"Kiss & Kill" Katherine Heigl und Ashton Kutcher als Killer-Paar

Kiss and Kill, Filmplakat, Ashton Kutcher - Kinowelt
Kiss and Kill, Filmplakat, Ashton Kutcher - Kinowelt
Was bei Tom Cruises Action-Romanze "Knight & Day" komplett misslang, funktioniert in "Kiss & Kill". Amerikanisches Popcorn-Kino, bis zur hundertsten Minute.

Der australische Regisseur Robert Luketic („Natürlich blond“, „Das Schwieger-Monster“) schickt die US-Schauspieler Katherine Heigl („Grey‘s Anatomy“) und Ashton Kutcher („Toy Boy“) in eine kugelhagelsichere Paartherapie.

Jen und Spencer verlieben sich in Nizza und heiraten kurz darauf

Das zaghafte Neuzeit-Dummchen Jen Kornfeldt (Katherine Heigl, „Grey's Anatomy“) verbringt ihren Urlaub mit ihren durchgeknallten Eltern im Postkarten-Ambiente Nizzas. Sie ist sich sicher, dass sie sich so schnell nicht wieder verlieben wird, nachdem sie einige verkorkste, lockere Beziehungen hinter sich brachte. Doch die hauptsächlich nur durch ihre Ungeschicktheit auffallende Jen kann sich nicht dem fettfreien Traumbody und selbstsicheren Charme des mit US-Akzent französisch sprechenden Spencer Aimes (Ashton Kutcher, „Butterfly Effect“) entziehen. Es dauert nicht lange, bis sie idyllisch und frisch verheiratet in einer kitschigen, amerikanischen Vorstadt leben, so wie Doris Day und Rock Hudson damals.

Was Jen nicht wusste: Spencer war ein mordender Super-Spion!

Nach drei Jahren eingespielter Ehe stellt sich heraus, dass Spencer vor seinem 30. Geburtstag ein internationaler Super-Spion bei der CIA war und dessen Weg schon von so manchen blutüberströmten, im Kugelhagel durchsäten Leichen gepflastert wurde. Auf Spencer sind 20 Millionen Dollar Kopfgeld ausgesetzt, deshalb wird er plötzlich von einer wilden, blutrünstigen Meute Auftragskiller gejagt. Jeder – wirklich jeder – scheint verdächtig! Dass dies alles „ganz witzig“ ist, dafür sorgen unter anderem auch die Schwiegereltern, die ständig beschwipste Mutter (Komödiantin Catherine O'Hara, „Kevin allein zu Haus“) und der rechthaberische, bestimmende Vater (Tom Selleck, „Magnum“), denn sie sehen gerne nach dem Rechten, um unerwünschten Überraschungen im Eheleben entgegen zu wirken und mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, bevor die Bomben hochgehen. Tom Sellecks TV-Serien-Held „Magnum“ ist ihm wie ins Gesicht gestempelt. Ihn als Schwiegervater in einer komödiantischen Action-Romanze zu sehen, wirkt etwas befremdlich und gewöhnungsbedürftig.

„Kiss & Kill“ funktioniert wesentlich besser als „Knight & Day“

„Kiss and Kill“ ist amerikanisches Popcorn-Kino, zu dem man sich am besten noch ein Schlückchen Sekt gönnt, so wie die Schwiegermutter das in „Kiss & Kill“ in jeder ihrer Szenen schauspielerisch vormacht. Massenhaftes Morden in Komödien und überraschende Action-Szenen, wie der lebensbedrohliche Kampf mit dem Mitbewohner und mit Küchen-Utensilien als Waffe oder das Aufspießen von Feinden auf Hirschgeweih-Kronleuchter wirken somit noch „flockiger“. Was bei Tom Cruises plump komödiantischer Action-Romanze „Knight & Day“ komplett misslungen und bis über alle Grenzen ins Unerträgliche übertrieben wurde, funktioniert bei „Kiss & Kill“, den man sich auf jeden Fall bis zur letzten, hundertsten Minute ansehen kann – obwohl man nicht im entferntesten Sinne gerne über massenhaftes Morden lacht.

Der Kinofilm „Kiss & Kill“ startet bundesweit am 05. August 2010 im Verleih der Kinowelt

Döringer, Martin, (c) Marlonski

Martin Döringer - Martin schreibt nicht nur Online-Reviews, sondern moderierte/interviewte live bei Radio-ALEX und stellte TV-Clips her, diente dabei ...

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