Fast immer steht das Wrigley Science Institute (WSI) in Chicago dahinter, das als einziges seiner Art Grundlagenstudien rund um das Thema Kaugummi initiiert und fördert. So konnten dem Genuss von normalem oder zuckerfreiem Kaugummi, neben Geschmack und frischem Atem, eine ganze Reihe weiterer Vorteile zuerkannt werden.
Kariesprophylaxe für Zwischendurch
Wenn es, wie so oft im Alltag, mit dem Zähneputzen nach dem Essen nicht klappt, können zuckerfreie Kaugummis eine gute Alternative sein. Besonders nach dem Verzehr kohlenhydrathaltiger Speisen steigt der Säuregehalt im Mund an. Die Folge: Die Zähne sind diesen Säuren rund zwei Stunden ausgesetzt bis sie durch den Speichel neutralisiert werden. Das Kariesrisiko steigt an. Durch Kaugummikauen wird die Speichelbildung angeregt und der PH-Wert im Mund wird wieder neutralisiert. Durch die besondere Zusammensetzung des Speichels, der auch Mineralien wie Kalzium, Phosphat und Fluorid enthält, wird der Remineralisierungsprozess des Zahnschmelzes unterstützt.
Zudem kann regelmäßiges Kauen von zuckerfreiem Kaugummi helfen, Zahnbelag zu mindern. Dieser Belag ist ein idealer Nährboden für Bakterien, die auch das Zahnfleisch angreifen. Schluckbeschwerden und schlechter Atem sind häufig eine Folge von Mundtrockenheit. Durch den vermehrten Speichelfluss beim Kaugummikauen kann dies gelindert werden. Angesichts dieser positiven Wirkungen verwundert es nicht, dass führende Zahnexperten schon 1998 das Kauen von zuckerfreiem Kaugummi als die achte von zehn goldenen Regeln zur Gesunderhaltung der Zähne niederschrieben.
Erhöhte Konzentration dank Kaugummi
Eine englische Studie konnte im Jahr 2002 dem Kaugummikauen eine weitere positive Eigenschaft nachweisen, die bereits viele Menschen unbewusst nutzten. Durch das Kauen von Kaugummi wird das Gehirn, hier vor allem der Stirnlappen, besser durchblutet. Das erhöht Aufmerksamkeit und Konzentration, Lernprozesse können positiv beeinflusst werden.
Stress lass nach…
Kaugummikauen stimuliert Hirnbereiche, die einen positiven Einfluss auf den Abbau von Spannungen und Stress haben können. Diese Erkenntnis hatte bereits der amerikanische Psychologe Harry Levi Hollingworth im Jahre 1939. Er kam in seiner Studie „Die Psychodynamik des Kauens“ zu dem Ergebnis, dass Kauen die Menschen bei der Arbeit entspannt. Neuere Forschungen konnten dies bestätigen. So kann das Kaugummikauen bedingt als Ventil zum Stressabbau in dieser schnelllebigen Zeit genutzt werden.
Kaugummi statt Zigarette
Frisch gebackene Nichtraucher kennen diese kritischen Momente: Ein geselliger Anlass mit Alkohol, die morgendliche Tasse Kaffee, eine Stresssituation - die Rückfallgefahr in alte Rauchgewohnheiten ist gerade hier sehr groß, weil diese Situationen früher meist mit dem Griff zur Zigarette verbunden waren. In solchen Fällen ist bei Betroffenen laut einer Emnid-Studie von 2007 Sport eine sehr gute Alternative und Ablenkung. An zweiter Stelle steht das Kaugummikauen. Der Betroffene hat etwas im Mund und wird vom Gedanken an den Glimmstengel abgebracht. Beim Kauen werden Bereiche des Hirns angeregt, die den Abbau von Stress unterstützen und die Konzentrationsfähigkeit erhöhen. Zudem haben Raucher aufgrund der Gewohnheit das Bedürfnis, etwas im Mund zu haben – mit Kaugummis kein Problem.
Gemeint ist hierbei aber nicht der Nikotin-Kaugummi. Er ist als Hilfsmittel zur Rauchentwöhnung konzipiert, denn er liefert dem Körper weiterhin Nikotin. Die tägliche Anzahl an Nikotinkaugummis sollten jedoch schnell verringert werden, bis der Ex-Raucher nur noch zwei Stück pro Tag kaut. Dann kann er ganz auf „normale“ Kaugummis umsteigen.
Kauend Abnehmen – das geht!
Aufgrund der Tatsache, dass Kaugummis je nach Sorte nur zwei bis 22 Kalorien haben, zählen sie zu den energiearmen Naschereien. Ein Kaugummi während des Kochens gekaut, hilft, nicht allzu viel vor zu kosten. Amerikanische Forscher lieferten Forschungsergebnisse, die belegen, dass Kaugummikauen die Stoffwechselrate erhöht, denn eine Stunde Kauen verbraucht rund 11 Kalorien. Einer englischen Studie zufolge, haben Menschen, die vor einer Mahlzeit Kaugummi kauten, ein deutlich niedrigeres Hungerempfinden und nahmen daher auch weniger Essen zu sich.
Mit Kaugummi gegen Sodbrennen, Ohrendruck und Verdauungsprobleme
Durch Kauen wird die Speichelproduktion angeregt, was wiederum zu vermehrtem Schlucken führt. Ideal gerade für Flugreisende, deren Ohren bei jedem Start und bei jeder Landung einem empfindlichen Druck ausgesetzt sind.
Sodbrennen tritt üblicherweise nach einem üppigen Mahl auf, das zu fett, zu sauer, zu scharf war oder zu schnell gegessen wurde. So können Magensaft und Säure in die Speiseröhre zurückfließen. Der Genuss eines Kaugummis ein-zwei Stunden nach dem Essen kann durch die vermehrte Speichelbildung eine neutralisierende Wirkung auf die Säuren haben. Dass Kaugummikauen auch die Produktion von Verdauungssäften anregt, konnte der amerikanische Wissenschaftler Bradley Kropp beweisen. Er verordnete seinen Probanden, allesamt frisch operierte Magen-Darm-Patienten, fünfmal täglich Kaugummi. Die durch die OP stillgelegte Darmtätigkeit wurde viel schneller wieder angeregt als bei einer Versuchsgruppe, die nicht kaue durfte.
Bitte beachten Sie, dass ein Suite101-Artikel generell fachlichen Rat - zum Beispiel durch einen Arzt - nicht ersetzen kann.
