Dem 31-jährigen Rapper Bushido gefällt es, abfällige und diskriminierende Bemerkungen über Frauen und Schwule zu machen. So hatte der Rapper beispielsweise 2005 in einem Zeitungsinterview gesagt: „Ihr Tunten werdet vergast.“ In vielen seiner Musikstücken ruft er zur Gewalt gegen Schwule auf. Schwulsein, so der Rapper, sei „nicht normal“. Dennoch will ihm die Hubert Burda Media am 10. November 2011 einen Bambi verleihen – ausgerechnet in der Kategorie Integration.
Der LSVD spricht von einem "Missgriff des Burda-Verlags"
Ein solcher Fehlgriff schreit förmlich nach Protesten. So hat sich jetzt Axel Hochrein, Sprecher des Lesben- und Schwulenverbandes (LSVD) in Berlin zu der geplanten Bambi-Verleihung geäußert. Hochrein wörtlich: „Der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) protestiert dagegen, dass der Burda-Verlag dem erklärten Homosexuellenfeind Bushido den Bambi 2011 in der Kategorie Integration verleihen will. Burda leistet sich damit einen krassen Missgriff. Bushido hetzt seit Jahren gegen Homosexuelle und ruft in Liedtexten unverblümt zur Gewalt gegen Schwule auf. Ist Burda blind gegenüber Hasstexten und Gewaltaufrufe, wenn sie sich gegen Schwule richten?“
Seit wann ist Bushido gegen Gewalt?
Der Burda Verlag hingegen begründet seine Entscheidung für Bushido damit, dass sich der Musiker „gegen Gewalt und für ein respektvolles Miteinander“ einsetze. „Hier wird der Bock zum Gärtner gemacht“, so Hochrein. „Wir erwarten von den Burda-Verantwortlichen eine deutliche Stellungnahme gegen die Gewalt verherrlichenden Tendenzen der Bushido-Inszenierungen. Gewalt und Hass verdienen keine Ehrungen, sondern müssen klipp und klar verurteilt werden.“
Hochrein zitiert verschiedene Stücke von Bushido. So singt er beispielsweise im Stück „Berlin“: „Berlin wird wieder hart, denn wir verkloppen jede Schwuchtel.“ Selbst ein Konzert gegen Jugendgewalt am Brandenburger Tor nutzte er 2007, um seinen Hass und seine Verachtung gegenüber Homosexuellen auszudrücken. Bushido sagte den Jugendlichen von der Bühne herab: „Die Wichser können demonstrieren, sich aufhängen - ich scheiß drauf.“ Axel Hochrein, Sprecher des Lesben- und Schwulenverbandes (LSVD) fragt: „Stellt sich Burda so ein ‚respektvolles Miteinander‘ vor?“
Alternativen zu Bushido: Für Integration stehen viele gute Künstler
Dabei gibt es in Deutschland genügend Alternativen zu Bushido. RTL beispielsweise hat in seiner Aktion „Sag's auf Deutsch“ viele Künstler versammeln können, die für eine gelungene Integration stehen. Beispielsweise der ukrainische Box-Weltmeister Wladimir Klitschko, der seit 15 Jahren in Deutschland lebt, oder auch die Schriftstellerin Lale Akgün, Moderatorin Nazan Eckes, aber auch das Fotomodel Sara Nuru („Germanys Next Topmodel“), die Comedians Bülent Ceylan und Kaja Yanar, die Schauspieler Erdogan Atalay („Alarm für Cobra 11“) und Francisco Medina („Alles was zählt“).
