
- Haie, faszinierende Wesen - polyband
Haie sind immer gut für Grusel-und Horrorfilme. Zum Beispiel die von Steven Spielbergs "Der weisse Hai" haben ein sehr einseitiges Bild und Klischee gefestigt: Der Hai, Jäger des Meeres, immer auf der Jagd nach einem friedlichen Freizeitschwimmer oder surfendem Menschen, der in argloser Absicht das Meer besteigt, um sich zu erfrischen. Der Hai als Killer des Meeres, der den ganzen Tag vor lauter Langeweile Ausschau nach einem menschlichen Leckerbissen hält.
Die Dokumentation des Regisseurs und Tauchers Rob Stewart setzt sich mit falschen Bildern und Vorurteilen auseinander und erklärt, warum der Hai in Wirklichkeit zu den vom Aussterben bedrohten Tierarten gehört und warum der Mensch sein größter Feind ist.
Die meisten Haifisch-Attacken sind keine Attacken, sondern Unfälle
Die meisten Haifisch-Attacken sind Unfälle, weil der Mensch gar nicht in das Beuteschema des Haies passt. Der Hai hat, wie alle wilden Tiere, Angst vor dem Mensch. Warum er angreift, wie er dies tut und was wirklich passiert, erklärt dieser Film. Während aber Elefanten oder Koala-Bären Fürsprecher und eine Lobby haben, haben Haie keine Artenschutzfreunde, die sich gegen sein Abschlachten und Ausrotten einsetzen. Wenn ein Mensch von einem Elefanten totgetrampelt oder einem Tiger zu nahe und zu Tode kommt, bedauern alle Medien und Menschen den tragischen und unbeabsichtigten Unfall. Aus einem Hai aber wird sofort ein blutrünstiger Fisch, der natürlich schon lange darauf gelauert und mal wieder zugeschlagen hat! Wer weiss, der wievielte Mensch bereits in ihm verschwunden ist.
Angst und Feindseligkeit, die durch einseitige Filme aufgebaut und verbreitet werden, tragen dazu bei und haben dazu geführt, dass er im Gegensatz zu anderen Tieren im Meer brutal und erbarmungslos abgeschlachtet wird.
Der eigentliche Feind des Haies ist der Mensch
Diese Dokumentation des Regisseurs Rob Stewart rückt das Bild vom fressenden Ungeheuer gerade. Denn erstens ist es der Mensch, der in die Reviere des Haies eindringt, und zwar nicht nur um friedlich zu gucken oder zu schwimmen, sondern um mit SHARK FINNING Profit zu machen. Shark Finning nennt man das Abschneiden von Haiflossen bei lebendigem Leibe. Der Rumpf des Haies wird wieder zurück ins Meer geschmissen. Menschen, denen es um nichts anderes geht, als Profit. Der Handel mit Haiflossen und dem Mythos, der an ihnen hängt, bringt unvorstellbare Gewinne. Haiflossen werden zu horrenden Gewinnspannen zwischen Meer und Restaurants gehandelt und haben einen Wirtschaftszweig kultiviert, der weder Artenschutz, noch Fischfangregularien befolgt. Anders als das Tagesgeschäft harmloser Fischer hat der Handel mit Haiflossen mafiöse Strukturen, in die sogar die Behörden involviert sind. Behörden, die eigentlich die Einhaltung der Regeln überwachen sollen, aber am Umsatz mitverdienen.
Haie töten jährlich fünf Mensch – Elefanten und Tiger 100 – 1,2 Mio. sterben durch Verkehrsunfälle
Diese Dokumentation erhellt, warum mit sachlichen Argumenten gegen die Profite der Hai-Jäger kaum anzukommen ist. Und wenn hundert Mal wiederholt wird, dass mehr Menschen durch Elefanten und Tiger (100) umkommen, oder durch Hinrichtungen (2.400) oder illegale Drogen (22.000) oder Verkehrsunfälle (1,2 Millionen) oder den Hungertod sterben (8 Millionen).
Und er zeigt, dass und warum es viel gefährlicher ist, sich mit dieser menschlichen Haifisch-Mafia anzulegen, als einem Rudel Haie im offenen Meer zu begegnen.
Regisseur Rob Stewart wurde in Toronto geboren und begann schon im Alter von 13 Jahren mit der Unterwasser-Fotografie. Mit 18 Jahren war er ausgebildeter und diplomierter Tauchlehrer. Anschließend legte er die Prüfung zum Bachelor of Science in Biologie an der Universität von West-Ontario ab und studierte Meeresbiologie und Zoologie an den Universitäten Jamaika und Kenia ab.
Kapitän Paul Watson ist Gründer der Sea Shepherd Conservation Society (SSCS) und Mitgründer von Greenpeace 1972 und Greenpeace International 1979 und verschiedener anderer Naturschutzprojekte. Er studierte Publizistik und Linguistik auf der Simon Fraser Universität in British Columbia und hält auf der ganzen Welt Vorträge. Von 1990-1994 unterrichtete er als Professor für Ökologie an Pasadena College. 2000 wurde er vom Time Magazin zum Umweltschutz-Helden des 20. Jahrhunderts gewählt.
Dr. Erich K. Ritter befasst sich mit der Hai-Mensch-Beziehung und der Rekonstruktion von Haiunfällen.
Er gehört zu den ersten, die sich der angewandten Haiforschung verschrieben. Aus dieser Forschung heraus entstand das erste Hai-Mensch-Interaktionskonzept
