In letzter Zeit häufen sich Naturkatasthrophen und Anschläge von unterschiedlichen Terrorgruppierungen. Die Medien sind voll von Todesmeldungen und Fotos von eingestürzten Häusern, zerbombten Autos und blutigen Leichen. Auch wenn Kinder sich nicht bewusst die Nachrichten im Fernsehen ansehen, bekommen sie meist mehr mit als Eltern glauben. Es reicht, wenn Kinder nur durchs Zimmer gehen und einen Blick auf den Fernseher werfen. Diese Bilder brennen sich meist sehr schnell in die Köpfe von Kindern ein und hinterlassen Spuren. Viele Kinder reagieren mit Albträumen und Ängsten.
Was kann man als Eltern tun?
Natürlich kann man Kinder nicht völlig von Katastrophenmeldungen und schlechten Nachrichten abschirmen. Denn dies gehört zum Leben. Wichtig ist aber, sich als Eltern mit den Kindern auseinanderzusetzen und sich bewusst werden, wie diese Eindrücke auf Kinder wirken.
Tipps für den richtigen Umgang mit Kindern bei Katastrophenmeldungen:
- Beiträge in den Nachrichten sind für Erwachsene gestaltet. Kinder verstehen oft die Ausdrücke und Erklärungen nicht. Es bleiben nur die schrecklichen Bilder in Erinnerung. Deshalb ist es wesentlich, den Kindern in kindgerechter, altersadäquater Weise zu erklären, was passiert ist.
- Danach sollte man sich etwas Zeit nehmen und die Gedanken und Reaktionen des Kindes aufnehmen. Hat das Kind auch alles verstanden? Manchmal halten doppelte Erklärungen besser, um eventuelle Missverständnisse oder Fantasien aufzuklären.
- Die Wahrheit hat Vorrang. Kinder merken meist relativ rasch, wenn sie belogen werden. Man sollte auch Fragen, die vom Kind kommen, wahrheitsgemäß beantworten.
- Diese Themen verunsichern Kinder stark. Oft werden die dadurch entstandenen Ängste auch in den Alltag transportiert. Kinder bekommen plötzlich massive Angst in der Nacht von einem Tsunami überrascht zu werden und im Schlaf zu ertrinken. Es ist daher wichtig den Kindern immer und immer wieder zu vermitteln, dass sie in Sicherheit sind.
- Kinder assozieren meist anders als Erwachsene. Lösen Bilder von Terroranschlägen bei Erwachsenen Wut- und Ohnmachtsgefühle aus, so kann es sein, dass das Kind über all die Kinder nachdenkt, die nun keine Mutter oder keinen Vater mehr haben.
- Besonders am Abend beim Schlafen gehen oder in der Nacht kommen bei Kindern gesehene oder gehörte Schreckensnachrichten hoch. Dann sind Rituale, die Sicherheit geben umso notwendiger. Es kann auch vorkommen, dass Kinder in dieser Zeit wieder vermehrt die Nähe von den Eltern suchen und in der Nacht nicht alleine schalfen wollen.
- Neben dem erhöhten Bedürfnis nach körperlicher Nähe, zeigen Kinder oft auch eine Erhöhung der Reaktionen, welche die Angst, dass geliebten Menschen etwas geschehen könnte, wiederspiegelt.
- Kinder verarbeiten sehr viel beim Spiel. Es kann vorkommen, dass Kinder Gesehenes beim Spielen zum Ausdruck bringen. Da können dann schon Autos explodieren und Puppen gegeneinander kämpfen. Spielen Kinder in einer aggressiven und zerstörerischen Weise, sollte man nicht eingreifen und Kinder agieren lassen. Manifestieren sich diese Themen aber, ist das Aufsuchen eines Kinderpsychologen zu empfehlen.
