Kinderhaus wurde ursprünglich als Heimat für Leprakranke gegründet und gehört seit 1903 als Stadtteil zu Münster. Der Stadtteil befindet sich im Norden der Stadt. Zu Problemen führt die Nordwestschleife, deren Wohnblocks im Besitz unterschiedlicher Wohnungsbaugesellschaften sind und zu einem großen Teil einen längeren Sanierungsstau aufweisen. Die Bezeichnung des Stadtteils in der Münsteraner Regionalsprache Massematte lautet Kotenbais und beruht auf einer wörtlichen Übersetzung des Ortsnamens aus dem Hochdeutschen.
Wohnen und Urlaub in Kinderhaus
Entgegen einer weit verbreiteten Wahrnehmung besteht der Stadtteil Kinderhaus aus weit mehr Gebäuden als den Hochhäusern in der Schleife; im ursprünglich bewohnten Bereich der Gemeinde befinden sich Einfamilienhäuser und Bauernhöfe. Am Rand von Kinderhaus befand sich das Lettische Gymnasium, dort konnten lettische Kinder während der sowjetischen Besatzung ihres Landes in lettischer Sprache ihr Abitur ablegen. Nach der lettischen Unabhängigkeit verlor das Gymnasium an Bedeutung und wurde als Lettisches Zentrum zur Vermittlung der lettischen Kultur verwendet, heute dient der größte Teil des Gebäudes als Sportinternat, während lettische kulturelle Veranstaltungen nur noch gelegentlich durchgeführt werden. Um den Kinderhauser Iddenbrockplatz herum befindet sich das Bürgerhaus, dessen Veranstaltungsräume sowohl vermietet als auch für öffentliche kulturelle Veranstaltungen genutzt werden. Des Weiteren gehört das Kinderhauser Hallenbad zum Gebäudekomplex des Bürgerhauses. In Kinderhaus befindet sich eine Zweigstelle der Münsteraner Stadtbücherei. Urlauber schätzen besonders das Wasserschloss Wilkinghege mit angeschlossenem Golfplatz, sie finden aber auch preiswerte Ferienwohnungen in Kinderhaus. Große Grünanlagen befinden sich am Max-Clemens-Kanal, einem teilweise nur noch als Mulde erkennbaren Baudenkmal, welches ursprünglich Münster mit den Niederlanden auf dem Wasserweg verbinden sollte. Zwischen der Kanalstraße in Münster und Kinderhaus ist der Kanal noch gut erkennbar. Das Kinderhauser Einkaufszentrum befindet sich am Iddenbrockplatz und bietet neben der Post und Lebensmittelgeschäften auch ein Eiscafé und eine Buchhandlung.
Sehenswürdigkeiten in Kinderhaus
Die wichtigste Sehenswürdigkeit in Kinderhaus ist das Lepramuseum, welches sich im selben Gebäude wie das Heimatmuseum befindet. Es ist nur an einigen Stunden am Sonntag geöffnet, stellt aber den Ausgangspunkt der Besiedlung des heutigen Münsteraner Stadtteiles dar. Leprakranke wurden als arme Kinder Gottes bezeichnet, die Gesellschaft wollte sich auf Grund der starken Ansteckungsgefahr vor ihnen schützen, sie zugleich aber auch angemessen versorgen und baute spezielle Häuser außerhalb der besiedelten Gebiete. Ebenfalls sehenswert ist die katholische Pfarrkirche, welche regelmäßig Kirchenkonzerte veranstaltet. Kunst trifft Kohl ist der Titel der jährlich während der Sommermonate in Kinderhaus stattfindenden Skulpturenausstellung, bei welcher die ausstellenden Künstler ihre Skulpturen in Kleingärten ausstellen.
Die Verkehrsanbindung von Kinderhaus
Kinderhaus ist durch mehrere Buslinien mit der Münsteraner Innenstadt verbunden. Dabei fahren die Linien 6, 15 und 16 auf unterschiedlichen relativ direkten Wegen vom Stadtzentrum gen Kinderhaus, während die Linie 8 über Coerde fährt und somit eine Verbindung zwischen beiden Stadtteilen ermöglicht, und die nur montags bis freitags verkehrende Linie 17 eine Anbindung an den Bahnhof Münster Zentrum Nord herstellt. Da die Linie 16 nördlich nach Sprakel verlängert wird, stellt sie eine Verbindung mit der Bahnstrecke nach Rheine dar. Im Nachtverkehr verkehrt nur die Linie N 81 als Bus, Coerde und Sprakel werden durch zwei Taxi-Bus Linien an Kinderhaus angebunden. Der Haltepunkt Kinderhaus an der Bahnstrecke von Münster Hauptbahnhof über Burgsteinfurt und Gronau nach Enschede wird seit 1987 nicht mehr bedient. Der Haltepunkt liegt zwar abseits der Hauptsiedlungsgebiete von Kinderhaus, angesichts einer Einwohnerzahl von 16 000 ist die Schließung des Haltepunktes aber kaum nachvollziehbar. Nicht wenige Einwohner würden gerne ein paar Meter vom Bahnhof aus zu Fuß nach Hause gehen, statt im Bus länger als im Zug unterwegs zu sein und oft keinen Sitzplatz zu finden. Für Fahrradfahrer stellt die Gasselstiege eine schöne Verbindung zwischen der Münsteraner Innenstadt und Kinderhaus dar. Nach einer gelockerten Wohnbebauung am Anfang der Straße eröffnet sich bald in geringer Entfernung zur verdichteten Bebauung der Grevener Straße eine freie Landschaft mit zahlreichen Feldern und einigen Bauernhöfen.
Quellen:
Webseite der Stadt Münster zu Kinderhaus
Webseite von Kunst trifft Kohl
