
- Eintrittskarten des Metropol - A. C.
Kleine Kinos, die nicht den großen Ketten angehören, haben es oft schwer, sich gegen diese durchsetzen zu können. Aktuelle Filme, riesige Leinwände und 3D locken täglich unzählige Gäste in die Kinosäle von Cinestar und Co. Kleine Kinos können aufgrund ihrer begrenzten finanziellen Spielräume nicht mithalten, wenn sie nicht einen gewissen Kontrast bieten.
Noch vor kurzem ein besonders günstiges Kino
Das Kino Metropol setzte hierbei bislang auf eine gemütliche Atmosphäre und vor allem sehr günstige Eintrittspreise. In der Regel kosteten Kinokarten 2,50 Euro, am Kinotag 1,50 Euro und bei Überlänge (> 120 Minuten) noch 0,50 Euro extra. Außerdem wurde nicht zwischen Loge und Parkett unterschieden. In den vergleichsweise kleinen Sälen galt freie Platzwahl, womit das gemütliche Ambiente weiter verstärkt wurde. Die Hauptfinanzierung erfolgte über die Eintrittskarten, den im Foyer befindlichen Kiosk und Werbeeinnahmen der Homepage.
Trotz günstiger Preise - leere Säle im Chemnitzer Metropol
Obwohl die Ticketpreise weit unter denen der großen Kinoketten (vgl. die Preisliste auf der Homepage des Cinestar Chemnitz) lagen, waren die Vorführungen zumeist spärlich besetzt. Verschiedene Gründe sind denkbar: Zum einen wurden die in den Kinoketten aktuellen Filme erst etwa drei Monate später im Metropol vorgeführt, zum anderen erfuhren neue Besucher vornehmlich durch Freunde oder Bekannte von diesem Kino. Wer nach einen Kino sucht, um einen Film zu sehen, recherchiert eher nach den bekannten Kinoketten, da sie schnell und einfach zu finden sind. Dieser Nachteil ist für das Metropol nicht unerheblich.
Ein Mittelweg als neue Strategie
Dadurch, dass die Kinosäle trotz günstiger Preise leer blieben, wurde kürzlich die Strategie gewechselt. Anstelle weit unter den üblichen Eintrittspreisen zu bleiben und erst Monate später aktuelle Blockbuster zu zeigen, wählte das Metropol nun den Mittelweg. Die Preise (vgl. Preisliste auf der Homepage des Metropol Chemnitz) betragen mittlerweile 4,50 Euro, 3,50 Euro am Kinotag und 1 Euro extra bei Überlänge (> 120 Minuten). Dafür werden die Filme mit geringerer Verspätung vorgeführt. Das Ziel besteht darin, die restliche, mediale Aufmerksamkeit aktueller, in den Kinos auslaufender Blockbuster zu nutzen, um Besucher durch günstigere Eintrittspreise in das Metropol zu locken und neben den Ticket- auch noch Kioskeinnahmen zu generieren.
Ein Hindernis bleibt
Die neue Strategie wird allerdings nur dann aufgehen, wenn auch das zweite Problem beseitigt wird: Die niedrige Aufmerksamkeit des Kinos. Ein Besuch der Homepage offenbart, dass die letzte mediale Aufmerksamkeit auf das Jahr 2006 zu datieren ist (vgl. die Rubrik "Presse" auf der Homepage des Metropol Chemnitz). Der Strategiewechsel birgt hierfür ein großes Potenzial: Das Metropol kann diesen als Relaunch des Kinos bewerben und mit der medialen Aufmerksamkeit zusätzliche Besucher generieren.
