
- Blue Valentine - Senator Filmverleih
Normalerweise wird ein Film in nur wenigen Monaten gedreht. Regisseur Derek Cianfrances brauchte für seinen Film „Blue Valentine“ zwölf Jahre, um ihn zu realisieren. Es kam immer wieder zu Komplikationen, die den Drehbeginn verhinderten. Zuerst bereitete die Finanzierung Cianfrance sorgen, danach mussten die Dreharbeiten verschoben werden, da die Hauptdarstellerin Michelle Williams nicht über den Tod ihres Lebensgefährten Heath Ledger hinweg kam. Damit Williams in der Nähe ihrer Tochter sein konnte, wurde der Drehort von Brooklyn nach Pennsylvania verlegt, was wieder zu Verzögerungen führte. Doch irgendwann konnte „Blue Valentine“ fertiggestellt werden und kommt am 04.08.2011 in die deutschen Kinos.
Die Geschichte von „Blue Valentine“
Dean und Cindy stehen vor großen Beziehungsproblemen. Um diese zu lösen kommt der Anstreicher auf eine Idee, die seiner Frau so gar nicht gefallen dürfte. Dean möchte Cindy, die als Krankschwester genug Probleme hat, in ein Stunden-Motel ausführen, um dort ihre Probleme zu lösen und endlich wieder etwas Intimität zu genießen. Dazu lassen sie ihre Tochter Frankie bei Cindys krankem Vater. Während Dean und Cindy ihre Ehe retten wollen, zeigt „Blue Valentine“ in Rückblicken, wie die große Liebe der beiden begonnen hat.
„Blue Valentine“ dient als Beziehungsanalyse
In „Blue Valentine“ wird eine gescheiterte Beziehung mit dem Beginn ihrer Entstehung kontrastiert, wobei die schmerzhaften und bitteren Momente überwiegen. Der Film lebt vor allem von den Leistungen der Hauptdarsteller. Sowohl Ryan Gosling, als auch Michelle Williams spielen ihre Rollen aufopferungsvoll und mitreißend. Sie ersparen dem Zuschauer keine schmerzlichen Details. Sie zeichnen zwei Charakterporträts, die komplexer nicht sein könnten.
„Blue Valentine“ nähert sich vorsichtig den Figuren an und zeigt Cindys zerrüttetes Elternhaus. Ihre unzähligen Männerbekanntschaften werden angedeutet und auch ihre ungewollte Schwangerschaft wird erklärt. Ebenfalls ein wichtiger Punkt ist die gescheiterte Bemühung von Cindy um eine berufliche Erfüllung als Medizinerin. Dean hingegen ist ein verspielter Typ, der sich einfach treiben lässt und keinen Bezug mehr zu seiner Familie hat. Mit Gelegenheitsjobs hält er sich über Wasser. Vor allem die Lebensentwürfe, Wünsche und Hoffnungen zeigen, wie unterschiedlich sich die beiden entwickelt haben.
Konfliktreiches Ende für „Blue Valentine“
Der schmerzhafte Höhepunkt im Konflikt zwischen Dean und Cindy ist die gescheiterte Sexszene in ihrem Zimmer im Motel. Diese Szene wurde von Derek Cianfrance keineswegs pornografisch-oberflächlich inszeniert. Der Liebesakt des Ehepaars artet jedoch zum Kleinkrieg aus und ist entscheidend für die Zukunft des Paares. Dem Regisseur ist es hoch anzurechnen, dass „Blue Valentine“ nicht im Selbstmitleid der gescheiterten Figuren untergeht.
Es sind vielmehr die harmonischen Momente am Ende des Films, die den Zuschauern ganz besonders in Erinnerung bleiben. So dreht Cianfrance mit verwackelter Hand-Kamera die erste nächtliche Annäherung von Cindy und Dean. Zu den rührendsten und charmantesten Inszenierungen gehört, wie Williams zu Goslings Ständchen befreit lostanzt. „Blue Valentine“ startet am 04. August 2011 in den deutschen Kinos.
Quellen:
"Blue Valentine" bei filmstarts.de
