
- Tanzglockenspiel Station 12 - Silke Schlüter
Das Besondere an dem insgesamt rund sieben Kilometer langen Rundweg in Norderstedt bei Hamburg sind die 13 Klang-Stationen, an denen es wortwörtlich etwas auf die Ohren gibt: Mal sind es sanfte Töne, mal satte Klänge, mal sind ganze Melodien zu hören und manchmal auch nur ein Summen, ein Rauschen oder ein anderes interessantes Geräusch.
Sieben auf einen Streich: Station 10, 11, 12, 13, 1, 2 und 3
Bei diesem Bericht handelt es sich um eine Ergänzung zum Artikel "Klangweg Norderstedt - ein Spaziergang für die Sinne". Darin beschrieben wurden die Stationen 9 bis 6. Diese Wegstrecke eignet sich als "Runde um den Block" nach einem ausgiebigen Essen beispielsweise. Wer gerne flott unterwegs ist und mindestens eine bis anderthalb Stunden gehen möchte, der kann sich eine etwas anspruchsvollere Route vornehmen. Beispielsweise die Stationen 10, 11, 12, 13, 1, 2 und 3 und damit "Sieben auf einen Streich". Startpunkt ist auch in diesem Fall der Parkplatz am Arriba-Schwimmbad: Ganz am Ende, direkt hinter dem Heizwerk des Bades, führt ein schmaler Pfad auf den Klangweg. Folgt man dem Weg nach links - vorbei an den Sportplätzen des HSV-Trainingszentrums - so erreicht man innerhalb weniger Minuten die Station 10 und damit die "Telefonanlage":
Station 10 - mit der Telefonanlage ins Gespräch kommen
In einem Abstand von etwa 20 Metern und durch eine Wegbiegung optisch voneinander getrennt, stehen zwei trichterförmige Säulen, die wie ein Telefon funktionieren - und das ganz ohne Netz und Strom. Selbst geflüsterte Worte werden in erstklassiger Tonqualität von einer Säule zur anderen übertragen. An dieser Stelle kommt man leicht mit anderen Spaziergängern ins Gespräch: einfach abwarten, bis sich jemand der anderen Säule nähert und dann ein freundliches "Hallo" hineinrufen. Die überraschten Gesichter und das befreiende Lachen, wenn der kleine Streich entdeckt wird, sorgen nicht nur bei Kindern für einen Riesenspaß an der Sache.
Station 11 - die Klangtrommel auf dem Kinderspielplatz
Nur etwa 100 Meter weiter wartet schon die nächste Station darauf, erobert zu werden: Die Klangtrommel ist in wenigen Schritten erreicht, muss aber erst einmal entdeckt werden. Sie steht nämlich auf einem großen Kinderspielplatz inmitten anderer Spielgeräte und lädt zum Drehen ein. Kleine Glöckchen erklingen in ihrem Inneren, wenn sie langsam in Bewegung gesetzt wird.
Station 12 - auf dem Glockenspiel eine Melodie ertanzen
Nun steht den Spaziergängern ein etwas längerer Marsch bevor: Rund 600 Meter sind es bis zur nächsten Station, dem Tanzglockenspiel. Auf dem Weg dorthin muss man ein wenig aufpassen, denn es fehlt (noch) an einer klaren Ausschilderung. Am besten der ausgewiesenen Fahrradroute folgen. Das heißt: Auf dem Forstweg angekommen rechts halten, dann kommt die nächste Station schon bald in Sicht. Auf dem Tanzglockenspiel an der Station 12 ist der Mensch der Klöppel und erhüpft sich seine eigene Melodie. An dieser Stelle lädt auch eine gemütliche Sitzgruppe zu einer Pause ein. Die ist auch zu empfehlen, denn bis zur nächsten Station sind es wieder gut 500 Meter Fußweg.
Station 13 - vom Meeresrauschen bis zur tosenden Brandung
Das "Meeresrauschen" an Station 13 erreicht man nach einer sehr schönen Wanderung über einen sonnigen und gut einsehbaren Feldweg. Am Ende dieses Weges wartet eine runde Metallplatte auf die Spaziergänger. Die Info-Tafel verspricht, dass hier die "Lieder der Ozeane gesungen werden" - und damit verspricht sie nicht zu viel! Wer die Platte betritt und mit ein paar Schritten in Bewegung setzt, wird mit einem Geräuscheffekt belohnt, der an das Rauschen der Ostsee im Sommer erinnert. Je schneller man geht, desto mehr verstärkt sich dieses Meeresrauschen und wird schließlich zur tosenden Brandung der Nordsee. Natürlich könnte man an dieser Stelle umkehren, schließlich ist die letzte Klangstation erreicht. Wer jedoch noch Kräfte in sich spürt, sollte durch das angrenzende Wäldchen bummeln und an dessen Ende die Ulzburger Straße in Richtung U-Bahn-Station Norderstedt-Mitte überqueren.
Station 1 - der Stadtmusikant an der U-Bahn-Station Norderstedt-Mitte
Nach etwa 1,3 Kilometern - nur wenige Meter von der U-Bahn-Station entfernt - stößt man auf die eigentliche Station 1 des Klangweges, den "Stadtmusikanten". Wird diese Figur in Schwung gesetzt, dreht sie sich um die eigene Achse, und schon ertönt in ihrem farbigen Klangkopf eine tiefe Schiffsglocke. Je schneller man den Stadtmusikanten kreiseln lässt, desto schneller wird auch die Klangfolge.
Station 2 - parallel zur U-Bahn in Richtung Süden zum Klangzylinder
Die U-Bahn-Strecke führt die Spaziergänger zu den nächsten beiden Klangstationen: Immer an den Gleisen entlang geht es etwa 450 Meter weit über einen gepflasterten Weg an schönen Rasenflächen vorbei zum Klangzylinder an der Klangstation 2. Auch in diesem Zylinder verstecken sich Glöckchen. Wird er gedreht, fährt der Weihnachtsmann auf dem Schlitten vorbei - jedenfalls lässt sich das Klangerlebnis so am besten beschreiben.
Station 3 - die Windmühle an der U-Bahn-Station Richtweg
Nun liegen noch einmal 700 Meter Wegstrecke vor den tapferen Wanderern - immer weiter an den Gleisen entlang. Unmittelbar am U-Bahnhof Richtweg steht an der Klangstation 3 die "Windmühle". Hier macht der Wind die ganze Arbeit, man muss nur stehen bleiben und lauschen: Wenn der Wind das in drei Metern Höhe angebrachte Windrad in Bewegung setzt, erklingen verschiedene Töne.
Um von hieraus zum Startpunkt am Schwimmbad zurück zu gelangen, durchquert man am besten den U-Bahnhof und wendet sich dann am Ausgang nach links: Vom Dahlienstieg aus geht es weiter in den Nelkenstieg, der wiederum direkt auf die Ulzburger Straße führt. Nach Überqueren dieser viel befahrenen Straße sind es nur wenige Schritte bis zum Forstweg. Ganz am Ende des Forstweges landet man automatisch wieder auf dem Klangweg, ganz in der Nähe der Klangstation 11 auf dem Kinderspielplatz. Der "Arriba"-Parkplatz ist von hier aus in wenigen Minuten erreicht.
Nach gut 90 Minuten zurück am Ausgangspunkt - ohne Schummeln
Für diese Runde über insgesamt 7 Stationen sind keine besonderen Fähigkeiten erforderlich - man sollte lediglich gut zu Fuß sein. Unterwegs stehen überall Bänke zum Ausruhen und wer auf dem letzten Wegstück merkt, dass die Kräfte dramatisch schwinden, kann auch ein bisschen schummeln: Einfach am Bahnhof Norderstedt-Mitte in die U-Bahn steigen und bis zur U-Bahn-Station am Richtweg mitfahren. Den Klangzylinder an Station 2 auszulassen, ist nämlich keine Sünde - es gibt einige sehr ähnliche Objekte auf dem Rundweg, so dass man im Grunde nichts verpasst (und keiner hat's gemerkt).
Weitere Infos zum Klangweg gibt es hier, den Stadtplan samt Rundweg hier.
