
- Hilfe durch Kinderpsychologen - Susanne Öhrig
Wenn sich die Eltern trennen, ist das für jedes Kind schwer zu verkraften. Je nach Alter und Sensibilität reagieren sie unterschiedlich. Manche kommen recht gut damit klar, für andere wiederum bricht ihre kleine, heile Welt zusammen. Sie verändern sich, werden vielleicht ruhig und in sich gekehrt oder laut und aufbrausend. Manche weinen viel, andere blocken alles ab und lassen nichts und niemanden an sich heran.
Den Kindern die Trennung erleichtern
Machen Sie Ihren Kindern die Trennung so einfach wie möglich. Seien Sie für sie da, zeigen Sie ihnen Ihre Liebe, sprechen Sie mit ihnen über die Trennung und wie Sie sich dabei fühlen. Aber bedrängen Sie sie nicht. Lassen Sie ihnen ihre Freiräume, um mit sich und der neuen Situation zurecht zu kommen. Vermitteln Sie ihnen jedoch das Gefühl, dass sie jederzeit zu Ihnen kommen und mit Ihnen über ihre Ängste, Sorgen und Gefühle sprechen zu können. Verhätscheln Sie Ihre Kinder nicht. Fassen Sie sie nicht mit Samthandschuhen an. Die Trennung ist zwar nicht schön und verursacht Schmerzen und jede Menge widersprüchliche Gefühle in ihren kleinen Herzen. Doch sie ist kein Weltuntergang. Und Ihre Kinder sind nicht schwer krank.
Je mehr Sie sie verhätscheln und verwöhnen, desto mehr werden sie an die Trennung denken. Ganz zu schweigen davon, dass sie Sie möglicherweise irgendwann nur noch ausnutzen werden. Selbst wenn sie sich schon an die neue Situation gewöhnt haben sollten, werden sie vielleicht noch den Trauerkloß spielen, um von Ihnen alles zu bekommen. Riskieren Sie nicht, dass sie Ihnen bald auf der Nase herumtanzen und Sie und Ihren Expartner gegeneinander ausspielen. Und auch nicht, dass sie ihr ganzes Verhalten auf die Trennung schieben können – Leistungsabfall in der Schule, Schlägereien et cetera. Lassen Sie den Alltag so schnell wie möglich seinen Lauf nehmen. Beziehen Sie Ihre Kinder in die Haushaltspflichten mit ein. Sorgen Sie dafür, dass sie sich intensiv um Schule, Sportverein und Freunde kümmern. Lenken Sie sie von der Trennung ab, so gut und so oft es geht.
Die Kinder aufmerksam beobachten
Sollten Ihre Kinder dennoch Schwierigkeiten haben die Trennung zu verwinden, scheuen Sie sich nicht und suchen Sie einen Kinderpsychologen auf. Nehmen Sie die Probleme Ihrer Kinder nicht auf die leichte Schulter. Je früher ihnen geholfen wird, desto schneller können sie wieder fröhlich sein und zu glücklichen, ausgeglichenen Erwachsenen heranwachsen. Beobachten Sie Ihre Kinder eingehend – aber unauffällig, damit sie nicht verunsichert werden. Achten Sie auf ihr Verhalten, wenn sie vom Besuchswochenende zurückkommen. Auch darauf, ob sie möglicherweise nicht mehr zu Mama oder Papa möchten. Werden sie aggressiv oder sehr ruhig und in sich gekehrt? Sind sie ständig auf Achse oder verkriechen sie sich in ihrem Zimmer? Weinen Sie öfter, sind sie empfindlicher oder haben sie die „Mir ist alles egal“-Einstellung? Sprechen Sie eventuell mit Ihrem Kinderarzt oder Ihrem Hausarzt, wenn Sie sich unsicher sind. Er kann Ihnen meist entsprechende Adressen vermitteln. Vielleicht haben Sie Verwandte, Freunde oder Bekannte, die gute Erfahrungen mit einem bestimmten Kinderpsychologen gemacht haben und diesen empfehlen können. Oder davon abraten.
Die richtige Wahl eines Kinderpsychologen
Bevor Sie sich für einen Kinderpsychologen entscheiden, vereinbaren Sie ein „Probegespräch“. Es ist wichtig, dass Ihre Kinder sich wohlfühlen. Sollten sie den aufgesuchten Psychologen nicht mögen, suchen Sie lieber einen anderen. Sie kennen das sicher von sich selbst. Wenn Sie jemanden nicht mögen, haben Sie auch kein Vertrauen zu ihm. Und es ist sehr wichtig, dass Ihre Kinder dem Psychologen vertrauen – denn nur so werden Sie offen mit ihm sprechen können. Und nur so kann er ihnen helfen. Auf jeden Fall sollten Sie mir Ihrer Krankenkasse sprechen und klären, ob diese die Kosten übernimmt. Und wenn ja, ob Sie dafür nur bestimmte Kinderpsychologen zur Auswahl haben. Klären Sie auch, ob Sie ein Rezept oder eine Überweisung benötigen. Wie oft Sie Termine vereinbaren dürfen und über welchen Zeitraum. Damit Sie nichts vergessen, notieren Sie sich am besten Ihre Fragen, bevor Sie dort anrufen oder vorbeigehen.
Bitte beachten Sie, dass ein Suite101-Artikel generell fachlichen Rat - zum Beispiel durch einen Arzt - nicht ersetzen kann.
