
- Verkehrshelfer - mercateo.com
Wie man der Tagespresse entnehmen kann, verunglücken besonders nach den Sommerferien Kinder häufig auf dem Schulweg. Eltern von Erstklässlern begleiten, aus Sorge um deren Sicherheit, die Kleinen oft monatelang zur Schule. Um den Kindern Hilfe im Erwerb der Verkehrssicherheit zu bieten, wurde in den 50er Jahren, als das Verkehrsaufkommen auch in Deutschland stark zunahm, die Sicherung des Schulweges durch Schülerlotsen angeregt.
Wer kann Verkehrshelfer werden?
Offiziell heißen Schülerlotsen in Deutschland Verkehrshelfer. Es können Kinder ab 13 Jahre, aber auch ehrenamtlich tätige Erwachsene sein, die als Schulweghelfer, Schulbuslotsen oder Schulbusbegleiter den Schulweg der Kinder sicherer machen. Sie wurden von der Polizei in Verkehrserziehung und Umweltschutz ausgebildet, um Kindern ehrenamtlich bei zu stehen. Theoretisch sind sie dazu befähigt den Straßenverkehr zu regeln. Sie dürfen aber in keinem Fall selbstständig in den Verkehr eingreifen sondern nur die Verkehrszeichen, Schilder und Zebrastreifen und polizeiliche Weisungen unterstützen.
Welche Uniform trägt ein Schülerlotse?
Auf Verkehrshelfer wird in Deutschland in einer gebührenden Entfernung durch ein blaues Verkehrsschild mit der Aufschrift Verkehrshelfer hingewiesen. Schülerlotsen werden von den anderen Verkehrsteilnehmern in Deutschland durch ihre Signalkelle, einer orangefarbenen Mütze und Weste die reflektierende Querstreifen hat, erkannt. Je nach Wetterlage und Bundesland, gehört zur Ausrüstung ein Mantel oder eine Weste in der Signalfarbe gelb. Manchmal haben Schülerlotsen/Verkehrshelfer ein Buch, in das sie alle Vorkommnisse eintragen können.
Was tun Verkehrshelfer?
An einem Lotsenpunkt treffen sich die Hilfsbedürftigen( meist Erstklässler) und werden, in kleinen Gruppen, sicher von den Schülerlotsen über die Fahrbahn geleitet. Diese suchen eine Lücke im Verkehr, machen sich mit ihrer Schülerlotsenkelle bei den anderen Verkehrsteilnehmern bemerkbar und sorgen dafür dass alle Kinder sicher auf die andere Straßenseite gelangen. Laut Straßenverkehrsordnung (StVO) dürfen sie die anderen Straßenverkehrsteilnehmer aber nicht stoppen, denn das bleibt der Polizei, der Feuerwehr oder den Zollbeamten vorbehalten. Schulbuslotsen sind dafür verantwortlich, dass Kinder sicher in den Schulbus gelangen und von dort ohne Gefahr nach Hause kommen. Schulbusbegleiter schützen die Kinder während der Fahrt im Schulbus.
Wie sieht der Alltag von Verkehrshelfern aus?
Lange bevor die anderen Kinder sich auf ihren Schulweg begeben, sind Verkehrshelfer an allen Werktagen unterwegs. Zwischen 7:15 Uhr und dem Schulbeginn stehen sie an den Gefahrenpunkten des Schulweges und im Schulbus, um besonders die Erstklässler sicher in die Schule zu geleiten. In einigen Bundesländern sorgen sie auch für ein Geleit nach Hause.
Welche zusätzliche Hilfe gibt es um Kinder im Straßenverkehr zu sichern ?
Nach Auskunft der Deutschen Verkehrswacht hat es in über 50 Jahren Praxis an den mit Schülerlotsen gesicherten Übergängen keinen einzigen tödlichen Verkehrsunfall gegeben. Damit die hohen Anforderungen von Schülerlotsen auch weiter geleistet werden können, werden auf Stadt- Kreis-, auf Landes- und Bundesebene Schülerlotsen-Wettbewerbe veranstaltet. Die Initiativen „Sicherer Schulweg“ und „Schulbus zu Fuß“ helfen Kindern unbeschadet Verkehrssicherheit zu erwerben und gleichzeitig etwas für die körperliche Gesundheit zu tun. Von der Deutschen Verkehrswacht werden regional kostenlos Hilfen für Kindergruppen angeboten.
Kritiker weisen auf Lücken in der Verkehrssicherheit für Kinder hin
Kritische Stimmen in Elternversammlungen beklagen, das vielerorts die Kinder zwar von den Verkehrshelfern zur Schule geleitet werden, ihr Weg nach Hause aber oft, wegen der unterschiedlichen Unterrichtszeiten, nicht geschützt sei. Auch müssten Kinder die später zur Schule gehen, oder nachmittags Unterricht haben, den Weg irgendwie alleine absolvieren. Von Schülern wird darauf hingewiesen, dass Verkehrshelfer ihre Position ausnutzen könnten, um von Kindern Schutzgeld oder Wertgegenstände zu erpressen. Wie Berichte aus den USA zeigen, in denen Schutzbefohlene zusätzlich von Erwachsenen Helfern sexuell ausgenutzt oder belästigt wurden, sind diese Bedenken nicht aus der Luft gegriffen. Eltern sollten wissen wer ihre Kinder zur Schule begleitet und für eine sorgfältige Auswahl der Personen sorgen. Im täglichen Miteinander muss ein Vertrauensverhältnis zwischen Eltern, Schülern, Schülerlotsen und Schule aufgebaut und gepflegt werden. Das kann nur funktionieren, wenn Kinder ernst genommen werden und Personen, die den Kindern nicht zusagen, nicht eingesetzt werden.
Es gilt zu berücksichtigen, dass in der Nähe von speziellen Heimschulen oder Sonderschulen auf die besonderen Anforderungen von Verkehrshelfern eingegangen werden muss. Eine gute Zusammenarbeit/Koordination von Fahrdiensten, Schulsozialarbeitern mit den Verkehrshelfern ist für alle Schulen unbedingt erforderlich. Vielfach ist zu beobachten, dass Erwachsene, die zufällig in die Kindergruppe geraten oder Schüler begleiten, die Schülerlotsen bedauerlicherweise nicht respektieren.
Beobachter sind über die Sicherheit der Verkehrshelfer besorgt und meinen, dass diese für ihre unbezahlte Tätigkeit zu wenig Lob und Bestätigung erhalten Schulsozialarbeiter die sich namentlich nicht zu erkennen geben wollen, befürworten eine Verkehrserziehung durch Beamte der Polizei, wie es bis vor einigen Jahren in vielen Bundesländern noch üblich war.
Nicht in allen Ländern werden Schülerlotsen von den anderen Verkehrsteilnehmern anerkannt und gerne gesehen. In Großbritannien wurden im Jahr 2007 über 1 400 Schülerlotsen, die wegen des gelben Stoppschildes in ihrer Hand als Lollipop Man/Lady bezeichnet werden, vorwiegend von Autofahrern psychisch oder verbal angegriffen.
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