
- Kill the Boss - Filmplakat - Jason Bateman - Warner Bros. Pictures Publicity
Der US-Titel und der deutsche Titel der Komödie sind Programm: "Horrible Bosses" heißt der Film im Original und deutet an, wie schlimm die drei Chefs von drei Kumpels sind. Der deutsche Titel "Kill the Boss" zeigt, was die drei mit ihren Vorgesetzten vorhaben, nämlich sie um die Ecke bringen. "Kill the Boss" startete am 1. September 2011 in Deutschland im Kino.
"Kill the Boss" - Die Handlung der Komödie mit Jason Bateman
Nick, Dale und Kurt sind dicke Freunde, haben aber eines ganz besonders gemeinsam: Sie hassen ihre Chefs aus tiefstem Herzen. Die Gründe hierfür liegen auf der Hand: Nick (Jason Bateman) wird vom sadistischen Dave Harken (Kevin Spacey) unterdrückt und an der Nase herumgeführt. Zahnarzt-Assistent Dale (Charlie Day) muss sich trotz Verlobter mit den sexuellen Übergriffen seiner scharfen Chefin (Jennifer Aniston) arrangieren. Und Kurt (Jason Sudeikis) hat mit Bobby (Colin Farrell) einen kokssüchtigen, durchgeknallten Vorgesetzten, den man auch am liebsten ausschalten möchte. Nach langem Hin und Her engagieren die drei Kumpels den Kriminellen Motherfucker Jones (Jamie Foxx). Der jedoch hat nur den heißen Tipp für sie, dass sie gegenseitig ihren Chefs das Lebenslicht ausknipsen sollen.
Seth Gordon - Regisseur von "Kill the Boss" und "Breaking In"
Regisseur Seth Gordon ist aus filmischer Hinsicht noch ein sehr unbeschriebenes Blatt, was sich durch "Kill the Boss" jetzt aber deutlich ändern kann. Begonnen im Jahr 2002 mit Kurzfilmen und Dokumentation, darunter der gelungenen Gamer-Doku "The King of Kong" (2007), war Gordon zunächst fürs Fernsehen zuständig: Er führte Regie bei ein paar Folgen von TV-Serien, darunter den schon jetzt kultigen "Community", "The Office" und "Modern Family". Nach der Doku "Freakonomics" (2010) und der Christian-Slater-Serie "Breaking In", für die er nicht nur auf dem Regiestuhl saß, sondern auch die Skripte schrieb, steht nun mit "Kill the Boss" sein bisher größtes Werk an. Weiter geht es für Seth Gordon nun im Drama-Bereich: In "The Only Living Boy in New York" (2013) schlägt sich ein junger Mann nach seinem College-Abschluss mit New York und der Geliebten seines Vaters herum. Während der Titelheld vom zurzeit brandheißen Logan Lerman ("Die drei Musketiere") gespielt wird, sieht man die ebenfalls im Durchstart befindliche Olivia Wilde ("Cowboys & Aliens", "Wie ausgewechselt") für die Rolle der Geliebten vor.
Jason Bateman, Jason Sudeikis und Charlie Day in "Kill the Boss"
Auf Jason Bateman ist wie immer Verlass: Mit stoischer Ruhe und typischem Bateman-Blick spielt er sich gekonnt durch "Kill the Boss". Der Golden-Globe-Gewinner ist zurzeit mal wieder in allerhand Komödien zu sehen ("Wie ausgewechselt", "Paul", "Umständlich verliebt") und bereitet sich offenbar in Bälde auf die heiß erwartete Kino-Version der Kult-Serie "Arrested Development" vor, mit der er sich von 2003 bis 2006 in den Comedy-Olymp spielte. Ähnlich solide spielt auch wieder Jason Sudeikis. Der seit 2003 in der Sketch-Show "Saturday Night Live" agierende Schauspieler ist in Deutschland noch recht unbekannt, spielte mit "Alles erlaubt", "Verrückt nach Dir" und "Der Kautions-Cop" aber immerhin schon in dem einen oder anderen Film mit und wird sicherlich noch häufiger zu sehen sein. Lediglich aus "Verrückt nach Dir" bekannt sein dürfte Charlie Day. In den USA dagegen hat sich Day bereits einen Namen gemacht durch die TV-Serie "It´s Always Sunny in Philadelphia" mit Danny DeVito, in der er von 2005 bis 2010 spielte.
Kevin Spacey, Jennifer Aniston und Colin Farrell in "Kill the Boss"
Auch wenn Bateman, Sudeikis und Day die eigentlichen Hauptdarsteller des Films sind, so werden sie doch gehörig an die Wand gespielt von ihren Film-Vorgesetzten: Kevin Spacey, Jennifer Aniston und Colin Farrell geben die "Horrible Bosses" so gnadenlos überdreht, dass sie die eigentlichen Stars des Films werden. Der zweifache Oscar-Preisträger Kevin Spacey ("American Beauty", "Die üblichen Verdächtigen") ist herrlich als knallharter Boss, der sich lieber selbst zum Vizechef macht, um noch mehr Kohle einzustreichen und seine Mitarbeiter übervorteilt, wo er nur kann. Die 1969 geborene Jennifer Aniston zeigt, dass man mit jedem Jahr attraktiver werden kann und präsentiert sich in "Kill the Boss" als rattenscharfe, sexsüchtige Zahnärztin, die nachvollziehbar macht, warum sich ihr Assistent schwer auf etwas anderes, inklusive seiner Verlobten, konzentrieren kann. Wie schon zuletzt in "Meine erfundene Frau" spielt Aniston lockerleicht und mit viel Sinn für Timing. Colin Farrell darf sich als drogensüchtiger, herumhurender Boss auch mal wieder so richtig austoben. War er zuletzt eher im dramatischen und romantischen Fach zu sehen ("The Way Back", "Crazy Heart", "Ondine"), präsentiert sich Farrell hier nun wieder mal in durchgeknalltester Art. Allein seine Frisur ist schon das Eintrittsgeld wert.
Film-Kritik - "Kill the Boss" mit Jason Bateman, Kevin Spacey, Jennifer Aniston
Welch spaßiger Auftakt! Sehr unterhaltsam ist die Einführung der Charaktere, den drei armen Angestellten mit ihren üblen Chefs. Mit viel Frische kommt das Ganze daher, besonders die Vorgesetzten werden so herrlich überdreht dargestellt, dass man sich herrlich drüber freuen kann. Das Problem von "Kill the Boss" ist jedoch, dass sich dieser Spaß nicht über die gesamten 98 Minuten halten kann, denn ab der Planschmiede der drei Jungs geht es mächtig bergab mit der Spritzigkeit. Zwar gibt es hier und da noch einige wirklich amüsante Szenen, doch das Pulver scheint schon mit dem Start verschossen worden zu sein. Gänzlich auf Fäkalhumor kann darüber hinaus natürlich auch mal wieder nicht verzichtet werden. Was bleibt, ist eine Komödie, die deutlich mehr hätte sein können, als sie es im Endeffekt ist, und dies sogar von Beginn an deutlich zeigt. Nichts ankreiden kann man dafür sämtlichen Darstellern. Bateman, Sudeikis und Day blödeln sich durch den Film, Spacey, Aniston und Farrell lassen gehörig die Sau raus und dazu gibt es noch Auftritte von Donald Sutherland ("The Mechanic") und Julie Bowen ("Modern Family"). Obwohl "Kill the Boss" definitiv seine Längen und allerhand schwache Momente hat, bleibt dennoch einiges deutlich Positives im Gedächtnis, über das man noch lange lachen kann.
Quellen
Warner Bros. Pictures Publicity
