
- Kinder sind kreativ - privat
Viele Eltern erhalten von der Kita ihres Kindes wenig Information darüber, welche Vorgehensweise hinter dem Begriff der Projektarbeit steht. Nicht selten besteht auch unter pädagogischem Fachpersonal keine einheitliche Vorstellung vom Konzept der Projektarbeit, so dass Erklärungen absichtlich vage gehalten werden. Dazu besteht kein Grund: Projektarbeit ist eine bewährte Methode, das Forschungs- und Selbstbildungsinteresse von Kindern zu nähren und zu fördern.
Projekte fördern ganzheitliches Lernen
Sicherlich gibt es in der Projektarbeit ein breites Spektrum an Gestaltungsmöglichkeiten und anzustrebenden Zielen. Die allgemein gängige Idee der Projektarbeit besteht jedoch immer darin, die Kompetenzen des Kindes in ganz verschiedenen Bereichen zu fördern und so ein ganzheitliches Lernen zu ermöglichen.
Will heißen: Die Kinder einer Tageseinrichtung setzen sich mit einem bestimmten gewählten Thema über einen längeren Zeitraum und in ganz verschiedener Art und Weise auseinander. Lautet das Projektthema etwa "Gemüse", so wird es darum gehen die Lebensmittel mit allen Sinnen zu erfassen und Herkunft, Verwendung, Form und Farbe genau auf den Grund zu gehen. Ein solches Projekt kann sich über Wochen oder Monate erstrecken und sollte alle Lernbereiche ansprechen, die zur Bildung des Kindes gehören.
Musik, Kunst und darstellendes Spiel werden in das Projekt integriert
Die musische und künstlerische Bildung wird in der Regel durch Singspiele und Bastelangebote zum jeweiligen Thema gefördert, zusätzlich könnte ein kleines Schauspiel eingeübt werden. Dabei werden verschiedene Aspekte des Themas Gemüse beleuchtet, etwa in Liedern über das Pflanzen von Rüben oder das Anlegen eines kleinen Radieschenbeetes. Sicherlich werden von Kindern auch ihnen bekannte Gemüsesorten aufgemalt, wobei gleichzeitig die Kenntnis verschiedener Farben geschult wird.
In Projekten wird das Sozialverhalten trainiert
Soziale Fähigkeiten werden im Rollenspiel unter den Kindern vertieft, etwa beim Gemüse erstehen im Kaufmannsladen der Puppenecke. Kinder wiederholen hier Gelerntes, so dass sich ein nachhaltiger Bildungserfolg einstellt. Aufgabe des pädagogischen Personals ist die Bereitstellung passender Requisiten und Informationen zu auftauchenden Fragen der Kinder.
Mathematik, Naturwissenschaften und Medienerziehung gehören zur Projektarbeit
An jedem Projektthema lassen sich auch mathematische, naturwissenschaftliche und mediale Erfahrungen sammeln – man denke an das Zählen, Wiegen, Messen, Erforschen der Samen und Pflanzen sowie das Ansehen von Büchern, Bildern und eventuellen Kurzfilmen zum Thema. Eventuell erstellen Kinder ihre eigene Fotodokumentation, etwa zur Entstehung eines Gemüseauflaufs aus frischen Zutaten.
Das Umfeld des Kindes wirkt mit
Oft wird es auch darum gehen, das Umfeld der Kinder in das Projektthema einzubeziehen. Im genannten Beispiel werden Wochenmärkte oder Bauernhöfe besucht und man wird Eltern bitten, dem Kind ein Gemüse mitzugeben, das dann im Morgenkreis den kleinen Forscherkollegen vorgestellt wird.
Bei der Themenfindung zählen Interessen des Kindes
In der Regel werden Projektthemen heutzutage an den Interessen und dem Lebensumfeld der Kinder ausgerichtet. Erzieher greifen hierbei Themen auf, welche die Kinder offensichtlich beschäftigen. Das kann der Müll sein, der freitags vom großen Müllauto abgeholt wird, der Frühling, der ins Haus steht, oder auch der eigene Körper. Die Interessen der Kinder sind vielfältig und immer kann das Thema mit allen Sinnen erforscht werden.
ErzieherInnen planen, begleiten, beobachten und werten aus
Unterschiedlichen Methoden dazu werden im pädagogischen Team geplant. Dabei werden unterschiedliche Bildungsbereiche berücksichtigt, Schwerpunktsetzungen ergeben sich oft aus der konzeptuellen Ausrichtung der Kita sowie den besonderen Kenntnissen und Fähigkeiten der mit dem Projekt beschäftigten pädagogischen Fachkräfte.
Die Aufgabe der Erzieher besteht neben der Themenfindung darin, pädagogische Angebote zum Thema vor- und nachzubereiten, das Projekt zu dokumentieren, die Entwicklung der Kinder in den verschiedenen Bildungsbereichen zu beobachten und gezielt zu fördern sowie den Kindern als Ansprechpartner mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.
Die Erzieher informieren sich umfassend über das Projektthema – Fragen von Kindern bringen zuweilen selbst Professoren ins Schwitzen. Da hilft nur eines: recherchieren, forschen, informieren. Die Erwachsenen müssen Vorbild im "lebenslangen Lernen" sein.
