
- Keltischer Fürstensitz-Mont Lassois-Grabung 2003 - Stephan Frey
Die Göttin Minerva wurde von Cäsar als eine der wichtigsten Göttinnen Galliens bezeichnet. Einige der in der keltischen Mythologie so wichtigen Muttergöttinnen können mit ihr gleichgesetzt werden.
Brigid
Sowohl als Patronin der Künste und des Handwerks, aber auch als Patronin der Heilkunst wurde sie in der keltischen Gesellschaft oft bildlich dargestellt. An Thermalquellen in Bath, in Südengland wurde sie als Göttin Sulis bezeichnet und verehrt. In Irland wurde Minerva durch die keltische Göttin Brigid repräsentiert. Diese war in der Lyrik sehr versiert. Brigid war die Tochter von Dagda und hatte zwei Schwestern, die ebenfalls Brigid genannt wurden. Eine der Schwestern war mit der Heilung, die andere mit dem Handwerk verbunden. Viele Flüsse wurden nach den keltischen Göttern genannt. So wurden auch Flüsse nach Brigid benannt, Brighid in Irland, Braint in Wales und der Fluss Brent in England. Trotz des aufkommenden Christentums wurde die Verehrung von Brighid nicht eingestellt, die Verehrung wurde stattdessen in das Christentum etabliert und durch die Verehrung von St. Brigit oder St. Bride umgesetzt. St. Brigit wurde einfach zur Gründerin des ersten irischen Klosters erklärt und erhielt somit die Berechtigung zur Verehrung.
Triebhafte Göttinnen
Die Griechen und Römer hatten Göttinnen der Liebe, diese fehlten in der keltischen Mythologie. Dennoch besaßen die keltischen Göttinnen durchaus ein ausgeprägtes Liebesleben. Die Königin Medb von Connacht spielte eine bedeutende Rolle im Ulster-Zyklus der irischen Mythologie. Diese behauptete von sich, dass sie niemals ohne einen Mann im Schatten des anderen war. Sie galt als triebhaft und unersättlich. Diese scheinbar reine Triebhaftigkeit ist jedoch mythologisch mit der Funktion als fruchtbare Muttergottheit gleichzusetzen. In der gesamten keltischen Literatur sind die Kelten sehr um das Land besorgt, auf dem sie leben. Jede Landform besitzt eine eigene Legende und einen eigenen Namen, Göttinnen spielen hierbei eine wichtige Rolle.
Sagenhafter Ort der Frauen - die Anderswelt
In Gallien wurden die Göttinnen der Erde als Matronae oder Matres verehrt. In Irland wurde das göttliche Volk (Tuatha de Danann) von der Göttin Dana geboren. Die walisischen Kelten hielten Don für ihre Mutter und auch die Waliser hatten ihre Muttergottheit Modron. Die Inselkelten zeichnete aus, dass die Herrscher der Anderswelt zumeist von Göttinnen und nicht von Göttern repräsentiert wurden. In frühen irischen Berichten wird daher in Bezug auf die Welt der Anderswelten auch vom Land der Frauen gesprochen. Aus diesem Grunde lässt sich dadurch die These stützen, dass die Inselkelten an eine zentrale Muttergöttin glaubten, die als Mutter aller Götter zu bezeichnen war. Die Muttergottheit wird oft als Dreiergruppe dargestellt. Göttinnen tragen Symbole der Fruchtbarkeit, wie Füllhörner, Obstkörbe, Tabletts mit Brot und Kuchen und Kinder und weitere Symbole der Fruchtbarkeit und des Bezugs zur Erde.
Der Krieg ist bei den Kelten auch weiblich
Als Kriegsgöttinnen gelten unter anderem Buanann (die Dauerhafte, Mutter der Helden), Scathach (die Schattige). Morrigan und Badb, begleitet durch Nemain oder Macha galten als regelrechte Göttinnen der Kriegsschlacht. Der Name des Flusses Aeron in Wales leitet sich von Agrona der Göttin der Schlachten ab.
Quellennachweise:
Neuer Honos Verlag (Hrsg.), Götter, Mythen, Kulturen. Die Kelten (Köln 2001) 40-44
