Kinder und Haustiere: die Vorteile einer wichtigen Beziehung

Glücklich: Kind und Hund - Bianca Huhle
Glücklich: Kind und Hund - Bianca Huhle
Haustiere tragen zur positiven Entwicklung von Kindern bei. Der Umgang mit dem Haustier bietet Kindern physische, soziale und emotionale Vorteile.

Wer kennt das nicht: Zum Geburtstag, zu Weihnachten oder auch zwischendurch äußern Kinder sehr oft den Wunsch nach einem Haustier. Je nach Alter des Kindes steht dabei zunächst der Spaß im Vordergrund, den man mit dem Tier erleben kann. Das Tierkind ist eine Art Spielzeug in lebendiger Gestalt, es bietet Unterhaltung und schützt vor dem Alleinsein. Aber auch kommunikative und emotionale Aspekte spielen eine große Rolle, die sich sehr positiv auf die persönliche Entwicklung des Kindes auswirken.

Die Wahl eines geeigneten Haustiers

Der erste Schritt ist zu entscheiden, welches Tier man sich aufgrund zeitlicher und räumlicher Gegebenheiten anschaffen kann, denn das Haustier sollte in den Lebensstil der Familie passen und sich problemlos eingliedern lassen. Die Wahl des Haustieres sollte den physischen Möglichkeiten und emotionalen Bedürfnissen des Kindes entsprechen, was bedeutet: Das Kind wünscht sich ein Haustier mit dem Ziel, sich darum zu kümmern, mit ihm zu spielen und es zu versorgen.

Der Hund als Haustier

Ist das Kind sehr lebhaft und braucht viel Bewegung, ist ein Hund ein treuer und kommunikativer Gefährte, mit dem sich so ziemlich alles anstellen lässt. Bei der Wahl des geeigneten Hundes muss das Alter des Kindes berücksichtigt werden. So bringt es recht wenig, wenn man einem siebenjährigen Mädchen einen Labrador-Welpen schenkt. Denn wenn der kleine Welpe zu einem stattlichen Hund herangewachsen ist, wird es aufgrund der unterschiedlichen körperlichen Proportionen und Kräfteverhältnisse nicht leicht, mit dem Hund spazieren zu gehen oder andere Aktivitäten allein mit ihm zu unternehmen. Das Alter des Kindes sowie Größe und Gewicht des Hundes müssen zueinander passen.

Exotische Tiere

Auch exotische Tiere, deren Haltung und Versorgung spezielles Wissen und Vorsichtsmaßnahmen erfordert, sind nichts für Kinder. Eine Schildkröte könnte man bedenkenlos anschaffen, doch wie lange ist sie unterhaltsam für ein Kind? Dasselbe kann für Fische gelten. Bei weniger kommunikativen Tieren verlieren Kinder schnell das Interesse, da sie zu wenig Interaktion erleben.

Katze, Vogel, Hamster

Katze, Vogel oder Hamster sind für Kinder geeignet, wenn sie selbst oder ein Familienmitglied nicht unter Allergien leiden. Natürlich gibt es auch eine Hundeallergie, daran sollte man im Vorfeld denken. Die Wahl des Haustieres ist also von ganz bestimmten Umständen innerhalb der Familie abhängig. Auch sollte man wissen, wie lange das bevorzugte Tier lebt, wie hoch seine Unterhaltskosten sind, wie pflegeintensiv es ist und wohin es soll, wenn man in den Urlaub fährt.

Die Haltung von Haustieren bietet körperliche Vorteile für Kinder

Der Umgang mit einem Haustier bietet körperliche Vorteile für das Kind. Das Spielen mit dem Haustier fördert die regelmäßige Bewegung des Kindes, es verbringt mehr Zeit an der frischen Luft und in der freien Natur. Der Aufenthalt im Freien und der Umgang mit dem Tier fördert die Immunabwehr, das Kind wird weniger krank und leidet seltener unter Allergien und Asthma. Der Körperkontakt mit einem Haustier wirkt beruhigend, reduziert Stress und senkt den Blutdruck. Das gilt besonders für Katzen und Hunde.

Haben Sie ein Kleinkind zu Hause, das sich in seinen ersten Schritten übt, so wird es alles daran setzen, auf schnellstem Wege zum Haustier zu gelangen, um es zu streicheln. Kinder haben weniger Angst als Erwachsene. Das Spiel mit dem Tier wirkt sich positiv auf die Motorik des Kindes aus: Hund und Katze spielen gern mit einem Ball oder anderen Gegenständen. Das Kind greift, wirft, läuft und springt. Die motorischen Fähigkeiten entwickeln sich schneller, was sich wiederum positiv auf die körperliche Gesamtentwicklung des Kindes auswirkt. Die meisten Spiele, die zwischen Kind und Haustier erfolgen, erfordern ein gewisses Maß an Bewegung. Diese Bewegung ist sehr förderlich, da viele Kinder und Jugendliche unter Bewegungsarmut leiden, denn ständiges Sitzen am Computer bedeutet Bewegungsmangel.

Psychosoziale Vorteile der Haustierhaltung

Kinder lernen im Umgang mit dem Haustier Hemmungen abzubauen, da die Kommunikation zwischen Mensch und Tier eine andere ist. Die Fürsorge und Erziehung des Haustiers trägt zur Stärkung des Selbstbewusstseins und zur Förderung von Wachstum und innerer Reife bei, da dem Kind die Verantwortung für sein Haustier übertragen wurde. Im Austausch- und Lernprozess zwischen Mensch und Tier stehen Geduld und Disziplin im Vordergrund. Das Kind lernt die Bedürfnisse des Haustiers kennen und verstehen, wodurch ein positives Sozialverhalten bewirkt wird. Es kontrolliert auch stärker seine Gefühle, denn die Achtung vor dem Tier äußert sich im positiven Verhalten gegenüber dem Tier: Zum Beispiel darf das Tier während des Fressens oder Schlafens nicht gestört werden. Die Wahrnehmung des Haustiers in seiner Art, die Verhaltensweisen und Lebensbedingungen helfen dem Kind, Unterschiede zu verinnerlichen, zu tolerieren und zu akzeptieren. Dieses ausgezeichnete Erlernen wird dem Kind ein ganzes Leben lang nützlich sein.

Emotionale Vorteile für Kinder

In ihrer Beziehung zum Haustier haben Kinder die Möglichkeit, ihre Gefühle auszudrücken und Empathie zu entwickeln. Sie verstehen, dass es außerhalb der Sprache andere Wege der Kommunikation gibt und lernen, ihre Emotionen auf andere Weise auszudrücken. Mit einem Haustier gibt es für ein Einzelkind keine Einsamkeit, wenn Freunde und Familie gerade nicht da sind. Ein Haustier gibt dem Kind das Gefühl, nicht allein zu sein. Das Tier wird zu einem Freund, der das Kind so akzeptiert, wie es ist, und zwar ohne Kompromisse. Dadurch wird die Selbstachtung des Kindes gestärkt. So ist es nur allzu natürlich, wenn Kinder ihren Haustieren Geheimnisse anvertrauen oder mit ihnen sprechen. Kinder vertrauen ihren Haustieren genauso wie die Haustiere ihnen vertrauen. Die Beziehung zwischen Kind und Haustier ist sehr emotional und wirkt auf beide Seiten positiv. Im Laufe der Zeit kann sich eine richtige Liebe und Unzertrennlichkeit entwickeln. Das Zusammengehörigkeitsgefühl wirkt sich sehr positiv auf das Kind aus.

Eine wichtige, wenn auch schmerzliche Seite ist die Auseinandersetzung des Kindes mit dem Tod des Haustiers. Da Haustiere eine kürzere Lebenserwartung als Menschen haben, erleben Kinder die Entwicklung des Haustiers vom Jungtier bis zu dessen Tod. Sie sind bereits in frühen Lebensjahren mit dem Thema konfrontiert und lernen auf diese Weise einen wichtigen Bestandteil des Lebens kennen.

Heidi Fülle, Heidi Fülle

Heidi Fülle - Hallo, ich freue mich, dass Sie hier sind und bedanke mich herzlich für Ihr Interesse. Seit etlichen Jahren arbeite ich in Berlin ...

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