
- Kinder sind Nahrungsmittelwerbung ausgeliefert. - Foto: bodybyketosis.com
Die globale Gesundheitsbehörde der Vereinten Nationen (WHO) rief Ende Januar 2010 zum wiederholten Mal dazu auf, Kinder weniger der Reklame für Nahrungsmittel mit hohem Fett-, Zucker- oder Salzgehalt auszusetzen. Falsche Ernährung würde gerade bei Kindern das Risiko für nicht übertragbare Krankheiten (NCD - nach dem englischen “noncommunicable diseases”) im weiteren Verlauf ihres Lebens erhöhen. In der Fernsehwerbung nimmt „Junk Food“ einen vorderen Platz ein und es gibt laut Weltgesundheitsorganisation gesicherte Beweise, dass derartige Reklame die Vorlieben der Kinder für bestimmte Nahrungsmittel, Kaufwünsche und Verbrauchergewohnheiten stark beeinflusst.
Keine Werbebotschaften an Kinder für fette und süße Nahrung
Im Mai 2010 hatten daher die Mitgliedsländer der WHO neue Empfehlungen gegen die Vermarktung von Nahrungsmitteln und nichtalkoholischen Getränken für Kinder beschlossen. Darin wird zu nationalen und internationalen Aktionen aufgefordert, die subtilen, gezielt an Kinder adressierten Werbebotschaften für den Kauf von Nahrung mit hohem Fett- oder Fettsäureanteil, ungebundenem Zucker oder Salz zu reduzieren. Auch die Nutzung einflussreicher Medien wie Fernsehen, Kino oder soziale Internet-Netzwerke als Werbeträger für diese Produkte soll eingeschränkt werden. “Nichtübertragbare Erkrankungen wie Herz- und Gefäßleiden, Krebs und Diabetes stellen heute eine ernsthafte Gefahr für die menschliche Gesundheit und die sozial-ökonomische Entwicklung dar”, sagte Dr. Ala Alwan, der in der WHO für nichtübertragbare und psychische Krankheiten zuständig ist.
43 Millionen Kinder im Vorschulalter sind fettleibig oder übergewichtig
„Diese Empfehlungen auch umzusetzen sollte zum wichtigen Bestandteil der Bemühungen für den Schutz vor ungesunder Ernährung von Kindern werden, die für den Rest ihres Lebens ein Risikofaktor für schwere Krankheiten sein kann”, sagte der aus dem Irak stammende Dr. Alwan. Die Anwendung der WHO-Richtlinien soll auch die Möglichkeiten der Länder stärken, gesunde Kost für Kinder durchzusetzen und deren normales Körpergewicht zu erhalten.
Nach Angaben der globalen Gesundheitsbehörde sind weltweit 43 Millionen Kinder im Vorschulalter fettleibig oder übergewichtig. Auch haben wissenschaftliche Untersuchungen gezeigt, dass ein Großteil der TV-Werbung Nährmittel anpreist, die keine Grundnahrungsmittel sind und wenig Nährwert haben. Schlechte oder falsche Ernährung gehört zu den Hauptursachen für die vier häufigsten nichtübertragbaren Krankheiten – Krebs, Diabetes, Herz- und Gefäßkrankheiten sowie chronische Lungenleiden – denen jährlich 35 Millionen Menschen zum Opfer fallen. Das sind 60 Prozent der gesamten natürlichen Todesfälle eines Jahres.
Weniger Zigaretten, Alkohol, Fett und mehr Bewegung verhindert frühe Todesfälle
Mehr als neun Millionen davon sind frühzeitige Todesfälle, das heißt Menschen, die vor Erreichen des 60. Lebensjahres sterben. Diese könnten nach Überzeugung der WHO durch kostengünstige Maßnahmen wie weniger Tabakkonsum, Vermeidung von exzessivem Alkoholgenuss oder die Förderung von gesunder Ernährung und körperlicher Aktivität verhindert werden. Gegenwärtig laufen die Vorbereitungen für das erste hochrangige Treffen in der UNO-Vollversammlung zur Verhütung und Kontrolle von nichtübertragbaren Krankheiten, das vom 19. bis 20. September 2011 in New York stattfinden wird.
