Kasanka - unbekanntes Sumpfparadies im südlichen Afrika

Palmenflughunde in Kasanka - Robert Wooton
Palmenflughunde in Kasanka - Robert Wooton
Der Kasanka Nationalpark ist nicht sehr bekannt. Dennoch hat der kleinste Nationalpark Sambias viel zu bieten und ist absolut eine Reise wert.

In achtzehn Meter Höhe auf einer kleinen Aussichtsplattform, gebaut auf einem riesigen, alten Mululubaum, kann man im November und Dezember bei Sonnenaufgang und Sonnenuntergang eines der eindrucksvollsten Naturschauspiele erleben: Während man die Sonne über den Kapabi Sumpf beobachtet, wird es ganz plötzlich - von einer Sekunde auf die andere - stockdunkel. Der Himmel ist auf einmal schwarz, lautes Geschrei ist zu vernehmen. Flattern von Flügeln dringt in die Ohren. Dies ist die Zeit der größten Palmenflughundmigration. Millionen von "Fruit bats", wie sie von den Einheimischen genannt werden, sind auf der Futtersuche, bevor sie in ihre Nester zurück kehren. Dieses Naturschauspiel kann nur im Kansanka Nationalpark bewundert werden. Doch auch weitere Fakten machen den mit 450 Quadratkilometern kleinsten Nationalparks Sambias zu einem einzigartigen, sehenswerten Paradies.

Wissenswertes über den Kasanka Nationalpark

Der Kasanka Natonalpark liegt westlich des wesentlich bekannteren, riesengroßen Lungwanationalparks, südlich des Bangweulusees und der Bangweulusümpfe. Er hat vier Flüsse und acht Seen, die in dieses Feuchtgebiet fließen und die Vegetation ist geprägt von Grasland, Sumpfland und Miombowald. Kasanka wurde bereits sehr früh als Nationalpark ausgewiesen, aber vor allem in den 80er Jahren schien es zunächst, dass er seinen Status als Nationalpark verlieren würde, da wegen zu viel Wilderei fast alle Tiere verschwunden waren. In Sambia ist es leider noch immer in manchen Teilen üblich zu jagen und inzwischen wurde vor allem die Anzahl der Löwen, Nashörner und andere Großtiere stark reduziert.

1985 beschloss der Brite David Lloyd dem Kasanka Nationalpark zu helfen. Mit Unterstützung des hiesigen Stammeshäuptlings und einigen Farmern sammelte er Geld, um den Nationalpark für Touristen attraktiv zu machen. Sie bauten Lodges, Straßen und Brücken und organisierten Safaris für Besucher, was viel Geld einbrachte und gleichzeitig die Bevölkerung unterstützte und belehrte. Schon nach drei Jahren waren ihre Projekte so erfolgreich, dass ihr Verein, der "Kasanka Trust" von der Regierung beauftragt wurde, den Nationalpark von nun an zu leiten und zu führen. Seit dem ging es mit dem Park wieder bergauf und es gibt viele Möglichkeiten, den Verein zu unterstützen, sei es mit Geldmitteln, oder auch als freiwillige Mitarbeiter vor Ort oder durch die Teilnahme an diversen Fundraisingaktivitäten wie zum Beispiel Motorrad- oder Fahrradrennen durch den afrikanischen Busch.

Tiere im Kasanka Nationalpark

Nicht nur die Palmenflughunde kann man in Kasanka bestaunen, sondern auch jede Menge andere Tiere können beobachtet werden. Für Vogelfans ist Kasanka vor allem in der Regenzeit ein richtiges Paradies, wo sich so manche Vogelarten tummeln, nicht man sonst nirgends findet. So sind zum Beispiel die seltene Fischeule, die Pygmyente, die Sporengans, der Sattelstorch oder der Einfarbschlangenadler in Kasanka heimisch. Die Seen und Flüsse bieten ein Paradies für Angler. Wie im Lower Zambezi Nationalpark kann man auch hier mit etwas Glück den riesigen Tigerfisch angeln. Auch große Tiere wie Elefanten, Nilpferde, Krokodile, Gnus, Zebras, Büffel, Wasserböcke und teilweise sehr seltene Antilopenarten wie die Sitatunga Antilope oder Pukus, Rappenantilopen, Kuhantilopen oder Riedböcke kann man beobachten. Man findet außerdem eine Fülle an kleineren Raubtieren wie Karakal, Zinetkatze, Otter und verschiedene Munguarten. Noch etwas seltener entdeckt man Löwen, Leoparden, Hyänen, Hongdachse oder afrikanische Wildkatzen.

Andere Sehenswürdigkeiten im Kasanka Nationalpark

Für Touristen ist es meist ein Muss, dass sie das David Livingstone - Memorial besuchen. Das Denkmal ist an jenem Platz, wo der berühmte Entdecker seine letzte Reise beendet hat, deswegen ist auch sein Herz unter seinem Denkmal beerdigt.

Eine andere Sehenswürdigkeit sind die Nsala Caves. In diesen Höhlen findet man einige der schönsten Felszeichnungen Afrikas, die teilweise 20 Tausend Jahre alt sind.

Eine andere Attraktion sind die Kundalila Wasserfälle, wo der Kuombe Fluss 65 Meter am Muchingo Escarpment in die Tiefe fällt. Die Landschaft dort ist wirklich sehenswert und einzigartig.

Reisetipps für den Kasanka Nationalpark

Anders als die meisten Nationalparks, ist Kasanka ganzjährig geöffnet. Für die Vogelbeobachtung ist die Regenzeit am eindrucksvollsten, von November bis März, wenn auch die Wandervögel vom Norden in Kasanka residieren. Wildbeobachtung ist immer besser in der Trockenzeit, von Mai bis Oktober, denn dann ist der Busch nicht so dicht und vor allem an den Wasserstellen immer etwas los. Die Migration der Palmenflughunde kann man im November und Dezember bestaunen.

Die einfachste Art, Kasanka zu erreichen, ist per Flugzeug, da der Park eine eigene Flugbahn hat und man Flüge von allen größeren Städten Sambias aus chartern kann. Mit dem Auto ist Kasanka von Lusaka, von der Hauptstadt, etwa fünf bis sechs Stunden entfernt. Über Unterkünfte und Spezialangebote informiert die Homepage des Kasanka Trusts. Man sollte in diesem kleinen Nationalpark jedoch nicht zu viel Luxus erwarten, sondern definitiv einen Abenteuerurlaub, daher sollte man sich auf Safarifeeling einstellen. Das Sumpfparadies ist natürlich auch ein Paradies für Moskitos, daher empfiehlt es sich, zumindest Malariamedikamente dabei zu haben.

Quellen und weiterführende Literatur:

Barbara Lechner, Barbara Lechner

Barbara Lechner - Aufgewachsen in Klosterneuburg bei Wien habe ich schon als Kind immer gerne Geschichten und ganze Bücher geschrieben. Nach meiner ...

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