
- Kiefer Sutherland - 20th Century Fox
Die von 20th Century Fox Television, Imagine Entertainment und Real Time Productions gemeinsam produzierte Krimiserie ist die erste Serie der Welt, die pro Folge das Geschehen exakt einer einzigen Stunde erzählt. Durch die Erzählweise in Echtzeit erlebt der Zuschauer jeweils eine Stunde im Leben des Antiterroragenten Jack Bauer (gespielt von Kiefer Sutherland) mit. Heißt es in einer der Folgen, dass sich die Figuren in fünf Minuten irgendwo treffen, dann kann der Zuschauer zu Hause das mit seiner Uhr vergleichen und wird feststellen, dass die fünf Minuten fast genau eingehalten werden. Diese Erzählform gibt der Serie eine Authentizität, die andere Filme und Serien nicht bieten.
Um was geht es in den bis Ende 2008 veröffentlichten sechs Staffeln von "24"?
Jack Bauer arbeitet für die Antiterror-Einheit CTU in Los Angeles. In der ersten Staffel ist es Bauers Aufgabe, ein geplantes Attentat auf den Präsidentschaftskandidaten David Palmer zu verhindern. Dies gelingt, doch zahlt Bauer privat dafür einen hohen Preis. Achtzehn Monate später und damit in Staffel zwei erhält Bauer von Präsident Palmer den Auftrag, eine Atombombe in Los Angeles zu finden und die Hintermänner aufzuspüren, die mit dieser Bombe ihre Interessen durchsetzen wollen.
Staffel drei spielt erneut während eines Präsidentschaftswahlkampfes, in den skrupellose Verbrecher mit der Verbreitung eines tödlichen Virus eingreifen, um einen Drogenboß freizupressen. Jack Bauer muß dieses verhindern. In der vierten Staffel gelangt ein Steuergerät in die Hände von Terroristen, die damit in amerikanischen Atomkraftwerken eine Kernschmelze auslösen wollen.
In Staffel fünf muss Jack den Einsatz eines Nervengases im Großraum von Los Angeles stoppen und stößt dabei auf eine Verschwörung, die bis in höchste Regierungskreise reicht. Am Ende entpuppt sich Charles Logan, der in dieser Staffel aktuelle Präsident der USA, als Verbrecher schlimmster Machart. Jack Bauer, der im Rahmen der Ermittlungen illegal in die chinesische Botschaft eingedrungen ist, muß sich am Ende in chinesische Haft begeben.
In der sechsten Staffel explodiert eine kleinere Atombombe in Los Angeles. Zehntausend Menschen sterben. Jack Bauer wird aus der Folterhaft in China freigekauft, damit ihn die Regierung unter Präsident Wayne Palmer an einen Terroristen ausliefern kann, der dies von den USA fordert. Doch Jack Bauer schafft es unter Mitwirkung des früheren Präsidenten Charles Logan, die Situation in den Griff zu bekommen und entdeckt, dass sein eigener Vater und sein Bruder hinter den folgenschweren Verbrechen stecken.
Der Umgang von "Twenty four" mit dem Amt des US-Präsidenten
David Palmer (gespielt von Dennis Haysbert) ist einer der Sympathieträger von "24" und wird im Verlauf der Serie vom Kandidaten zum Präsidenten und zum Ex-Präsidenten. John Keeler als sein Nachfolger spielt ebenfalls eine tragende Rolle, steht Bauer gegenüber aber skeptischer da. Keelers Vize-Präsident Charles Logan übernimmt von Keeler nach dessen Absturz mit Air Force One den Präsidentenstatus, geht mit diesem in Staffel fünf aber verbrecherisch um. Gregory Itzin verkörpert den zunächst ängstlich auftretenden Logan, der sich von Staffel vier auf fünf zum starken Strippenzieher einer Verschwörung entwickelt.
Der schon in Staffel eins als Berater seines Bruders auftretende Wayne Palmer (D.B. Woodside) ist der Präsident der Staffel sechs, bevor auch er sein Amt nach den Folgen eines Anschlags an seinen Vize Noah Daniels (gespielt von Powers Boothe) abgeben muß. Dieser wird in 2009 von einer Frau abgelöst.
Weder im deutschen noch im europäischen Fernsehen sind Staatsoberhäupter auf eine solche Weise in die Handlung einer Actionserie eingebunden. Die Einbindung des US-Präsidenten bereichert die Serie optisch wie inhaltlich und verschafft ihr dadurch nahezu eine Alleinstellung im Fernsehmarkt.
Die Cliffhanger erhöhen die Spannung in "24"
Als Cliff bezeichnet der Fachmann einen Moment am Ende einer Serienfolge, der als Spannungshöhepunkt ausgearbeitet ist und in dieser Folge nicht mehr aufgelöst wird. Dies soll den Zuschauer dazu animieren, zur nächsten Folge wieder einzuschalten. "24" pflegt die Kunst des Ausarbeitens von Cliffhangern bis zur Vollendung: Spannender geht es nicht. Viele Fans sind deswegen dazu übergegangen, die Serie gar nicht mehr im Fernsehen zu schauen, sondern zu warten, bis die jeweiligen Staffeln auf DVD erscheinen. Diese dann hintereinander wegzusehen und dabei auch nicht von Werbepausen gestört zu werden, ist die inzwischen bevorzugte Umgangsform der Fans mit ihrer Serie.
Was macht die Faszination von "24" aus?
Die Serie mit Kiefer Sutherland fesselt vor allen Dingen durch ihre spannenden Geschichten. Damit dies auch so bleibt, verläßt sie in Staffel sieben Los Angeles und wechselt im Schauplatz ganz nach Washington. Jack Bauer ist ein Held, der trotz aller Härte, die er an den Tag legen muß, auch Sympathieträger der Serie ist: Der Zuschauer leidet mit dem Agenten, der beruflich wie auch durch zahlreiche private Schicksalsschläge auf’s Härteste geprüft wird. Die vielfältigen, überraschenden Wendungen der Handlung binden den Zuschauer ebenso, wie die spannenden Cliffs am Ende einer jeden Folge. Eine großartige Kameraführung, außergewöhnliche Sets, kinotaugliche Locations an denen die Serie entsteht und eine durchgehend hochkarätige Besetzung mit teils mehr, teils weniger bekannten Schauspielern sind weitere Bestandteile, die die Serie weltweit zu einem Erfolg hat werden lassen.
Wer bisher den Einstieg verpaßt hat, dem empfiehlt sich die DVD-Sammelbox mit allen sechs Staffeln. Wer sich diese anschaut, läuft Gefahr, ebenso zum 24-Süchtigen zu werden, wie es die meisten anderen Fans schon sind.
