
- KATWARN schickt Gefahrenmeldungen per SMS - © schwingkopf / aboutpixel.de
Ein funktionierendes Katastrophenwarnsystem wurde in früheren Zeiten mittels Sirenen bewerkstelligt. Aber damit ist schon lange Schluss. Das Fraunhofer-Institut für Software- und Systemtechnik ISST hat ein System entwickelt, das andere Kanäle benutzt, um die Bevölkerung bei Gefahrenlagen zu warnen, gemeint sind hiermit Großunfälle, Waldbrände oder extreme Wetterlagen. Das Projekt KATWARN setzt darauf, die gefährdeten Bürger postleitzahlengenau zu erreichen, im Normalfall per SMS, optional aber auch per Mail oder Fax. In Hamburg startet KATWARN am 18. August 2011, finanziert von der Feuerkasse Hamburg und versteht sich als zusätzliche Warnmöglichkeit. Die lokalen Anweisungen von Polizei und Behörden verlieren damit nicht ihre Gültigkeit und müssen unbedingt befolgt werden.
Nach der Anmeldung im System erhält man Warninformationen
Für teilnahmewillige Hamburger ist das Warnsystem sehr einfach zu bedienen, mit einer SMS an 0163 - 755 88 42 kann man sich anmelden, das Stichwort KATWARN muss erwähnt sein, dazu die Postleitzahl, für die die Warnungen herausgeschickt werden sollen. Wohnt man zum Beispiel am Museumshafen in Övelgönne, der häufiger mal überschwemmt wird, kann man sich mit "KATWARN 22605" beim System anmelden und bekommt nun immer, wenn es Gefahren vor der Haustür gibt, eine Warnung. Diese kommt per SMS aufs eigene Handy, wobei jede Handynummer nur eine Postleitzahl anmelden kann. Kosten entstehen nur einmalig für die Anmelde-SMS oder auch bei Ummeldungen oder Abmeldungen des Angebotes in Höhe der Kosten einer SMS, die Warnungen selbst werden kostenlos verschickt. Das Angebot gilt nur für Hamburger Postleitzahlen.
Der Vorteil von KATWARN sind die Verhaltenshinweise
Der Hamburger Innensenator Michael Neumann sieht einen großen Vorteil zu den traditionellen Sirenen. Mit dem Fraunhofer-System ist es möglich, die Betroffenen postleitzahlengenau zu warnen, was bei einer Großstadt wie Hamburg von großem Vorteil ist. Selbst ungewöhnliche Wetterlagen treten hier gelegentlich nur kleinräumig auf und die Situation nördlich und südlich der Elbe unterscheidet sich erheblich. Ulrich Meissen vom Fraunhofer ISST fügt einen weiteren Vorteil hinzu - über diesen Weg können direkt Verhaltensanweisungen an die Bevölkerung weitergegeben werden. Das beugt Fehlinterpretationen und Fehlverhalten vor, da der Großteil der Bevölkerung nicht mehr daran gewöhnt ist, im Falle von Gefahren oder Bedrohungen selbstständig geeignete Maßnahmen zur Gefahrenabwehr zu ergreifen. Und die investierende Feuerkasse hofft, dass auf diesem Weg manch Schaden im Vorfeld verhindert werden kann.
Was passiert im Gefahrenfall?
Wenn Warnungen der Feuerwehr und dem zentralen Katastrophendienststab der Hamburger Innenbehörde für Hamburg vorliegen, werden diese über KATWARN als kurze Information auf die angemeldeten Handys oder Mail-Adressen geschickt. Im Beispiel von oben könnte die Nachricht lauten "Sturmflut-Warnung der Innenbehörde, gültig ab sofort, für PLZ 22605, tiefliegende Gebiete verlassen". Die so informierten Bürger können nun Maßnahmen ergreifen und zum Beispiel Autos aus dem betroffenen Gebiet entfernen oder eigene Schotten schließen, wie es sie in Övelgönne gibt.
KATWARN gibt es auch in anderen Gegenden Deutschlands
In Ostfriesland funktioniert das Warnsystem bereit seit einer Weile, nach einer einjährigen Pilotphase ging das System am 21. September 2010 in allen ostfriesischen Landkreisen und in der Stadt Emden an den Start. Die erste Großstadt in Deutschland mit KATWARN war Frankfurt am Main, dort gibt es das Warnsystem seit dem 1. März 2011, zunächst allerdings nur als Pilotprojekt.
Quellen: idw, isst.fraunhofer.de
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