Kinder helfen Kindern: Deutsche Weihnachtspakete für Osteuropa

Weihnachtsfreuden aus einem Spenderpaket - Michael Voigt
Weihnachtsfreuden aus einem Spenderpaket - Michael Voigt
Kinder wissen am besten, was Kinder mögen. Dieser Gedanke liegt einer Paketaktion zugrunde, welche vor allem osteuropäischen Kindern Freude bereiten soll.

Nicht wenige Bürger im wohlhabenden Deutschland stehen alljährlich vor dem gleichen Problem: Die Suche nach passenden und originellen Weihnachtsgeschenken. Jene werden deshalb von Jahr zu Jahr immer teurer, ausgefallener oder technischer. Osteuropäische Kinder und Jugendliche, die in Heimen oder auf der Straße leben, haben dieses Problem nicht. Sie kennen zwar die modischen Trends von heute, doch sie können sich nicht einmal die von vorgestern leisten.

Die Hilfsorganisation ADRA

Ein Projekt, dass dieses Wohlstandsgefälle ein wenig abflachen möchte, ist die Paketaktion „Kinder helfen Kindern“. Organisiert wird sie von der international tätigen Katastrophen- und Entwicklungshilfe ADRA. Die Abkürzung steht für Adventist Development and Relief Agency. ADRA ist eine freikirchlich initiierte Hilfsorganisation mit dem Anspruch, in Not geratene Menschen unabhängig von ihrer Weltanschauung zu unterstützen. In der BRD existiert ADRA seit 1986, trägt das „DZI Spendensiegel“ und gehört zu den Gründungsmitgliedern der Initiative „Aktion Deutschland hilft“.

Wie die Paketaktion entstand

Das Projekt „Kinder helfen Kindern“ (KhK) wurde 1999 angeregt. Es trägt seinen Namen nicht zufällig, denn tatsächlich beruht KhK auf den Gedanken eines Kindes. Pastor Erich Lischek, Geschäftsführer von ADRA Deutschland, erzählt davon in einem Interview: Als er zu Hause einmal seine Reiseeindrücke aus den Armutsgebieten Indiens berichtete, wollte seine Tochter spontan ihr Spielzeug den dortigen Kindern spenden. Aus dieser kleinen Episode entwickelte sich die Idee zur Hilfsaktion „Kinder helfen Kindern“, welche seit dem Jahr 2000 durchgeführt wird. Das Prinzip: Kinder in Deutschland befüllen kleine Weihnachtspakete mit allerlei Dingen, die ihnen selbst auch Freude bereiten würden: Süßigkeiten, Spielzeug, Dinge zum Malen oder Basteln und natürlich auch Plüschtiere. Um die Transportkosten zu optimieren, stellt ADRA dafür standardisierte Kartons zur Verfügung. An der bundesweiten Aktion beteiligen sich neben Privatpersonen auch Schulklassen und Kindergärten.

Weihnachtsgeschenke und nachhaltige Hilfe

Zur Ausgabe und Entgegennahme der Pakete stehen deutschlandweit regionale Sammelstellen und örtliche Ansprechpartner bereit. Auf diese Weise konnten durch größtenteils ehrenamtliche Arbeit bisher pro Jahr fast 40.000 Weihnachtspäckchen in osteuropäische Länder transportiert werden. Seit einigen Jahren kommt ein Teil der Spenden auch von Armut betroffenen Kindern im Inland zugute. Die Hilfsaktion beginnt jährlich im September und dauert rund zwei Monate, so dass anschließend noch genügend Zeit für den Weitertransport in die jeweiligen Zielgebiete bleibt.

Doch das Projekt „Kinder helfen Kindern“ beschränkt sich längst nicht allein auf vergleichsweise kurzlebige Weihnachtsfreuden. Spendengelder ermöglichten bislang auch vielfach nachhaltige Hilfe. Beispielsweise konnten Kinderheime und Schulen saniert oder neu eingerichtet, Anlaufstellen für Straßenkinder geschaffen oder medizinische Maßnahmen finanziert werden.

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