Klassenfahrt nach Berlin: Insider-Angebote zur Planung für Lehrer

Klassenfahrt Berlin: the city never sleeps - Berlin on Bike
Klassenfahrt Berlin: the city never sleeps - Berlin on Bike
Schulklassen auf Abschlussfahrt in der Hauptstadt. Lehrer fangen früh an zu planen und suchen häufig auch den besonderen und preiswerten Insidertipp.

Das Brandenburger Tor, der deutsche Bundestag im Reichstagsgebäude oder das Museum am früheren Grenzübergang Checkpoint Charlie dürften wohl Standards im Besuchsprogramm von auswärtigen Schulklassen in Berlin sein. Manche Lehrkraft möchte jedoch ihrer Klasse auch einmal etwas anderes bieten als nur das übliche Sightseeing-Programm und ist deshalb auf der Suche nach besonderen Insider-Tipps, die im Idealfall natürlich auch preiswert sind.

Der Überblick - drei Alternativ-Tipps zu Stadtrundfahrten

  1. Die öffentliche Buslinie 100 passiert zwischen Zoologischer Garten und Alexanderplatz fast alle zentralen Sehenswürdigkeiten der Stadt. An zahlreichen Stellen bietet sich das Aussteigen (und ein Kurzreferat) an. Fahrpreis: 2,30 Euro. Weitere Details dazu lesen Sie in dem unten angegebenen Artikel.
  2. Eine geführte Fahrradtour wird auch themenspezifisch angeboten: Beispielsweise "Osten ungeschminkt", "Berliner Oasen", die "Mauer-Tour" oder "Night-Seeing" kosten bei einem der zahlreichen Veranstalter inklusive Fahrrad zwischen 13 und 16 Euro pro Person.
  3. Vom Wasser betrachtet bietet die Hauptstadt völlig neue und ungewohnte Perspektiven. Die Stern und Kreisschifffahrt hat unterschiedliche Routen im Programm, von denen der Autor die "Brückentour" besonders empfiehlt.

Ein Tag in Berlin Marzahn - auch das ist Berlin

Plattenbau, Gärten der Welt, Stasi-Gefängnis und eine echte Windmühle das wäre das Tagesprogramm für den Außenbezirk Berlin-Marzahn. Inmitten der zu DDR-Zeiten ausgesprochen begehrten Plattenbauten (damals Neubau genannt) lässt sich tief und erlebnisnah in die jüngste deutsche Geschichte eintauchen. Die Umgebung ist sicher mindestens ein Kurzreferat wert. Im Erholungspark Marzahn gibt es danach nicht nur die verschiedenen Gärten der Welt zu bewundern. Eine bunte Mischung aus Labyrinth, Gastronomie, Spielplatz und liebevoll angelegten nationalen Gärten lassen einen hier mindestens drei bis vier Stunden verweilen. Der Eintritt beträgt für eine ganze Klasse inklusive zweier Begleitpersonen 15 Euro. Im Anschluss geht's weiter nach Alt-Marzahn. Hier ist tatsächlich eine uralte Windmühle zu bewundern. Zum Schluss das schwerste Thema: Das frühere Gefängnis der Staatssicherheit in Hohenschönhausen - heute eine Gedenkstätte. Ein Verein bietet hier nach Voranmeldung ebenfalls kostenlose Führungen an.

Die Kultur wird in Berlin besonders gefördert

In der Bundeshauptstadt werden gerade kulturelle Einrichtungen besonders von Land und Bund gefördert. Offiziell existieren hier zum Beispiel 74 Theater, davon allein 11 Staatstheater. Ein Tipp ist das 1892 eröffnete Berliner Ensemble (BE) in Mitte (Näher U- und S-Bahn Friedrichstraße). Theater-Legenden wie Max Reinhardt, Bertolt Brecht und seit 1999 Claus Peymann wirk(t)en hier als Intendanten und inszenier(t)en auch selbst. Nach schriftlicher Voranmeldung unter theaterkasse@berliner-ensemble.de zahlt jeder Schüler pro Aufführung 7 Euro, manchmal sogar nur 3,50 Euro. Das BE gibt auch regelmäßig einen Schul-Newsletter heraus, in dem über besonders geeignete Stücke ausführlich berichtet wird.

Politik hautnah - direkte Gespräche mit Politikern

Die Bundesgeschäftsstellen aller Parteien sind in Berlin angesiedelt. Warum also nicht im Sozialkunde-Unterricht einmal abstimmen, zu welcher Partei man gehen und worüber man dort diskutieren möchte? Ob im Willy-Brandt- oder im Konrad-Adenauer-Haus, bei allen Parteien werden Informations- und Expertengespräche gern und kostenlos angeboten. Allerdings ist auch eine frühzeitige Anmeldung erbeten. Schauen Sie einfach auf die Internetseite der ausgewählten Partei unter Service/Besucherdienst. Im Anschluss bietet sich unter anderem noch eine kostenlose Führung, beispielsweise im Bundesrat, Verteidigungs- oder Finanzministerium an, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Übrigens: Beim Bundesrat und bei jedem seiner örtlichen Bundestagsabgeordneten kann man auch einen finanziellen Zuschuss für die Klassenfahrt beantragen.

Mal kein Programm - nur Relaxen

Wer im Sommer kommt, wird vielleicht auch einmal Lust auf einen (halben) Tag zur völligen Entspannung haben. Die unzähligen Berliner Seen sind eine empfehlenswerte Alternative zu den überfüllten und teuren Schwimmbädern. Der Weißensee im gleichnamigen Stadtteil des Bezirks Pankow, der Schlachtensee in Zehlendorf, in Köpenick der Müggelsee oder der Flughafensee in Tegel zum Beispiel bieten bei freiem Eintritt eine tolle Möglichkeit, innerhalb Berlins die Natur zu genießen und zu baden. Häufig ist auch Gastronomie in der Nähe ansässig, so dass für Verpflegung gesorgt ist. Lesen Sie außerdem gern die Insider-Artikel Berlin - verrückte Tipps und Karaoke im Mauerpark.

Ebenfalls vom Autoren sind die Suite-Artikel: Besuch im Reichstag ohne Warten, der Schlachtensee, der 100er Bus, Berlin vom Wasser betrachtet

Weitere Quellen: Deutscher Bundestag, Berlin.de, Berliner Ensemble

Helmi Schäfer, fotografiert von Nils Wiemer Wiemers

Helmi Schäfer - Journalist seit 1987Hörfunk- und FernsehredakteurMultimediaPolitologe & Producerseit Januar 2008 bei ...

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