Obwohl es eigentlich ein freudiges Ereignis ist, so merken doch manche Paare schnell, dass der Kinderwunsch auch eine große Belastung werden kann, besonders dann, wenn er nicht gleich erfüllt wird. Und nicht nur seine Freuden, sondern auch seine Sorgen und Ängste teilt man gern mit Menschen im Umfeld. Leider ist es nicht nur so, dass Kinderlosigkeit in unserer Gesellschaft nur langsam aus der Nische des Tabuthemas hervorlugt und viele Paare einfach nicht den Mut haben, sich vor Freunden oder Familie mit der ungewollten Kinderlosigkeit zu outen, es ist auch allzuoft so, dass eben jene Freunde, denen man sich meistens mit den eigenen Problemen anvertraut, gerade vielleicht selber schwanger sind oder schon Kinder haben. Und so haben viele Paare das Gefühl, mit ihrem Problem, dem unerfüllten Kinderwunsch, allein zu sein – ohne Verständnis und ohne Gesprächspartner. Dabei bietet gerade das Internet in diesem Falle eine einfache Lösung. Denn hier kann man sich nicht nur umfangreich über die zahlreichen Ursachen und die Möglichkeiten einer Behandlung belesen, sondern man kann in verschiedenen Gruppen und Foren auch Kontakt und Austausch mit Gleichgesinnten finden.
Vorteile vom Onlineaustausch
Die positiven Seiten des Austausches über das Internet liegen auf der Hand. Nicht nur die Unmenge an Informationen zu Ursachen, Behandlungen und Risiken, sondern auch die Möglichkeiten, sich mit Betroffenen zum Thema auszutauschen, sind zahlreich. Und sei die Diagnose noch so selten, in den riesigen Weiten des www findet sich sicher jemand, der an dem gleichen Problem zu knabbern hat. Das kann betroffenen Halt geben und der Austausch setzt neue Kraft und Energie frei. Gegenseitiges Verständnis für die Lage von Menschen, die das selbe Schicksal zu schultern haben, kann viel Kraft geben. Zuguterletzt kann die Bekanntschaft auch Hoffnungen bringen, denn wenn es dann doch bei einem der Internetbekanntschaften mit dem Wunschkind mal klappt, kann auch die virtuelle Freude sehr hoch sein.
Gefahren von Onlineaustausch
Bei allen positiven Aspekten, die Internetbekanntschaften betreffen, gibt es jedoch auch Nachteile, die nicht verschwiegen werden sollen. So vertiefen sich manche Menschen zu sehr in ihre soziale Welt im Internet und vergessen unter Umständen dadurch ihr reales Leben. Das birgt die Gefahr, dass zum Beispiel der eigentliche Freundeskreis irgendwann wegbricht. Auch schafft man es nur in seltenen Fällen, die Menschen, mit denen man sich tagtäglich im Internet unterhält, persönlich kennen zu lernen. Das kann unter Umständen auch sehr frustrierend sein. Nicht zuletzt birgt das Internet auch in Sachen Web2.0 zahlreiche Gefahren die den Schutz persönlicher Daten betreffen. Vielleicht will man mit seinem unerfüllten Kinderwunsch gar nicht vor Bekannte oder Arbeitskollegen treten und steht plötzlich vor der Situation, sich beispielsweise vor seinem Chef rechtfertigen zu müssen. Alles in allem kann das Internet in Sachen Kinderwunsch und Kontakt zu Betroffenen eine große Hilfe sein – wenn man die Spielregeln kennt und die Gefahren nicht aus dem Auge verliert.
