Katze verstehen: Fellpflege als Indikator für Gesundheit

Die tägliche Fellpflege gehört zum Alltag der Katze und gibt Aufschluss über ihr Wohlergehen. Je nach Katzenrasse macht sich dies unterschiedlich bemerkbar.

Ob eine Katze gesund und glücklich ist, lässt sich ganz einfach an ihrem Erscheinungsbild ableiten. Neben glänzenden Augen, sauberer Nase und sauberen Ohren sowie einem aufgeweckten und neugierigen Wesen ist das Fell ein wichtiger Indikator. Doch was macht ein gepflegtes Fell aus? Und sind Abweichungen von dieser Norm ernstzunehmende Hinweise auf Krankheiten und andere Gefahren?

Sommer- und Winterfell der Katze

Zweimal im Jahr – im Frühling und im Herbst – setzt bei Katzen der Fellwechsel ein. Dabei lassen sich bei aufmerksamen Beobachtungen der Katze Unterschiede zwischen Sommer- und Winterfell erkennen. Das Winterfell ist dichter, damit es der Katze in der kalten Jahreszeit genügend Wärme spenden kann. Zuständig für die Wärmeregulierung ist die Unterwolle, ein dichtes Fell unter dem Deckhaar. Dieses fällt bei jeder Rasse anders dicht aus und kann so das Bild des „glänzenden gepflegten Fells“ beeinflussen. Bei Siamkatzen und den türkischen Van-Katzen beispielsweise fehlt die Unterwolle völlig. Diese Katzen sind somit besonders empfindlich gegen Kälte. Bei manchen Katzen kann das Deckhaar im Winter durch die Unterwolle struppiger wirken als etwa während der Sommerzeit. Auf eine ungenügende Pflege oder Krankheiten verweist dies aber nicht.

Glanzlosigkeit und Schmutz: Krankheit oder Überforderung?

Schon von Kindesbeinen an lernen Katzenkinder, sich zu pflegen und zu putzen. Ihr Fell ist glänzend, eng anliegend und frei von Dreck. Weist das Katzenhaar jedoch Spuren von Schmutz auf oder sind Stellen verfilzt, kann das ein erster Hinweis auf eine Katzenkrankheit wie beispielsweise Giardienbefall bei Katzen sein. Es kann aber auch sein, dass die Katze mit der täglichen Fellpflege überfordert ist und mit dem Fellwechsel nicht mehr fertig wird. Dies kann bei älteren oder bereits kranken Katzen der Fall sein oder auch bei Langhaarkatzen wie beispielsweise bei der Javanese oder der Perserkatze. Veränderungen im äußeren Erscheinungsbild der Katze sollten deshalb genau beobachtet werden und bei Unsicherheiten der Tierarzt des Vertrauens zu Rate gezogen werden.

Artgerechte Hilfe bei der Fellpflege

Nicht wenige befreundete Katzen putzen sich gegenseitig. Vor allem bei Katzengeschwistern lässt sich dieses Zeichen der Zuneigung beobachten. Bei der gemeinsamen Fellpflege liegen besonders für Stellen im Fokus, die der Katze selbst schwer zugänglich sind. Hierunter fallen Ohren, Stirn und Nacken. Eigentlich hat der Mensch also wenig Arbeit mit der täglichen Katzenpflege. Ist jedoch eine ältere oder kranke Katze im Haus, ist diese womöglich auf die Hilfe ihres Menschen angewiesen. Baden sollte man Katzen nur auf Anordnung des Tieres, beispielsweise bei Katzenräude. Besser geeignet zur Fellpflege ist ein feuchter Lappen. Zum Reinigen der Pfötchen ist außerdem Wasser ohne Zusätze geeignet. Feingefühl ist auch bei der Pflege der Katzenkrallen geboten.

Bürsten tut allen Katzen gut. Durch spezielle Katzenbürsten oder –Kämme wird nicht nur das Fell gepflegt, sondern auch die Haut massiert. Am besten geeignet ist hier ein Striegel aus Gummi. Bei Kurzhaarkatzen reicht ein Bürstengang pro Woche. Langhaar- und Halblanghaarkatzen hingegen sollten einmal täglich gebürstet werden. So entfernen Katzenhalter tote Haare aus dem Deckhaar und beugen gleichzeitig Verfilzungen vor.

Quellen:

Bulla, Gisela: Die Katze. Das rätselhafte Wesen. Bechtermunz Verlag 1996.271 Seiten. ISBN-13: 978-3860474075. 13, 96Euro.

Bianca Schläger, B. A., Bianca Schläger

Bianca Schläger - "Bücher zu schreiben, ist ein Gewerbe für Selbstmörder. Kein anderes verlangt so viel Zeit, so viel Mühe und Hingabe ...

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