Welche Ausstattung ein Navi haben sollte, hängt vor allem von den Fahrgewohnheiten des Besitzers ab. Aber auch das Interesse an der Technologie und das Budget spielen eine wichtige Rolle.
Auf die Bedienung kommt es an - Das richtige Navi für Einsteiger und Gelegenheitsfahrer
Die weitaus meisten Besitzer eines Navis benutzen es nicht tagtäglich und die Gelegenheitsautofahrer sind noch viel eher auch Gelegenheits-Navinutzer. Die Entscheidung für ein Navigationsgerät bei Einsteigern und Skeptikern darf deshalb ruhig in erster Linie nach dem Preis fallen, eine allzu üppige Ausstattung ist nicht notwendig.
High-End-Modelle werben heute mit ausgefeilten 3D-Ansichten, Spracheingabe, Live-Diensten oder intelligenter Streckenführung um Käufer. Tatsache ist aber, dass auch kleinere und günstigere Geräte zuverlässig zum Ziel führen. Auch bei der Ausstattung mit Kartenmaterial kann gespart werden, für die meisten Käufer von Navis sind vorinstallierte Karten von Deutschland, Österreich und der Schweiz (DACH) völlig ausreichend.
Fragen sollte man sich allerdings unbedingt auch bei einem voraussichtlich nur hin und wieder genutzten Navi welche Bildschirmgröße wichtig ist. Die Geräte für die Hosentasche mit nur 3,5 Zoll Bildschirmdiagonale sind vor allem älteren Menschen häufig zu klein.
Auch sollte man mit der Bedienung des Gerätes in möglichst kurzer Zeit gut zurechtkommen. Bei vielen Herstellern gibt es Verbesserungsbedarf was die Bedienfreundlichkeit angeht und gerade wer sein PND (Portable Navigation Device) nur hin und wieder nutzt, sollte sich in die Grundfunktionen schnell wieder einfinden können. Sonst ist die Gefahr groß, dass das unheimliche Ding bei der nächsten Fahrt in der Schublade verstauben darf und wieder dem vertrauten Straßenatlas weichen muss. Die Verkaufsstände der großen Elektronikhändler sind ideal, um auszuprobieren wie schnell man die wichtigste Funktion - die Zieleingabe – am Navigationsgerät findet, denn ein wenig Sympathie schadet auch gegenüber einem Navi nicht.
Mehr Kartenmaterial, mehr Sicherheit - Navis für weite Fahrten und den Urlaub
Wenn es aber an die Urlaubsplanung geht, vertraut man sich gern dem Lotsen an der Windschutzscheibe an. Wer von vornherein weiß, dass er auch und vor allem internationale Fahrten mit seinem Navi unternehmen wird, sollte unbedingt auf eine gute Kartenausstattung achten. Meist ist es günstiger sich gleich ein Gerät mit Karten für ganz Europa zuzulegen, als später nachkaufen zu müssen.
Sehr hilfreich in fremden Großstädten und im Ausland sind Funktionen, welche in schwierigen Fahrtsituationen visuell und akustisch unterstützen. Assistenten für schwierige Autobahnkreuze sind ebenso wie Geschwindigkeitswarner wertvolle Features, die für eine wesentlich entspanntere Fahrt sorgen und mittlerweile in vielen Mittelklassegeräten zum Standard gehören. Wer während der Sommerferien Fahrten gen Süden plant, wird wahrscheinlich über eine gut funktionierende Stauumfahrung mit TMC oder TMC Pro dankbar sein. Sie ist ebenfalls bei Geräten der mittleren Preisklasse von 150 bis 200 Euro schon zu haben.
Als kompakte Info für Reisende haben viele Navis Reiseführer mit an Bord, die nicht nur über Sehenswürdigkeiten in bedeutenden Großstädten informieren, sondern auch direkt dorthin leiten können. Eine ebenfalls sehr sinnvolle Zusatzfunktion sind Erste-Hilfe-Applikationen, die schnell einen Notruf abgeben und die wichtigsten Infos für den Notfall parat haben.
Wer seine Quälgeister auf dem Rücksitz beschäftigen möchte, greift vielleicht auch zum Navi mit Sonderfunktionen wie Videoplayer, DVB-T-Fernsehempfänger, Bildbetrachter oder kleinen Spielen. Für derart vollständige Ausrüstung muss allerdings auch tiefer in die Tasche gegriffen werden. Gerade Navis, die über DVB-T zum Mini-Fernseher umgewandelt werden können, gehören eher in den High-End-Sektor über 300 Euro.
Volle Ausstattung rund um die Navigation - Navigationsgeräte für Pendler und Berufsfahrer
Wer viel fährt und dabei das Navigationsgerät ständig im Einsatz hat, legt auf eine ganz andere Ausstattung Wert als ein Gelegenheitsnutzer. Die Standardeingaben beherrscht er im Schlaf, viel wichtiger sind ihm Funktionen, die Zeit und Geld sparen. Dabei führt die Stauumfahrung mit TMC oder TMC Pro die Liste an, die Möglichkeit einen Routenabschnitt zu sperren ist von Bedeutung, ein schneller Zugriff auf Sonderziele wie nahe gelegene Tankstellen, Blitzerwarner oder auch ein integriertes Fahrtenbuch. Die inzwischen auch in Mittelklassegeräten ab 180 Euro eingebauten Bluetooth-Freisprechanlagen sind für Vielfahrer ebenfalls sehr praktisch. Wem dieses Feature am Herzen liegt, sollte aber nicht zum untersten Preissegment derart ausgestatteter Navis greifen, weil das Freisprechen hier aufgrund mangelnder Qualität von Mikrophon und Lautsprechern oft eher zum Ärgernis wird.
Speziell auf Vielnutzer ausgelegt sind auch die neuesten Technologien in Navigationsgeräten, welche das High-End-Segment über 350 Euro bevölkern. Noch präzisere Technologien für die Stauumfahrung wie HD Traffic versprechen wirklich jede Verkehrsbehinderung zu melden und zu vermeiden. Sie sind jedoch ebenso mit zusätzlichen Kosten verbunden wie die so genannten Live-Dienste. Neueste Connected Navigationsgerätesind über ein GSM-Modul mit dem Internet verbunden, können damit direkt über Google nach Sonderzielen suchen und informieren punktaktuell über freie Parkplätze, die günstigen Tankstellen, Flugpläne oder das Wetter am Zielort.
Lesen Sie auch ob der Kauf eines mobilen Navigationsgerätes oder eines Festeinbaunavis für Sie besser geeignet ist.
