Das mag sich für einige vielleicht merkwürdig anhören. Doch es ist tatsächlich so: Auch Kinder brauchen Entspannung! Sie sind ebenso wenig Maschinen wie Erwachsene es sind. Kinder haben meist schon von klein auf einen anstrengenden Tagesablauf zu bewältigen – auch wenn das vielen Erwachsenen nicht bewusst ist. Es ist nicht so, dass Kinder ihre Kindheit generell nur mit spielen, fernsehen, essen und schlafen verbringen. Kinder haben nicht nur Spaß, sondern auch Anstrengung. Und daher brauchen sie zum Ausgleich ein gutes Maß an Entspannung. Denn nur so bleiben sie glücklich und gesund und können zu ebensolchen glücklichen und gesunden Erwachsenen heranreifen.

Warum brauchen Kindergartenkinder Entspannung?

Da in vielen Familien beide Elternteile berufstätig sind, müssen die Kinder morgens bereits früh aufstehen – auch wenn sie noch nicht schulpflichtig sind. Das heißt, die Kleinen können nicht ausschlafen und sind daher entsprechend müde und unausgeruht.

Zwar müssen sich die Knirpse im Kindergarten nicht stundenlang konzentrieren und auch nicht lesen, schreiben und rechnen lernen – doch sie toben, kämpfen und spielen. Und das in einer Umgebung, in der ständig Action und enorme Lautstärke herrschen. Also keineswegs mit dem entspannten Spielen zu Hause im ruhigen Kinderzimmer vergleichbar. Wer dies nicht glaubt oder nicht nachvollziehen kann, sollte unbedingt einmal im Kindergarten nachfragen, ob sie/er einmal einen Vormittag dort verbringen darf. Nach ein paar Stunden wird jeder der Überzeugung sein, dass auch Kindergartenkinder Entspannung brauchen.

Oft ist nach einem Kindergartentag aber noch nicht alles vorbei. Dann geht es weiter mit dem Sportverein, dem Chor, dem Klavierunterricht, dem Englischkurs, den Besuchen bei der Oma, Einkaufen mit Mama usw. usw. usw. Dies ist nicht nur für Erwachsene stressig, auch – oder besser gesagt, besonders - für die Kinder. Sie hetzen von einem Ort zum nächsten, müssen ebenso wie Mama an der Supermarktkasse anstehen oder sich beim Klavier- oder Englischunterricht konzentrieren.

Warum brauchen Schulkinder Entspannung?

Schulkinder müssen in der Regel sehr früh aufstehen. Sollten sie mit dem Bus/Zug zur Schule fahren sogar noch früher. Dann heißt es, den ganzen Vormittag konzentrieren, zuhören, lernen, arbeiten! Schulschluss heißt aber nicht, dass nun Schluss ist und die Kinder den restlichen Tag frei haben. Nein! Schulschluss bedeutet nur, dass die Kinder die Schule für diesen Tag verlassen dürfen, um zu Hause ihre Hausaufgaben zu erledigen und für Klassenarbeiten zu lernen. Da der Unterricht meist bis mindestens 13:00 Uhr stattfindet, ist der Tag nach Erledigung der Hausaufgaben bereits schon weit fortgeschritten. Denn die Kinder müssen ja noch nach Hause kommen – und je nachdem, wie weit entfernt von der Schule sie wohnen, kommen sie entsprechend früh oder spät nach Hause.

Damit ist aber immer noch nicht Schluss für diesen Tag. Nein! Für viele heißt es neben dem Schulstress noch: Nachhilfe, Sportverein, Chor, Klavierstunden, AGs, Einkaufen mit oder für Mama, Besuche bei der Oma usw. usw. usw. Die Mithilfe im Haushalt nicht zu vergessen.

Wie können sich Kinder entspannen?

Jedes Kind hat andere Bedürfnisse und Vorstellungen. Daher gibt es keine allgemeingültige Regelung. Wichtig ist vor allen Dingen, dass Kinder noch genug Zeit für ihre Hobbys und das Treffen mit Freunden haben. Dies trägt bereits zur Entspannung bei. Zusätzlich sollte darauf geachtet werden, dass sie ausreichend Schlaf bekommen.

Weiter ist es wichtig, dass Kinder nach dem Kindergarten bzw. nach der Schule die Möglichkeit haben, sich mindestens für eine halbe Stunde in ihr Zimmer zurückziehen zu können. Bei leiser Musik, einem Hörspiel, einem Buch, einem Puzzle oder auch beim Spielen mit den Kuscheltieren kann das Kind von dem anstrengenden Vormittag abschalten und innerlich zur Ruhe kommen. Auch wenn manche Kinder dies nicht möchten, sollten Eltern unbedingt darauf bestehen. Denn Kinder können nicht selbst erkennen, dass sie Ruhe und Entspannung brauchen, um gesund zu bleiben.

Fernsehen, Computer und Konsolenspiele sind Gift, wenn es um Entspannung geht. Die schnell wechselnden Bilder (und schon das bloße lange in den Bildschirm sehen) führen nur zu weiterem Stress im Kopf – auch wenn man sich dessen nicht bewusst ist.

Zeit für Entspannung nehmen

Je nach Kind und Familie bieten sich auch gemeinsames Yoga oder ein gemeinsamer Mittagsschlaf an. Oder alle legen sich zusammen auf eine Decke auf dem Boden und kuscheln und/oder träumen oder lesen sich gegenseitig etwas vor. Wichtig ist bei all dem, dass es ruhig zugeht – sowohl von der Lautstärke her gesehen als auch von den Bewegungen. Hektische Bewegungen verursachen Unruhe – und Unruhe verhindert, dass man sich entspannen kann. Toben kann man nach der Entspannungspause immer noch.

Es ist sowohl für Erwachsene als auch für Kinder sehr wichtig, dass der Tag nicht mit Aktivitäten vollgepackt ist. Es muss jeden Tag genug Zeit bleiben, um sich entspannen (und einfach mal nur faulenzen) zu können. Hilfreich sind hierbei verschiedene Pläne, wie beispielsweise ein Haushaltsplan, ein Speiseplan und ein Lernplan, um den Tagesablauf zu organisieren.

Bitte beachten Sie, dass ein Suite101-Artikel generell fachlichen Rat - zum Beispiel durch einen Arzt - nicht ersetzen kann.