
- Grasser - Licht ins Dunkel - mike stoifl
Es ist fast schon heikel für den Ex-Saubermann der Nation. Wie auch immer, zur Zeit muss man es noch sagen, wenn auch immer wieder mit süffisantem Lächeln wie in der ZIB 1, ZIB 2, ZIB 24; auf jedem Privatsender und überhaupt. Darum jetzt groß, fett und voller Überzeugung:
Es gilt die Unschuldsvermutung!
Rufzeichen selbstverständlich, jedoch sollte auch der Hinweis auf die Ironie dieses Satzes im Zusammenhang mit dem “besten Finanzminister aller Zeiten“ – kurz “BeFinaZ“ nicht fehlen. Tatsache auch, dass der in jedem Bericht in der Causa verwendete Sinnspruch inzwischen nur noch ein mitleidiges Lächeln erzeugt und dem ORF wichtige Nachrichtensendezeit stiehlt.
Unbestritten: Da fließen knapp zehn Millionen Euro Provision; nach Aussagen des Grasser-Vertrauten Hochegger gegenüber der Justiz kam der entscheidende Tipp von Walter Meischberger und für entscheidende Tipps sind zehn Millionen sicher angemessen.
Nur, und immer noch glauben wir an die Unschuld des BeFinaZ, wie wird zurückverrechnet, wie hat jetzt auch der BeFinaZ etwas von dem Deal? Man nehme an, Herr Grasser hat Herrn Meischberger einfach einen Gefallen getan, ein Bier mit Freunden, ein Tipp unter der Hand, soll sich der arme Schlucker auch etwas dazuverdienen.
So würden Freunde, Parteifreunde vielleicht tatsächlich agieren, irgendwann in ferner Zukunft wird sich der Meischi schon revanchieren. Herr Grasser, versuchen wir freundlich zu sein, steht sich selbst am nächsten und hat eine gewisse Beziehung zu Zahlungsmitteln, Geld, Scheinen…, kurz: Will reich sein!
Und so geht das:
Karl-Heinz Grasser: Anleitung zur Vermögensvermehrung
Oder: Wie es hätte sein können – Vorsicht Ironie
Büro des Finanzministers Juni 2004:
BeFinaZ: Servus Meischi, also wie viel zahlen’s?
Meischi: Zehn Mille!
BeFinaZ: Also gut, dann sag ihnen, sie sollen nicht unter 960 bieten, dann passt das.
Meischi: Wem soll ich des jetzt sagen?
BeFinaZ: Dem Hochegger, der kennt sich dann schon aus.
Meischi: Wie viel kriegt jetzt der?
BeFinaZ: Des red ma uns noch aus. Auf jeden Fall, mein Freund, mindestens vier Millionen für jeden von uns.
Meischi: Vier Mille. Des wär dann in Schilling…, wart…, ich hab’s gleich…
BeFinaZ: Denk net nach, bleib ganz natürlich. Viel jedenfalls.
Meischi: Muss I des versteuern?
BeFinaZ: Du bist aber schon auch a bisserl naiv, oder?
Meischi: Ähh...
BeFinaZ: So, und jetzt Grüß Dich, bin beschäftigt, der Meinl kommt a no auf a Audienz.
Grasser, Meischberger, Hochegger: Jeder gegen jeden
Man kann annehmen, dass der BeFinaZ bereits damals Zweifel hatte, ob Herr Meischberger der richtige Partner in Sachen Freunderlwirtschaft ist. Nun ist es wohl nur mehr eine Frage der Zeit bis – auf gut österreichisch gesagt – die Fetzn fliegen. Hochegger versus Meischberger, Grasser attackiert Meischberger, jeder gegen jeden, der Sieger geht leer aus. Abgesehen von den Millionen.
Die Aussage des Tages stammt jedenfalls vom aktuellen Finanzminister Josef Pröll, ÖVP, der auf Anfrage der Grünen meint, nach seinen Informationen sei “der Buwog-Verkauf transparent und objektiv abgewickelt worden“. Transparent sicher, zumindest für die Immofinanz, möchte man sagen, objektiv…, nun ja, der Ball liegt bei der Staatsanwaltschaft.
Jedenfalls, um dem Leser ein wenig Lebenszeit zu stehlen, einmal mehr der Satz zur Causa: Es gilt die Unschuldsvermutung!
Siehe auch: Der beste Finanzminister aller Zeiten
