Kinder brauchen gesundes Essen, um sich körperlich, geistig und seelisch gut zu entwickeln. Aber selbstverständlich ist dies in unserer Gesellschaft nicht. Rund 30 Prozent der Familien in Berlin leben von Hartz IV. „Armut zieht soziale Probleme nach sich. Sie zeigt sich in vielen Fällen auch in einer Vernachlässigung und unzureichenden Ernährung der Kinder“, erklärt Phil Schneider, Vorsitzender der Kinderküche.
Im Juli 2008 öffnete die Kinderküche, eine Initiative des Familienschutzwerk e.V., das erste Mal ihre Türen. Rund 30 Kinder zwischen sechs und 13 Jahren kommen jeden Tag in die hellen und freundlich eingerichteten Räume. „Bei uns erhalten die Jungen und Mädchen eine gesunde Mahlzeit mit viel frischem Obst und Gemüse. Manches Kind hat bei uns das erste Mal in seinem Leben Erdbeeren gegessen und merkt, dass Essen nicht zwangsläufig als Fertiggericht auf den Tisch kommt“, so Schneider.
Neben Nachhilfe und Ausflügen gibt es auch Geborgenheit
Erfahrene Erzieherinnen helfen bei den Hausaufgaben und fördern die Mädchen und Jungen mit gezielter Nachhilfe, damit sie in der Schule besser mitkommen. Sie wissen auch mit unruhigen Zeitgenossen umzugehen, schlichten mal den einen oder anderen Streit und organisieren gemeinsame Ausflüge. Nicht zuletzt geben sie auch Zuwendung und Geborgenheit oder haben ein offenes Ohr für individuelle Sorgen.
„Bildung ist der Schlüssel, um die Negativspirale in den Familien zu unterbrechen. Viele Kinder werden von zu Hause nicht gefördert und erhalten keine Unterstützung, wenn sich in der Schule Lücken zeigen. Da auch die Lehrer in heute meist großen Klassen überlastet sind, bleiben diese Schüler einfach auf der Strecke“, weiß Schneider. „Manche Eltern sind auch schlicht mit der Erziehung ihres Nachwuchses überfordert oder ausschließlich mit eigenen Problemen beschäftigt.“
Neue Perspektiven aufzeigen
In den Räumen der Kinderküche tobt heiteres Leben, die Kinder fühlen sich ganz offensichtlich wohl. „Das ist einfach toll hier“, meint die achtjährige Afrodita. Ariane, neun Jahre, berichtet stolz, dass sie dank der Hausaufgabenhilfe ihre Noten in Sachkunde und Deutsch verbessern konnte. „Ich finde es schön, dass wir alle zusammen kochen. Das macht viel Spaß“, ergänzt Elvira, zehn Jahre, mit strahlenden Augen.
Zeigen, dass es ein Leben jenseits des Fernsehers gibt, Kinder mit besserer Kleidung zu versorgen, damit sie in der Schule nicht gehänselt werden, und zu lehren, dass Konflikte im Gespräch zu lösen sind – es gibt viel zu tun in der gemeinnützigen Einrichtung.
Gerne würde die Moabiter Kinderküche Anlaufstelle für mehr bedürftige Kinder sein und auch weitere Zweigstellen eröffnen. Unternehmen, die mit einer Geldspende helfen, dürfen mit dem Logo der Initiative werben. Auch ehrenamtliche Helfer oder Sachspenden sind herzlich willkommen.
Kontakt: Kinderküche / Familienschutzwerk e.V., Oldenburger Str. 23, 10551 Berlin, Phil Schneider, Tel.: 030 / 81 6178 55. www.familienschutzwerk.de, info@familienschutzwerk.de.
