Versehen abgeschrieben hat. Über die Plagiatsaffäre war der ehemalige Verteidigungsminister gestürzt. Zunächst wurde zu Guttenberg im Februar 2011 der Doktortitel aberkannt. Dann trat er, nachdem der öffentliche Druck immer größer wurde, als Verteidigungsminister zurück und legte nach und nach alle Mandate und Funktionen in der CSU nieder. Im Sommer 2011 war zu Guttenberg mit seiner Familie nach Connecticut in die USA gezogen, hatte aber unmissverständlich klar gemacht, dass es nur ein Rückzug auf Zeit sein wird. Ob er wieder auf die politische Bühne zurückkehren wolle, ließ er damals offen.

Karl-Theodor zu Guttenberg plant zunächst kein politisches Comeback

Zwar deutet alles darauf hin, dass Karl-Theodor zu Guttenberg gezielt auf ein politisches Comeback hinarbeitet, doch ein Bundestagsmandat peilt er vorerst nicht an. Eine Nominierung in seinem früheren Wahlkreis hat er im Januar 2012 abgewiesen. In seinem Buch „Vorerst gescheitert“, das am 29. November 2011 erschien, peilt zu Guttenberg an, die Bestseller-Listen zu stürmen. Das Druckwerk wurde im Wochenmagazin „Der Spiegel“ vorab analysiert. Der „Spiegel“ resümiert, dass der Ex-Verteidungsminister äußerst abfällig mit seinen Parteikollegen und der politischen Szene allgemein umgeht. Der Freiherr aus Franken spricht von „erschütternder Unkenntnis bis in die politischen Spitzen hinein“, will heißen: Sogar Spitzenpolitiker haben keine Ahnung von dem, über das sie reden und entscheiden. Weiterhin hat sich zu Guttenberg in dem in dem Wochenmagazin „Die Zeit“ vorab veröffentlichten Interview mit Chefredakteur Giovanni di Lorenzo keineswegs geläutert gezeigt und beharrt weiterhin darauf, dass die plagiierte Doktorarbeit ein Versehen und einer enormen Mehrfachbelastung geschuldet sei. Dabei hatte die Uni Bayreuth zu Guttenberg als Fälscher entlarvt. Das Buch "Vorerst gescheitert" basiert auf dem Interview, das Giovanni die Lorenzo mit zu Guttenberg geführt hatte.

Weitere Guttenberg-Plagiate aufgedeckt

GuttenPlag-Wiki, die Internet-Plattform, wo Guttenbergs Doktorarbeit nach Plagiaten untersucht und der Skandal aufgedeckt wurde, der zur Aberkennung des Doktortitels und zum Rücktritt Karl-Theodor zu Guttenbergs vom Amt des Verteidigungsministers führte, hat weitere Plagiate des Politikers aus dem Landkreis Kulmbach aufgedeckt. Bereits im Jahr 2004 hatte zu Guttenberg in einem Aufsatz von Anderen abgeschrieben.

Quellen:

Ruth Weitz, © Ruth Weitz

Ruth Weitz - Ruth Weitz, freie Journalistin, Obernburg am Main. Presse- und PR-Arbeit. Foto-Aufnahmen. Ich habe Schreiben zu meiner Profession ...

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