
- Vatikan - Tanni/piqs.de
Von den Kommunisten als apolitisch eingestuft, beginnt der spätere Papst Paul II seine Laufbahn in der Katholischen Kirche. Bezeichnend für ihn ist sein Zugang zur Jugend. Er nimmt die Anliegen der „Zukunft und Hoffnung der Menschheit“, wie er sie zu nennen pflegt, sehr ernst. Ihm ist bewusst, dass die Welt sich Gott entfremdet und so setzt er auf die jungen Menschen seiner Zeit.
Wojtyla bewährt sich
1953, der junge Wojtyla ist bereits Vikar, verfasst er eine akademische Arbeit über das ethische System von Max Scheel. Doch verhindert die Ansicht, Priester sollten keine hohen akademischen Grade erhalten, einen Titel. Bereits einer Pfarrei in Krakau zugeteilt, unterrichtet er an Priesterseminaren Katholische Sozialethik und hält an der Katholischen Universität in Lublin Vorträge. Nach wie vor ist die Jugendseelensorge seine wichtigste Mission. Drei Jahre später erhält er den Lehrstuhl für Ethik in Lublin, das ihm in weiterer Folge zur Nominierung zum Weihbischof von Krakau durch den Papst verhilft. 36jährig und Leiter der Diözese Krakau, reist er zum Zweiten Vatikanischen Konzil nach Rom. Dieses Konzil schreibt Geschichte, denn es bedeutet die Öffnung der Kirche für die moderne Welt. Wojtyla, inzwischen sieben Sprachen sprechend, ergreift öfter das Wort und gibt einige schriftliche Stellungnahmen bezugnehmend auf das Engagement für die Arbeiterschaft und Studenten ab. Auch der damalige Papst Paul VI wird auf den polnischen Gottesdiener aufmerksam und lädt ihn zu einer Audienz ein. Es ist nicht die letzte, da sich beide viele Ansichten teilen und gut miteinander kommunizieren können. Auch bekommt Wojtyla viele Auszeichnungen zum Beispiel die Leitung der Fastenexerzitien im Vatikan 1976.
Vom Erzbischof zum Papst
Im kommunistischen Polen hat auch die Regierung ein Mitspracherecht bei der Ernennung der Erzbischöfe. Da Wojtyla als apolitisch und nur pastoral orientiert gilt, darf er 1963 Erzbischof von Krakau werden. Er hat also praktisch den kommunistischen Segen dafür. Das ist einer der großen Fehler der Kommunisten - wie es sich später zeigte. Ein Jahr danach wird er Kardinal und verhilft der neuen Stadt Nowa Huta, die auf Staatsbefehl gottlos werden soll, zur Errichtung einer Kirche, nachdem die Einwohner sich Straßenschlachten mit der Miliz lieferten, die sogar drei Tote forderten. In dem nun errichteten Gotteshaus wurde ein Stein vom Grab Petri eingemauert und der Erzbischof von Krakau, Karol Wojtyla, nimmt die Weihe vor. Nur ein Jahr später, 1978 hört man die Worte: „Habemus papam!“ Nachdem siebenmal schwarzer Rauch über dem Vatikan die negativ ausgehenden Papstwahlen verkündete, bedeutet nun der weiße den positiven Ausgang.
Karol Wojtyla wird am 16. Oktober 1978 zumPapst und gibt sich den Namen:
Johannes Paulus II. Er ist der erste Papst seit 455 Jahren, der nicht aus Italien stammt.
