
- Sensemilia Yellow / Hanf - hmboo / flickr.com
Die sogenannte weiche Droge Cannabis genießt einen relativ guten Ruf. Zwar freuen sich wohl wenig Eltern überschwänglich, wenn sie ihre Kinder beim heimlichen Kiffen erwischen sollten, doch werden sie von ihrem Nachwuchs sogleich besänftigt und versöhnlich gestimmt: Hin und wieder eine Tüte durchzuziehen, das chillt und ist völlig harmlos, argumentieren junge Freunde der Hanf-Pflanze.
Cannabis lindert keine Psychosen, sondern verstärkt sie bis zur Schizophrenie
Besser am Wochenende einen Joint zu rauchen und sich in eine friedliche und entspannte Scheinwelt zu begeben, als betrunken herumzupöbeln. Alkoholkonsum sei wesentlich ungesünder, mache aggressiv und führe vor allem häufig zum Tod. Cannabis dagegen wäre sogar als eine Art Medizin zu betrachten und habe therapeutischen Nutzen. Dass diese Behauptungen nicht richtig sind, belegt eine nun im British Medical Journal veröffentlichte Langzeitstudie. Demnach besteht ein doppeltes Risiko, an schweren Psychosen bis hin zur Schizophrenie zu erkranken.
Gib das Hanf frei – besser mit dem Kiffen aufhören, denn es kann schwer krank machen
Druck in der Schule, Stress mit den Freunden und Eltern, die wenig Zeit haben – die Gründe, warum Jugendliche gefrustet sein können, kennt jeder, der selbst einmal in der Pubertät war. Diese negativen Gefühle werden gerne einmal betäubt, und die Wirkung setzt schnell ein. Wer kifft, sündigt nicht, denken viele. Schließlich macht es ruhig, entspannt und hilft sogar bei psychischen Störungen. Das stimmt nach den Ergebnissen der neuen Studie definitiv nicht. Wer unter ersten psychotischen Symptomen leidet, kann mit dem Rauchen von Cannabis nicht die Beschwerden lindern. Kiffen stellt demnach keine mögliche Therapie dar, sondern kann vielmehr Psychosen direkt auslösen.
Neue Studie belegt: Junge Cannabis-Raucher haben doppeltes Psychose-Risiko
Die Universität Maastricht in den Niederlanden ist zusammen mit einem Expertenteam aus England, Deutschland und der Schweiz der Sache nachhaltig auf den Grund gegangen. Über einen Zeitraum von zehn Jahren beobachteten Wissenschaftler und Psychologen knapp 2.000 Personen zwischen 14 und 24 Jahren. Hierbei wurde vor Beginn der Langzeitstudie deutlich darauf geachtet, dass all jene junge Menschen von den Erhebungen ausgeschlossen wurden, die bereits im Vorfeld psychiatrische Symptome oder Drogenprobleme aufwiesen. Heraus kam als deutliches Fazit des Forschungsteams, dass besonders im jungen Alter regelmäßiges Kiffen das Risiko, an Psychosen zu erkranken, verdoppelt. Wer Cannabis raucht, geht somit ein deutlich erhöhtes Risiko ein, später an Halluzinationen und Wahnvorstellungen zu leiden. Außerdem kann dauernder Konsum dieser Droge bereits vorhandene Anlagen für psychotische Krankheiten noch verstärken.
Wir kiffen: Volldröhnen ist keine gute Idee, doch Verbote bringen nichts
Die Vergangenheit habe gezeigt, so die Experten, dass strikte Verbote bei Jugendlichen und jungen Menschen eher das Gegenteil bewirken. Besser ist es, mit seinen Kindern in Ruhe zu sprechen und die deutlichen Gefahren behutsam zu erörtern. Von einem Joint wird niemand verrückt und ein Grund zur Panik besteht aufgrund der neuesten Erkenntnisse nicht, doch genaues Hinschauen ist sicherlich angebracht.
Quelle: British Medical Journal
Foto: hmboo
