
- Kitfo - Anke Wanger
Äthiopien ist ein Land von Fleischliebhabern, und das beschränkt sich nicht nur auf gekochtes Fleisch. Rohe Gerichte sind ebenfalls beliebt. „Kurt“ ist rohes Rind, direkt von großen Fleischbrocken herunter geschnitten, in Soße getaucht und verzehrt – und für europäische Gaumen sehr gewöhnungsbedürftig.
Etwas anziehender ist da schon „Kitfo“, ein Gericht aus Hackfleisch und speziell zubereiteter Butter, das wie Steak, nach dem eigenen Geschmack roh, halb durch oder durch serviert wird. Die speziell angefertigte Butter, Neter Kibe, besteht aus normaler Butter und einigen typischen äthiopischen Gewürzen, und wird zur Zubereitung und Verfeinerung vieler äthiopischer Gerichte benutzt.
Einkaufen
Für diese Gerichte benötigt man einige Gewürze, die typisch äthiopisch sind und in Europa meist schwer zu finden. Erfolg verspricht die Suche in einem Geschäft für Afrikaimporte, die Nachfrage in einem äthiopischen Restaurant, oder die Online-Bestellung.
Kitfo (Hack Tartar)
Die hier angegebenen Mengen reichen für jeweils etwa 5 Portionen.
1 ½ Kilo frisch gemahlenes Rinderhack ohne Fett
1 Teelöffel Mitmita (scharfes äthiopisches Gewürz)
1 Teelöffel Korerima (äthiopisches Gewürz)
1 Teelöffel Salz (oder nach Geschmack)
50 ml Neter Kibe (siehe unten)
Zubereitung: Das gemahlene Hack und die anderen Zutaten werden gründlich vermischt. Nach Geschmack kann die Mischung kurz in der Pfanne angebraten werden.
Neter Kibe
1 Kilo Butter
50 ml Koseret (äthiopisches Gewürz)
1 Teelöffel Korerima
1 Teelöffel Gelbwurz
Zubereitung: Die Butter wird zusammen mit allen anderen Zutaten bei niedriger Hitze für etwa zwei bis drei Stunden geschmolzen. Der Überstand wird abgegossen, die Butter lässt man abkühlen.
Servieren
Kitfo ist ein besonderes Gericht, und die meisten äthiopischen Volksgruppen haben ihre eigene Zubereitungs- und Servierweise. Typischerweise wird Kitfo jedoch folgendermaßen serviert: in eine Art kleine Suppenschüssel werden Blätter des „falschen Bananenbaums“ („Ensete“), der in Äthiopien überall wächst, gegeben. Auf diese Bananenblätter wird dann das Kitfo gefüllt. Dazu wird ein Löffel gereicht, sowie Injera in kleine Röllchen aufgerollt. Ferner erhält man oft dazu "Kocho“, eine Art Brot, das für europäische Gaumen verdächtig nach Gummi riecht, schmeckt und sich auch so anfühlt…
Kitfo wird oft auch mit einer Art Hüttenkäse, "Ayb" genannt, der gekühlt ist, serviert. Das Kitfo kann mit Ayb vermischt werden oder separat gegessen werden.
Essen außer Haus
Isst man rohes Kitfo außer Haus, also bei Freunden, im Restaurant etc., so sollte man sich von den Hygienebedingungen überzeugen und vorsichtig nachfragen, wie alt das Fleisch ist; wenn möglich, vielleicht auch kurz das Fleisch anschauen. Kitfo ist ein leckeres Gericht, kann aber leicht zur Gesundheitsfalle werden, wenn die Hygiene nicht stimmt. Also: Vorsicht ist geboten!
