Krzysztof Kieslowski gehört, neben Roman Polanski und Agnieszka Holland, zu einem der bekanntesten polnischen Regisseure. Besonders in Frankreich und den Vereinigten Staaten erfreut er sich großer Beliebtheit. In Deutschland blieben seine Werke allerdings bis jetzt noch weitestgehend vom Publikum unberücksichtigt.
Kieslowski wurde am 27. Juni 1941 in Warschau geboren. Sein Vater war Ingenieur und musste aufgrund seiner Arbeit oftmals umziehen, so lernte Kieslowski fast ganz Polen kennen. In den Jahren 1964-68 studierte er an der Filmhochschule Lodz, für dessen Aufnahme er drei Anläufe benötigte. In den Anfängen seines filmerischen Schaffens, widmete er sich dem Genre des Dokumentarfilms. In dieser Zeit (1979) entstand sein Werk „Der Filmamateur” (Amator), der als Spielfilm den Dokumentarfilm quasi imitiiert.
Kieslowskis zweiter Kinofilm: "Der Filmamteur"
Es war sein zweiter Kinofilm, den er gedreht hatte. In der Hauptrolle spielt Jerzy Stuhr den Werksmitarbeiter Filip Mosz, der sich für die Geburt seines ersten Kindes eine Amateurkamera kauft. Nach und nach entdeckt er seine Leidenschaft fürs Filmen und richtet das Objektiv zunehmends auf außerfamiliäre Ereignisse. So verpflichtet ihn sein Werksleiter zum Drehen des Firmenjubiläums, da Filip der einzige im Besitz einer Kamera ist. Mit diesem Film nimmt er an einem Wettbewerb für Amateurfilmer teil und gewinnt den ersten Preis.
Hier wendet sich sein Schicksal, er lernt die Welt des Filmes kennen, sowie das städtische Territorium. Beides sind unbekannte Sphären für ihn, mit denen er lernen muss umzugehen. Seine Leidenschaft für das Filmedrehen wird stärker und er gründet einen Filmklub, vernachlässigt seine Familie aber immer mehr. So verlässt ihn seine Frau mit seiner Tochter, die doch der Grund für den Kauf der Kamera war. Der Verlust der eigenen Familie ist in doppelter Hinsicht tragisch für Filip: Da er selber als Waise aufwuchs, war sein sehnlichster Wunsch
Darüber hinaus entdeckt er die Gefahren, die in der Zurschaustellung der Realität stecken: Wegen einem seiner Filme, wird ein Arbeitskollege entlassen und auch sein neues Projekt birgt negative Konsequenzen für seine Stadt. In der letzten Szene richtet Filip seine Kamera auf sich selbst und fängt an seine Geschichte zu erzählen.
Werke und Preise
Zu Kieslowskis berühmtesten Werken zählt die Trilogie „Drei Farben”: Blau (1993-1994), Weiß (1994), Rot (1994). Es ist eine französisch-polnische Koproduktion, dabei symbolisieren die einzelnen Filme jeweils die Schlagworte der Französischen Revolution: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit. In seinem Film „Die zwei Leben der Veronika” (Podwójne zycie Weroniki,1991) lassen sich viele Parallelen zum französischen Werk "Die fabelhafte Welt der Amelie" , das zehn Jahre später gedreht wurde, ausmachen. Sein Werk „Der Zufall möglicherweise“ (Przypadek) entstand 1981 und war Vorbild für Tom Tykwers Film „Lola rennt“. Der zehnteiler „Dekalog” (1989-1990) war eine erfolgreiche Fernsehserie, in der die Zehn Gebote thematisiert wurden.
Seine Filme wurden mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Goldenen Löwen, dem Silbernen Bären und dem FIPRESCI-Preis. Kieslowski starb am 13. März 1996 in Warschau.
