Katze verstehen: Maßnahmen zur Soforthilfe

Blitzschlag und Erfrierungen sind nicht alltäglich, dafür aber gefährlich. Mit den richtigen Maßnahmen stehen Katzenhalter helfend zur Seite.

Sie sind widerstandsfähig und lassen sich so leicht nicht erschüttern. Sieben Leben aber haben sie nicht. Ob durch Revierkämpfe oder Entdeckungsreisen, Krankheiten oder wenig katzengerechte Wohnung: Gefahren lauern überall im Katzenalltag. Doch was tun, wenn die Mieze bewusst los wird oder einen Blitzschlag erleidet? Soforthilfe heißt das Zauberwort!

Arterienverletzungen bei Katzen

Arterienverletzungen sind selten, aber gefährlich. Tritt stoßweise Blut aus einem Bein, sofort eine Aderpresse an der betroffenen Stelle anlegen. Dazu ein Band oder einen einfachen Stoffstreifen oberhalb der Wunde umbinden, einen Bleistift unterschieben und festdrehen. Im Anschluss sofort mit dem Tier zum Tierarzt!

Maßnahmen bei Bewusstlosigkeit

Nicht wenige Katzenhalter geraten beim Anblick einer bewusstlosen Katze in Panik. Die Maßnahme zur Soforthilfe ist dabei gar nicht kompliziert und benötigt keine besonderen Kenntnisse. Im Falle einer Bewusstlosigkeit etwa eine halbe Stunde lang künstliche Beatmung anwenden und anschließend sofort die Katze zum Tierarzt bringen.

Was tun bei Erfrierungen?

Dieser Frage geht oft eine detaillierte Beobachtung voraus. Erfrierungen lassen sich am besten am Gesicht der Katze erkennen. Kommt sie im Winter von der Erkundungstour nach Hause und hat weiße Ohren, Pfötchen oder ein weißes Näschen, sollten die betroffenen Stellen sanft warm gerieben und mit Vaseline bestrichen werden.

Erstickungsanfälle

Bei Erstickungsanfällen ist schnelles Handeln angesagt. Ist die Katze bewusstlos, zuerst den Mund der Katze öffnen und die Zunge hervorziehen. Im Anschluss nach Fremdkörpern im Rachenraum Ausschau halten. Diese sollten vorsichtig und unter Verwendung einer Pinzette oder mit den Fingern herausgezogen werden. Im Anschluss künstliche Beatmung anwenden. Ist die Katze bei Bewusstsein, das Tier vorsichtig an den Hinterbeinen hochziehen und auf den Rücken klopfen. Würgt sie den Fremdkörper nicht aus, ebenfalls den Mund öffnen und zur Pinzette greifen.

Hecheln als Zeichen starker Hitze

Bei starker Hitze kann es auch bei Katzen, ähnlich wie bei Hunden, zu Hecheln kommen. Die Katze streckt dann die Zunge heraus, um ihre Temperatur zu regulieren. Ihr Atem geht ungleichmäßig und flach. Bei einer solchen Beobachtung kann es schon helfen, der Katze mehrmals hintereinander mit den Fingern auf Kopf und Stirn verteilen, um ihr im Sommer Abkühlung zu verschaffen.

Schock

… kann in vielen verschiedenen Situationen auftreten – in Folge von Unfällen, Verbrennungen oder Blitzschlag. Eine Katze, die unter Schock steht, ist apathisch, atmet sichtbar schneller und besitzt einen schnelleren Puls. Oftmals sind Zunge und Mundschleimhaut gut sichtbar erblasst. Im Fall eines Schocks ist Wärme das A und O für die Katze, da sie durch erhöhten Puls und schnelle Atmung an Untertemperatur leidet. Das Tier in die warme Lieblingsdecke hüllen, beruhigend auf es einreden und streicheln.

Wenn Katzen unter Verstopfung leiden

Anders als vielleicht beim Menschen sind Abführmittel keine Hilfe für Katzen mit Verstopfungen. Ausnahme: Die Verabreichung wurde mit dem Tierarzt gemeinsam beschlossen. Helfen kann Speiseöl. Auch Ölsardinen oder Frischmilch sind bewährte Methoden gegen Verstopfungen bei Katzen.

Quellen:

Bulla, Gisela: Die Katze. Das rätselhafte Wesen. Bechtermunz Verlag 1996.271 Seiten. ISBN-13: 978-3860474075. 13, 96Euro.

Huhn, Anette und Hellmut Woernle: Katzenkrankheiten. Ulmer Verlag. 2. überarb. u. aktual. Aufl. 2006. 112 Seiten. ISBN-13: 978-3800148738. 19,90 Euro.

Wolff, H. G.: Unsere Katze gesund durch Homöopathie. Heilfibel eines Tierarztes. Sonntag Verlag. 9. ergänz. Ausgabe 1983. ISBN-13: 978-3877582619. 19,95 Euro.

Bianca Schläger, B. A., Bianca Schläger

Bianca Schläger - "Bücher zu schreiben, ist ein Gewerbe für Selbstmörder. Kein anderes verlangt so viel Zeit, so viel Mühe und Hingabe ...

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